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Bio-Eier



Ei, Ei, Ei – biologisch und schadstofffrei?

Während ich meinen morgendlichen Kaffee trinke, betrachte ich mit gemischten Gefühlen mein Frühstücksei. Nicht, dass es anders aussähe als sonst oder irgendwie auffällig wäre. Im Gegenteil, es sieht im Grunde sehr lecker und appetitlich aus. Ein Ei aus biologischer Freilandhaltung. Zwar etwas teurer als die Eier aus der Käfighaltung, dafür aber von Hühnern, die wenigstens ein gutes Leben haben (hoffe ich zumindest). Außerdem zahle ich gern ein paar Cent mehr, wenn ich dafür keine vergifteten Nahrungsmittel konsumieren muss.

Die deutschen Gesetze zur Lebensmittelreinheit gehören ja zu den besten der Welt und auch die Bedingungen der Tierhaltung sind in Deutschland weitaus besser, als in vielen anderen Ländern. Auch wenn immer wieder Lebensmittelskandale an die Öffentlichkeit kommen, so geht es doch langsam und stetig voran mit dem Verbraucher- und dem Tierschutz. So darf in Deutschland kein Tierfutter hergestellt werden, das mit Schadstoffen belastet ist. Deshalb achte ich darauf, dass ich wirklich deutsche Eier von deutschen Biohöfen kaufe.

Offensichtlich gibt es aber kein Gesetz, das verbietet, belastetes Tierfutter günstig aus dem Ausland zu kaufen und zu verfüttern. Dioxin in Bioeiern!

Nun ist Dioxin schon seit geraumer Zeit kein Fremdwort mehr. Seit 2008 wird es immer wieder in einem Atemzug mit dem Emsland und den Weidenflächen rechts und links der Ems von der Mündung bis nach Papenburg, genannt. Damals waren es Dioxinfunde im Futtergras der Schafe und Kühe, die an der Ems so idyllisch weiden. Verursacher wurden gesucht aber nicht wirklich gefunden. Kein Wunder, denn nach über einem Jahr wurde uns Verbrauchern mitgeteilt: Keine Panik! Alles nicht so dramatisch. Die Grasproben aus dem Raum Leer und Papenburg waren angeblich einwandfrei, bis sie im Labor ankamen. Erst dort wurden sie mit Dioxin kontaminiert (Quelle: Neue OZ). Spannend ist auch die Erklärung, wie es möglich sein kann, dass Gras im Labor mit Dioxin verunreinigt wird. Angeblich hat man das Gras zusammen mit alten Lack- und Farbresten gelagert … wie geht es denn zu in so einem Labor? Sieht es dort schlimmer aus, als in der dunkelsten Ecke meines Kellers?


Auf anderen Flächen, die an die Ems grenzen, wurden aber dennoch 2009 in Schafs- und Rinderleber Dioxin und PCB gefunden. Trotz intensiven Nachdenkens vonseiten der Behörden ist des Rätsels Lösung noch immer nicht gefunden. Deshalb behilft man sich damit, dass man Vermutungen anstellt, die in die Richtung gehen, dass Belastungen der betroffenen Areale vermutlich schon seit 50-70 Jahren bestehen. Also zu einer Zeit entstanden sind, wo sich noch keiner ernsthaft Gedanken machte, dass Schadstoffe zu einer Gefahr werden könnten (ähnlich, wie man heute mit der Entsorgung von Atommüll umgeht). Vermutlich wird man nach so langer Zeit auch nicht mehr feststellen können, wer für die Schweinerei verantwortlich ist. Ergo: Der Steuerzahler wird für die Kosten aufkommen müssen.

Also Lamm – O.K. Muss man ja nicht unbedingt essen, ist auch nicht jedermanns Sache. Auf Rindfleisch zu verzichten ist da schon für mehr Menschen ein Problem. Aber mein Frühstücksei! Soll ich jetzt darauf verzichten müssen? Wieder weiß niemand genau, wie das Dioxin ins Futter gekommen ist? Könnte es nicht sein, dass die Hühner das leckere Grünfutter von den Emsauen bekommen haben? Ach richtig, kann ja eigentlich nicht sein, das war ja ein Laborfehler.

Wie gut, dass es das KAT gibt. Denn sämtliche betroffenen Eierproduzenten sind Mitglied dieses Vereins für kontrollierte, alternative Tierhaltungsformen. Nur weil diese Kontrollinstanz regelmäßig Proben hinsichtlich Futter und Produkte zieht, wurde die Dioxinbelastung aufgedeckt und mithilfe eines funktionierenden Rückverfolgbarkeitssystems aufgeklärt. Das belastete Futter enthielt Mais, das aus der Ukraine aufgekauft und in den Niederlanden verarbeitet wurde. Jetzt frage ich mich, was nützen uns die besten Gesetze, wenn Hersteller ungeprüfte Futtermittel aus Ländern, die sich nicht an EU-Regeln halten müssen, einfach weiterverarbeiten und wir trotz guter Gesetze vergiftete Nahrungsmittel auf dem Tisch haben?

Tigerauge

Entsprechende Artikel auf “Olle Piepen” zum Thema:

Naturheilkunde im Emsland

Gift im Spielzeug

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Ausraster durch Medikamente



1 Kommentar

  1. Ich kaufe auch lieber frische Bauern Eier für 1,50 Euro die Packung, da weiß ich wenigstens wo die Eier herkommen.

    Zudem schmecken die Eier viel “süßer” :)

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