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Auszubildende und der erste Arbeitstag



Der erste Arbeitstag der Auszubildenden 3. August 2009

Diese Zeit ist für viele junge Leute Jahr für Jahr der Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt. Ausnahmsweise ist an dieser Stelle nicht der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule gemeint. Es geht dieses Mal um die Schüler, die ihre Schulzeit beendet haben und damit vor einem Wendepunkt in ihrem jungen Leben stehen.

Kurz vor Ende der Sommerferien erwarten viele Schüler nicht den ersten Schultag, sondern ihren ersten Arbeitstag. Dieser Tag ist mit vielen Fragen und Erwartungen verknüpft, vielleicht auch mit Ängsten. Denn was für die Erwachsenen längst normaler Alltag ist, stellt Jugendliche vor eine Herausforderung.

Von heute auf morgen ändert sich der gesamte Tagesablauf. Brauchten sie sich bis vor sechs Wochen in der Regel nur mit gleichaltrigen und einer Hand voll Lehrern auseinandersetzen, so wird sich das Verhältnis umkehren. In Firmen und Betrieben wird ein anderes Verhalten von Jugendlichen erwartet, als in der Schule. Wer es gewohnt ist, seinen Lehrern gegenüber, respektvoll und höflich aufzutreten, tut sich bei dieser Umstellung leichter. Es warten viele neue Informationen und Regeln auf die Jugendlichen und manchem wird der erste Tag vielleicht vorkommen, wie ein unüberwindbarer Berg von Hürden, die es zu überwinden gibt.

Die meisten Firmen wissen das und gehen von einer gewissen Eingewöhnungszeit aus. So wird kaum ein Auszubildender schon am ersten Tag mit Arbeiten überschüttet. Zunächst muss er oder sie die neuen Kollegen kennen lernen, die Räumlichkeiten, die Frühstücks- und Mittagszeiten. Auszubildenden wird deshalb am Anfang eine spezielle Ansprechperson an die Seite gestellt, die alle Fragen beantwortet. Und man tut gut daran, dieses Angebot ausgiebig zu nutzen. Denn je schneller man mit den Gepflogenheiten in der Firma vertraut ist, desto schneller kehrt auch Sicherheit und Vertrauen ein. Denn diese Grundpfeiler müssen zuerst geschaffen werden, damit die Jugendlichen sich ganz aufs Lernen einlassen können und sich in die Belegschaft einfinden.

Auch die Umstellung auf eine mehrstündige Arbeitszeit braucht ein wenig Gewöhnung. Anders als in der Schule, wo es alle eineinhalb Stunden eine Pause gibt, ist in den Arbeitsalltag lediglich eine Frühstückspause und eine kurze Mittagspause eingeplant. Dabei spielt es keine Rolle, ob man einen Ausbildungsplatz in einer großen Firma mit eigener Ausbildungsabteilung antritt oder in einer kleinen übersichtlichen Firma, in der alle Hand in Hand arbeiten und jeder jeden kennt.

Am Ende des ersten Arbeitstages haben die jungen Leute eine Fülle neuer Eindrücke zu bewältigen und das wird sicherlich auch noch in den nächsten Tagen so sein. Doch schon bald wird der neue Rhythmus genauso normal sein, wie der frühere Schulalltag.

Wer Glück hat, der hat ohnehin genau den Ausbildungsplatz bekommen, den er immer angestrebt hat. Da wird die Umstellung sicher einfacher sein, als bei denen, die nicht ihren Traumjob bekommen haben und vorerst mit einer Alternative zurechtkommen müssen. Die meisten Jugendlichen werden in der Zeit ihrer Bewerbungen gemerkt haben, wie schwierig es war, überhaupt einen Ausbildungsplatz bekommen zu haben. Und manch einer ist allen Statistiken zum Trotze, leer ausgegangen, denn immer weniger mittelständische Betriebe, können überhaupt in einen Ausbildungsplatz investieren. Das dürfte die weitaus bittere Variante im Leben eines Schulabgängers sein. Für einige dieser Schulabgänger wird es wieder heißen, eine Ehrenrunde auf der Schulbank drücken und hoffen, dass es im nächsten Jahr mit einer Lehrstelle klappt. Das gilt im Übrigen nicht nur für Schüler mit weniger guten Abschlusszeugnissen. Immer mehr junge Leute mit guten Abschlüssen aus Realschulen und Gymnasien sind betroffen, denen Eltern und Schüler, jahrelang vermittelt haben, dass wenn sie nur genug Leistung in der Schule bringen, ihnen ein Ausbildungsplatz so gut wie sicher ist. Hat die Wirtschaft keine Kapazitäten, um Auszubildende aufzunehmen, nützen die besten Zeugnisse nichts. Diese Erfahrung, dürfte für junge Menschen, wohl der deprimierendste Einschnitt und die demotivierendste Erfahrung sein, die sie in diesen Wochen zu verarbeiten haben.

Tigerauge

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4 Antworten zu “Auszubildende und der erste Arbeitstag”

  1. Stan sagt:

    Ja, aber nicht nur der Tagesablauf ändert sich von Grund auf bei der Aufnahme einer Lehre, sondern viele ehemalige SChüler müssen auch lernen, verantwortungsbewusst mit Mitarbeitern und Vorgesetzten umzugehen. Im Schulalltag sieht es doch heute so aus, dass die Schüler sich von den Lehrern nicht viel sagen lassen haben, schwänzten oder einfach versuchten ihre Zeit rumzukriegen.
    Das geht im Berufsleben nicht mehr, da sich dieses Verhalten sehr schnell rächen würde. Viele abgehende Schüler können aber genau mit diesem Umstand nicht umgehen und verlieren so nach sehr kurzer Zeit ihre Ausbildungsstelle.
    Es sollten also in der Schule bereits Grundlagen gelegt werden, um dieses Verhalten nicht zu dulden, damit die Schüler eine echte Chance auf Ausbildung bekommen.

  2. Karen sagt:

    Auf der anderen Seite muß man natürlich auch die Schüler verstehen.
    Auf Grund der schlechten Arbeitsmarktsituation haben viele Schüler doch keine Perspektive auf einen gut bezahlten Job. Ist es da verwunderlich, dass viele Schüler keine Lust auf Schule haben und sich auch keine Gedanken darüber machen, welchen Job sie später einmal ausüben möchten.
    Oft herscht doch die Meinung vor, dass ein Realschulabschluß nichts mehr wert ist und man mit diesem kaum eine Chance auf einen Job hat. Es kann aber auch nicht jeder Abitur machen.

  3. Paul sagt:

    Ja, der erste Arbeitstag hat wirklich großen Einfluß auf den Alltag eines jeden Schulabgängers. Jeder wird mit neuen Herausforderungen konfrontiert und viele haben sicherlich auch Angst vor dem Berufsalltag. Das hängt nicht nur mit den neuen Aufgaben im Berufsleben zusammen, sondern auch damit, dass das gewohnte Schulumfeld nicht mehr da ist. Alle Schüler gehen anderen Berufsbildern nach oder nehmen vieleicht auch ein Studium auf. Man lernt neue Menschen kennen. Sei es Vorgesetzte, Lehrmeister oder auch andere Mitarbeiter. An diesen kann aber jeder wachsen und jeder lernt langsam auf eigenen Beinen zu stehen.

  4. Lena sagt:

    Mein erster Arbeitstag war eigentlich recht super und entspannt. Man hat mir alles gezeigt, hat mir die ganzen Kollegen vorgestellt und dann war erstmal Kaffeepause angesagt. Danach habe ich eine Einführung bekommen in die wichtigsten Abläufe und Vorgänge in meinem Aufgabenbereich. Ich weiß noch, dass ich ziemlich nervös war, alles war so fremd und neu für mich. Ich denke das ist normal und es legt sich mit der Zeit.

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