Mittwoch früh, am 13.10.2010, um kurz nach 5:00 Uhr unserer Zeit war es endlich soweit: Florencio Ávalos Silva, der erste der 33 seit 5. August in der Mine San José in der chilenischen Atacama-Wüste verschütteten Bergarbeiter, entstieg der Rettungskapsel. Vorausgegangen war eine in der Geschichte des Bergbaus einmalige logistische und technische Meisterleistung: Die Bohrung eines über 600 Meter tiefen Rettungsschachts, die Konstruktion einer passgenauen Rettungskapsel sowie die Ernährung und medizinisch-psychologische Betreuung der unter der Erde Eingeschlossen waren zu bewerkstelligen. Dass alle Geretteten in den Umständen entsprechend gutem Befinden der Kapsel entstiegen, ist der schönste Lohn für alle an der Aktion beteiligten Helfer.
Insgesamt 800 Angehörige hatten schon seit Tagen an Ort und Stelle ausgeharrt, hin- und hergerissen zwischen Hoffen und Bangen. Entsprechend herzzerreißende Szenen spielten sich ab, jedes Mal, wenn die Kapsel an die Oberfläche kam.
Sich auszumalen, was es heißt, 69 Tage lang in der Tiefe gefangen zu sitzen, ist nicht einfach. Schließt man die Augen und stellt es sich intensiv vor, sind unwillkürliche Schweißausbrüche die Folge. Vor allem die ersten 17 Tage nach dem Unglück stellten eine schwere Prüfung für die physischen und psychischen Kräfte der Männer dar: ohne Kontakt zur Außenwelt waren sie in völliger Dunkelheit eingeschlossen, ohne zu wissen, ob man sie jemals finden und es möglich sein würde, sie zu befreien. Erschwert wurde die Situation zusätzlich dadurch, dass nur für zwei Tage Lebensmittelvorräte zur Verfügung standen.

Mario Sépulveda Espinace – Als Bergmann geboren
Umso unfassbarer ist die Aussage von Mario Sepúlveda Espinace, des Sprechers der Kumpel, der eine Stunde nach Ávalos Silva als Zweiter der Kapsel entstieg: Er sei als Bergmann geboren, und als Bergmann werde er sterben, ließ er verlauten. Ja, er wolle in seinem Beruf weiter arbeiten.
Ob er dazu in absehbarer Zeit kommen wird, das ist fraglich: Schon jetzt reißen sich die Medien um den sympathischen Vierzigjährigen, der mit seiner positiven Einstellung und seinen Führungsqualitäten maßgeblich dazu beigetragen hatte, dass dieses grauenvolle Grubenunglück doch noch ein gutes Ende gefunden hat. Schon jetzt ist man sich einig: Alle Einnahmen aus der nun zu erwartenden medialen Verwertung des Ereignisses werden zu gleichen Teilen allen der 33 Kumpel zugute kommen. Gemeinsam dem Tod ins Auge gesehen zu haben, das verbindet eben.
22 Stunden nach Beginn der Rettungsaktion entstieg Schichtführer Luis Urzúa Iribarren (54) als letzter der Kumpel die Kapsel. Der Vermessungstechniker hatte entscheidend zur Rettung beigetragen, da er die für die Bohrung notwendigen Pläne des betreffenden Minenabschnitts angefertigt hatte.
Chiles Staatschef Sebastián Piñera, der die Rettungsaktion von Anfang an zur Chefsache erklärt und alle Hebel dafür in Bewegung gesetzt hatte, wohnte der Bergung die ganze Zeit über bei und sicherte den Betroffenen jede benötigte Unterstützung auch nach der Zeit ihrer Rettung zu
Tigerauge
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Vielen Dank für den tollen Artikel. Ich bin wirklich sehr froh und glücklich darüber, dass es den Leuten vor Ort gelungen ist, die verschütteten Bergleute zu retten. In der Tat sollte auch mal darauf aufmerksam gemacht werden, wie aufwändig diese Rettungsaktion gewesen ist und welche Opfer die Helfer dafür bringen musste. Da steckt viel Zeit und Arbeit dahinter und ich finde dass dies auch gewürdigt werden muss.
Ich finde es auch gut, dass die Einnahmen, die nun durch die ganzen Veranstaltungen und Medienauftritte zusammen kommen, den 33 Bergleuten zu Gute kommen und gerecht geteilt werden. Man kann hierbei wirklich von einem Wunder sprechen, vorallem wenn man die Zustände in manchen Minen in Chile kennt bzw. dies über die Medien schon mal ein bisschen verfolgt hat. Jedes Jahr sterben dort viele Menschen, aufgrund der schlechten Bedingungen und der Gefahren.