Ihre Kinder sind noch nicht im Schulalter, werden aber bald eingeschult? – Dann machen Sie sich auf eine gnadenlose Materialschlacht gefasst. Sie denken, eine fünf Kilo wiegende Schultüte wäre schwer? Dann warten Sie erst mal den täglichen Schulranzeninhalt ab. Sie werden sich wundern! Zwei Hefte, zwei Bücher und ein Federmäppchen genügen schon lange nicht mehr.
Orthopäden meinen: 10-15 % des eigenen Körpergewichts, mehr sollte ein Kind nicht auf dem Rücken schleppen, besonders wenn es weite Fußwege mit dem Schulranzen erledigen muss.
In manchen Bundesländern ist die Liste, die den fassungslosen Eltern am ersten Schultag in die Hand gedrückt wird, zwei Seiten lang. So war das auch bei Paul, als er vor zwei Jahren seine ABC-Schützenzeit begann. Zwei Hefte für das Schreiben. Zwei für das Rechnen. Eins für den Sachunterricht und eins für Religion. Eins ohne Linien zum Hineinmalen, ein Schreibblock. Ein paar Mappen zum Abheften der Arbeitsblätter und ein Ordner für einfach alles, damit man eine Erinnerung an das erste Schuljahr hat. »Nein, welches Fach wann genau drankommt, das wissen wir nicht. Geben Sie einfach alle Sachen mit.«
Eine genau definierte, lange Liste an Stiften: Filzstifte, Folienstifte, Bleistifte, Wachsmalkreiden, außerdem ein Malkasten mit Schwämmchen.
»Muss es unbedingt der Markenmalkasten von der Firma XY sein? Der andere ist zehn Euro billiger!« – »Ja. Nur der Markenmalkasten entfaltet das kreative Potential Ihres Sprösslings optimal. Denken sie auch daran, die ordentlichen Pinsel zu kaufen, keine zu billigen, denn sonst verlieren sie Haare.«

Puh, Gnade!, denkt Pauls Mama, als sie sich mit einem überquellenden Einkaufskorb durch den Schreibwarenladen kämpft, mit anderen überquellenden Einkaufskörben ebenso verzweifelt dreinblickender Mamas kollidierend. Was fehlt noch? – Der Klebstoff! Selbstverständlich ein Flüssigkleber (mit Lösungsmittel, »denn der andere schlägt unzumutbare Wellen auf dem Papier« uns selbstverständlich auch von der Firma XY), außerdem eine Rolle Klebeband und ein Klebestift.
»Sorgen Sie bitte dafür, dass die Materialien im Laufe des Schuljahres nicht ausgehen«, hat die Lehrerin gesagt. »Das kann ja was werden!«, grummelt Pauls Mama, die inzwischen kurz davor steht, mit einer anderen Mutter in einen Ringkampf um den letzten roten Schnellhefter einzutreten. Soll etwa ihr Kind das einzige sein, das seine Arbeitsblätter in eine rosa Mappe einheften muss? Am Ende denken die noch, Paul sei ein wenig seltsam!
Später reiht sie sich in der Warteschlange ein, panisch den Preis des Großeinkaufs überschlagend. Wenn ich nicht bald drankomme, schaffe ich es kaum noch, die ganzen Formulare auszufüllen, die Paul morgen mitbringen muss!, geht es ihr durch den Kopf. Den Vordruck über Vorerkrankungen und behandelnde Ärzte. Die Information über die Mittagsbetreuung, »maximal zwei Stunden, ohne Hausaufgabenbetreuung und Mittagessen, Ende ist um 13.00 Uhr«. Weiß der Geier, wie Pauls Mutter das ihrem Arbeitgeber erklären soll. Ach so, und die beiden Paar Turnschuhe müssen noch eingekauft werden. Für die Turnhalle und für draußen. »Markenturnschuhe, nicht irgendwelche Freizeitschuhe!«, selbstverständlich, bitteschön, sofort.
Gegen 22.00 Uhr hat Mama es geschafft. Der Ranzen ist bereit. Sieben stolze Kilo bringt er auf die Waage. Ihr kleiner Paul wird gebückt gehen müssen wie der siebte Zwerg!, denkt sie bekümmert. Da liegt ja noch ein Formular: »Schulweginformation«, steht da. Und: »Gewöhnen Sie Ihr Kind von Anfang an daran, den Schulweg zu Fuß zurückzulegen, um Bewegungsmangel vorzubeugen …«
Tigerauge
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Die Schulranzen werden echt immer schwerer. Ich habe eine Tochter, die in die 3. Klasse geht. Was die Kinder bereits jetzt in ihren Schulranzen herumschleppen müssen, ist enorm. Ich bin der Meinung, dass die Kids in der Schule ein Fach bekommen sollten, wo sie Bücher lagern können, die sie nicht für die Hausaufgaben brauchen. Das würde es schon mal ein wenig “leichter” machen.