Kauflust oder doch eher Kauffrust?
Das deutsche Konsumklima ist angeblich im Aufwärtstrend.
Die Kaufzurückhaltung die vor 1,5 Jahren durch die Finanzkrise ausgelöst wurde, scheint einer neuen Kauflust und Zuversicht gewichen zu sein.
Ist das wirklich so? Geben wir unser Geld wieder freudig und sorglos aus? Im Vertrauen darauf, dass die Politik alles in Ordnung gebracht hat und wir uns über weder über unser Einkommen noch um die Ersparnisse sorgen müssen?
Was ist mit den neuen dunklen Wolken, die unaufhaltsam heranziehen? Griechenland steht mit 145 Milliardenschulden vor dem Staatsbankrott und Deutschland wird mit einem Löwenanteil bürgen. Natürlich gehen die Griechen auf die Barrikaden, hat doch der einfache Arbeiter die hohen Schulden nicht verursacht und sieht jetzt nicht ein, dass er sparen soll, damit die griechische Regierung die seit Jahren bestehenden und wachsenden Schulden irgendwie bezahlen kann. Die EU soll gefälligst zahlen …
Keine Frage, einem Freund hilft man aus der Patsche, wenn er in Schwierigkeiten steckt. Aber wer ist denn in diesem Fall der Freund, dem Deutschland aus der Patsche hilft? Ist es die Bevölkerung, die mit dem Geld unterstützt wird? Nein, die muss ja auch Abstriche machen. Ist es die Wirtschaft, die in Griechenland mit dem Geld angekurbelt wird? Nein, die muss sehen, wie sie sich selbst hilft.
Wer sind die „Freunde“ die unsere Hilfe brauchen?
Den „Freunden“ denen die Milliardenkredite zugute kommen sind alte Bekannte: Banken und Kreditgeber, die ohne ausreichende Sicherheiten wieder einmal Geld verliehen haben, das jetzt nicht zurückgezahlt werden kann. Griechenland schuldet allein deutschen Banken über 30 Milliarden Euro. Von diesen Krediten werden sie wohl kaum etwas zurückbekommen, wenn die EU-Länder nicht großzügig austeilen und der griechischen Regierung damit die Möglichkeit geben, einen Teil ihrer Staatsschulden bei den Banken zu bezahlen. Denn das ist die Bedingung, um anschließend wieder neue, dringend benötigte Kredite beanspruchen zu können.
Ein Fass ohne Boden tut sich wieder einmal auf. Jeder deutsche Bürger wird mit 100 Euro zur Kasse gebeten, um auf einem Umweg Banken zu finanzieren. Nichts hat sich geändert. Warum sollten die Banken auch etwas ändern? Sind sie doch die Gewinner ihres Missmanagements und können sich immer auf das Staatssäckel verlassen.
Wer da noch behauptet die Bankenkrise sei vorüber und es gehe wieder aufwärts, der macht sich was vor.
Jeder kann sich die Spirale ausmalen, die im Gange ist. Nach Griechenland werden andere Länder folgen, die ihre Kredite bei den Banken nicht allein ablösen können. Und wieder dürfen die zahlen, die für ihren eigenen Haushalt angeblich keinen müden Cent mehr haben. Den letzten beißen die Hunde, wird es am Ende für Deutschland heißen. Denn in dem Augenblick, wo auch wir unsere Kredite nicht mehr zahlen können, wird rundum kein europäischer Staat mehr sein, der selbstverständlich uns aus der Patsche hilft. Woher bekommen wir dann Hilfe? Aus China oder Indien vielleicht? Und werden diese Länder dann bestimmen, welche Auflagen wir zu erfüllen haben? Ich mag nicht drüber nachdenken, ehrlich gesagt.

Die Angst im Nacken
Könnte es sein, dass die Deutschen das alles längst begriffen haben, und die freudig beklatschte Kauflust nichts anderes ist, als der Versuch, sein Geld in Sachwerten anzulegen, die im Falle einer Inflation unbezahlbar werden? Dass sie ganz genau wissen, dass ihr mühsam erspartes Polster für schlechte Zeiten über Nacht grad noch für den nächsten Einkauf im Supermarkt reichen könntet? Die Senioren unter uns können sich noch daran erinnern, wie sie ihr Geld in Schubkarren zum Bäcker fuhren, nur um ein Brot kaufen zu können.
Nach über 60 Jahren Wohlstand und leben im Speck ist das zwar für die jüngeren kaum noch vorstellbar, was aber nicht bedeutet, dass genau dies geschehen könnte. Wie denken die Leser von Olle Piepen über das Thema?
Tigerauge
Entsprechende Artikel auf “Olle Piepen” zum Thema:
Lingen, wer bekommt noch Lohn?
Europa ruft
Vorurteilsvirus
Verbraucher
Pkw-Maut

Da ist in der Tat einiges schief gelaufen. Man muss aber nochmals deutlich erwähnen, dass die griechische Bevölkerung nichts dafür kann. Die griechische Regierung ist, so wie ich das aus diversen Reportagen entnommen habe, korrupt. Warum die anderen EU Mitgliedstaaten einem “korrupten” Staat aus der Patsche helfen müssen, bleibt mir ein Rätsel.
Wo kommt eigentlich das ganze Geld her, das jetzt an die verschiedenen Staaten wie Griechenland und Spanien verteilt wird? Sind das Gelder, die wir Bürger in Form von Steuern bezahlt haben oder bezahlen werden? Was meiner Meinung nach fehlt, ist eine zentrale europäische Politik mit klaren Richtlinien. So dass man auch Optionen hat, zu handeln, wenn ein Staat schlecht wirtschaftet und die Regierung Schuld daran ist. Im Moment ist jeder Staat für sich, komplett unterschiedliche Steuersysteme usw.! Ich finde, da muss man ansetzen!