Logo OllePiepen Blog aus Lingen

Startseite Olle Piepen Blog Olle Piepen Impressum Olle Piepen




Auch in Lingen aktuell, Raucher


Rauchen Sie?

Das waren noch Zeiten, als man unbefangen in Lingen mit dieser einfachen Frage Kontakte knüpfen konnte! Oder mit der lapidaren Frage: „Haben Sie Feuer?“, die Angebetete oder den Angebetenen ansprechen konnte, ohne dass man sich die Blöße geben musste, durchscheinen zu lassen, dass man jemanden gern näher kennenlernen würde.
Meine Sturm- und Drangzeit liegt mittlerweile zwar im Ordner „Als wir damals …“, doch daran, dass genau diese beiden Fragen mir überaus gute Kontakte eingebracht haben, erinnere ich mich nur zu gern. Naja, oder auch nicht, je nachdem, wie die Antwort ausfiel. Denn diese genügte um im Bilde zu sein, mit wem man es zu tun hatte. Das Allerbeste an diesem Ritual war zweifellos, dass man, sobald man im Bilde war, blitzschnell entscheiden konnte, ob man noch einen Small Talk dazu legen oder sich besser freundlich dankend verabschieden wollte, weil man spürte, dass die Wellenlänge, die von der Gegenseite herüberschwappte, doch nicht die war, auf der man selber gerade sendete. Das Thema „Rauchen“ war eine fantastische Möglichkeit, andere Menschen abzuchecken, ohne, dass einer von beiden anschließend mit Gesichtsverlust zurückblieb.

Aber heute? Risiko! Ein äußerst gewagtes Unterfangen, sich einem Unbekannten mit diesen Fragen zu nähern! Man riskiert, dass mit Fingern auf einen gezeigt wird, dass hinterm Rücken getuschelt wird. Vielerorts wird man abgestempelt als Dummkopf und Schwächling, gilt als asozial und im Grunde kann man gleich wieder nach Hause gehen. Denn Raucher sind geächtete Wesen, die nicht nur sich selbst und ihre Familie schädigen, sondern zur weltweit gestiegenen Feinstoffbelastung beitragen.
Arme Jugend! Wie macht die das heute bloß? Seinen Hund oder das Strickzeug mitnehmen, um in Kontakt mit anderen zu kommen, geht glaub ich auch nicht mehr. In den 70ern, da konnte man das noch. Da nahm man Vieles nicht so genau und alle waren gleich abhängig. Da gab’s statt Tabak auch Hanf und alle rauchten an einer einzigen Zigarette. Das war genau genommen gesünder, weil bekiffte Zweibeiner keinen Grund mehr haben, ständig an irgendetwas zu nuckeln, wie ein hungriger Säugling. Vermutlich war der Hanf deshalb verboten, denn die Tabakindustrie wäre durch die Legalisierung Pleite gegangen. Aber das könnte man jetzt auch falsch verstehen, denn kiffen ist nun einmal nicht legal. Und legal wollen wir ja bleiben. Also: Hanfkonsum ist verboten, Leute! Es sei denn, der Arzt verschreibt ihn gegen chronische Schmerzen.

Rauchen ist neuerdings auch vielerorts verboten! Aber nicht so richtig. Obwohl – und das ist unbestritten - der Zigarettenrauch Hirn, Herz, Lunge, Kreislauf und Arterien erheblich schädigt. Das gilt besonders für die über 10.000 Gifte, die die Zigarettenhersteller in den Tabakstängel hineinpacken oder nicht herausfiltern. Das müssen sie tun, weil das Zeug sonst noch ekliger schmecken würde, als es von Natur aus geplant ist. Neben Arsen, Quecksilber, Formaldehyd und Blausäure, werden abhängig machende Suchtstoffe, für alle die hinzugegeben, die sich mit dem Gedanken tragen, die Qualmerei aufzugeben. Das ist zwar unrechtmäßig, wird aber nicht bestraft, weil sonst nicht mehr genug Menschen rauchen würden und der Schwarzmarkt besser daran verdienen würde, als Vater Staat, der hohe Steuereinbußen hinnehmen müsste. Auch für Ärzte wären noch mehr Nichtraucher der Aufstieg in den Abstieg. Ich sehe meinen Hausarzt schon im Geiste, wie er mir morgens um 4.00 Uhr mit schlaffen Augenlidern und müdem Schritt, meine Tageszeitung in den Briefkasten steckt.
Die gravierenden Folgeerkrankungen, denen Raucher derzeit anheimfallen, sind bare Münze für Mediziner, Rehakliniken, Pflegeheime, Börsenakteure und Konzerne. Nicht zu vergessen die vielen Arbeitsplätze, die mit dem Verbrauch von Tabak stehen und fallen. Wir verstehen das doch! Das dauerhafte Rauchen ist Grund für den frühzeitigen Einzug in diverse Pflegeheime, in denen es auch Arbeitsplätze zu erhalten gilt. Deshalb verzeihen wir der Politik, dass sie die Verbreitung der Tabakdroge nicht unter Strafe stellt und auf Einzelschicksale keine Rücksicht nimmt. Jeder, der raucht, trägt dazu bei, dass unsere Gesellschaft so bleibt wie sie ist: Oberflächlich besorgt, hintergründig skrupellos und süchtig hinter verschlossenen Türen.

Tigerauge

Tags: ,

4 Antworten zu “Auch in Lingen aktuell, Raucher”

  1. Twister sagt:

    Hallo, ich denke über dieses Thema könnte man sich ewig unterhalten da es genau das besitzt was eine gute Diskussion verlangt: zwei Mannschaften mit Spielern die hinter ihrer Meinung stehen und nur schwer von Gegenteilen zu überzeugen sind, dazu keinen Schiedsrichter und erst recht keine Zuschauer; niemand ist unparteiisch, da man entweder raucht oder nicht und somit hat auch jeder seinen eigenen Standpunkt.
    Ich habe mich schon immer gefragt warum Menschen überhaupt zu rauchen anfangen, da ja niemand als Raucher geboren wird und somit die Möglichkeit hat ohne Suchtgefühle diesem Teufelskreis ein Leben lang zu umgehen ohne einmal nach dem Weg fragen zu müssen. Aber glücklicherweise liefert der Text auch hierzu eine Antwort und ich fande diesen Teil am interessantesten.
    In Kontakt zu unbekannten Menschen treten durch eine simple Frage; “hast du mal Feuer?” Das klingt selbst mir als Nichtraucher schlüssig und da komme ich sogar zu der Überlegung wieviele mögliche Bekanntschaften mir dadurch entgangen sind. Aber muss man sich Kontakte wirklich so teuer erkaufen? In jungen Jahren erweitert man seinen Freundeskreis überproportional im Gegensatz zu Nichtrauchern; aber im Alter?
    Viele Menschen sind der Meinung das Gesundheit das Wichtigste im Leben ist; einer davon bin ich. Alles andere ist Nebensache, wer gesund ist kann arbeiten, dadurch Geld verdienen, seinen Status festigen, … und in Bezug auf die sozialen Kontakte? Also mir fällt so kein Nichtraucher ein, der aufgrund der nicht fällig werdenden Raucherpausen abgeschieden von der Gesellschaft ein Dasein im Nichtraucherbereich einer Gaststätte führen muss und sich darüber ärgert das kein Aschenbecher auf dem Tisch steht, den er als Spiegel benutzen könnte um seinen einzigen Freund darin zu erblicken, welcher ihm zum Verwechseln ähnlich sieht.
    Natürlich gibt es im Leben viele andere ungesunde und gefährliche Lebensgewohnheiten, aber hier heißt das Thema Rauchen und es ist unbestreitbar das viele Menschen für diese sinnlose Vorliebe teuer bezahlen mussten und leider noch “werden müssen”. Die unzähligen Zahlen und Fakten lasse ich weg; kann aber auf Anfrage gerne knallharte Raucherstatistiken liefern.
    Ich möchte keinen Raucher persönlich angreifen, sondern nur Mitleid für diese Gruppe äußern. Ein guter Freund von mir (18 Jahre) hat erst vor 2 Jahren seinen Vater (damals 45) durch Lungenkrebs verloren. Dieser war starker Raucher und hat durch seine Sucht indirekt seine Familie im Stich gelassen. Ich bin nur froh das ich in einer Nichtraucherfamilie lebe und auch mein Freundeskreis zum größten Teil nicht raucht; von derartigen Schicksalen möchte ich verschont bleiben. Das Leben ist viel zu kurz für solche sinnlosen Sachen wie Rauchen.
    Das war meine ehrliche Meinung. Netter Gruß vom Twist

  2. klaus-martin meyer sagt:

    so lange es um Genuß geht und dabei bleibt sollte alles erlaubt sein, wenngleich nicht an jedem ort. grusz aus osnabrück klm

  3. Fisch sagt:

    Rauchen oder nicht:
    Mir ist vor Jahren folgendes passiert.
    Nach einem ca. 2,5 Std. Flug (nicht Raucher) traf ich abends, in Rom ein. Ich freute ich mich auf die Hotelbar, ein Glas Rotwein, eine Zigarette und dann ins Bett. Es standen keine Aschenbecher auf den Tischen. Auf meine Frage: “Ist rauchen hier erlaubt?” Bekam ich zur Antwort: ” Nur draußen.” Nun, ich nahm meine Kippkes und ging vor die Tür. Da trafen sie sich, die Raucher! Genau wie morgens nach dem Frühstück, draußen auf der Terrasse. Fremd? Nein, dass war man sich nicht, wir hatten doch alle das gleiche Problem. Gesprochen wurde viel, ohne große Aufforderung waren alle Nationalitäten im Gespräch. Ein Blick in den Frühstückssaal; da saßen sie…die Nichtraucher…Gruppen, Familien an ihren Tischen, Gespräche fanden nur im eigenen Kreis statt!
    Und nun, ich will mit dem Rauchen aufhören! Der Winter steht vor der Tür Es wird draußen kalt! Dann ist das Rauchen kein Genuss mehr!
    Das aufhören ist zwar nicht einfach, den ersten Versuch habe ich vor zwei Monaten nicht geschafft!
    Jetzt geht es bald auf große Fahrt, 14 Stunden Flug und wenn ich gelandet bin, will ich nicht wieder zur Schachtel greifen!!! Nein, dann will ich nicht mehr zu den “Draußen Stehern” gehören! Ich will keine Rücksicht mehr auf “Nicht Raucher” nehmen müssen! Ich will nicht, ich will nicht mehr mich an diesen kleinen Stängel festhalten!
    Ich will aber: Mir meine Offenheit bewahren und Fremde ansprechen, mit ihnen ins Gespräch kommen, mich austauschen und und …
    Fragt doch im Januar ob ich noch draußen stehe…
    Es grüßt ein Fisch…voller Hoffnung… :freu:

  4. ulrike42004 sagt:

    Alle Achtung vor denen, die nicht rauchen :clap: , aber auch alle Achtung vor denen, die rauchen :2thumbs:
    Ich habe in meinem Leben die Erfahrung gemacht, dass die nettesten Leute die Raucher sind. :freu:
    Ich habe kein Problem damit, die Entscheidung der anderen zu akzeptieren. Jeder ist selbst für seine Gesundheit verantwortlich und jeder muss wissen, was er tut und was nicht und in welchem Maße! Ich kenne keinen, der an unsachgemäßem Zigarettenkonsum verstorben ist, im Gegenteil, verstorben an Lungenkrebs sind komischerweise die Nichtraucher :gott:
    Solange ich es mit Genußmitteln nicht übertreibe und das gilt für alle Genußmittel, wird der Körper auch nicht krank. Ein gesundes Mittelmaß war immer ein guter und gesunder Weg. Vor- und Nachteile hat alles im Leben und dieses zu diskutieren würde ewig lange dauern (spare ich mir hier).
    Rauchen ist Luxus geworden dank der hohen Rendite des Staates, aber für irgendwas gibt ja wohl jeder sein hart verdientes Geld aus. Manche trinken lieber ihr Bierchen oder andere alkoholische Getränke, gehen oft essen, ins Kino oder anderen Belustigungen nach. Jeder nach seinen Vorstellungen und Geldbeutel.
    Aber bitte, traut doch den Menschen ein bißchen mehr Eigenverantwortung zu und lasst die Raucher in Ruhe, wir tun den Nichtrauchern doch auch nichts.
    Außerdem geräuchert hält man sich länger :zwinker:
    In diesem Sinne werd ich mir jetzt mal eine anstecken :lachtot:

Hinterlasse eine Antwort


Tigerauge Alfred Kues Jasminstr.6 49811 Lingen / Brögbern im Emsland