„Fürchtet euch nicht, denn ich bin bei euch alle Tage“
Google goes CIA
Ich finde das Internet einfach klasse. Es bietet auf vielen Ebenen des Lebens eine große Bereicherung und erleichtert durch seine Möglichkeiten das reale Leben ungemein. „Google ist mein Freund“, sage ich öfter am Tag zu Bekannten, die das Internet bis heute nicht entdeckt haben und sich verzweifelt fragen, was man damit eigentlich macht.
Nun, einen Freund zu haben, bedeutet, dass man jemanden an seiner Seite hat, dem man so dies und das anvertraut und der einem hilft, das eine oder andere Problem zu lösen. Tatsächlich öffnet Google Türen in neue Welten, schafft soziale Kontakte, bringt Arbeitsplätze, praktische Einkaufsmöglichkeiten für die, die ans Haus gebunden sind, sorgt für musikalische Unterhaltung sowohl für Rockfreaks wie für Freunde der klassischen Musik, lässt uns Filmchen gucken und sogar Bücher lesen oder uns mit Gleichgesinnten über unsere Hobbys und Interessen austauschen.
Um all diese Dinge nutzen zu können, braucht man sich nur mit wenigen Klicks und Eingaben anmelden und schon öffnet Google seine Türen zur Welt. Und Google bietet immer mehr, alles kostenlos. Das heißt, eine kleine Gegenleistung möchte Google schon dafür: unsere Daten. Google ist einer der fleißigsten Datensammler der Welt und wer immer sich im Netz tummelt, Google sammelt Informationen über ihn und speichert sie in gigantischen Archiven. Datenschützer warnen seit Jahren, dass eine Organisation, die dermaßen viel über einzelne Menschen rund um den Globus weiß, in einer Machtposition ist, die alles bisher Gewesene in den Schatten stellt. Schon heute werden diese Daten von diversen Firmen genutzt, um gezielt Werbekampagnen an potenzielle Kunden, von denen man die Interessengebiete bereits kennt, zu schicken. Ein Paradepferd das Google seinen Nutzern anbietet ist z.B. das „Webprotokoll“. Dieses Protokoll zeichnet jede Bewegung auf, die man im Netz unternimmt, jede Seite, die besucht wird und jede Aktion, die auf dieser Seite vom Nutzer getätigt wird. Fairerweise muss man dazu sagen, dass jeder, der das nicht möchte, die Funktion ausschalten kann. Ich habe allerdings Zweifel, dass dies wirklich funktioniert.

Das alte Zitat: „Wissen ist Macht“, war noch nie so plastisch und richtig wie in den Zeiten des Internets.
„Don’t be evil“ beruhigt Google seit Jahren immer wieder seine Nutzer, und dass es niemals die Daten missbrauchen oder zum Schaden seiner Nutzer anwenden wird. Selbst wenn diese ehrenwerte Einstellung stimmt, kann man sich an fünf Fingern abzählen, dass diese Datenmengen nicht nur für Firmen und ihr Marketing interessant sind, sondern auch für sämtliche Regierungen, allen voran die US Regierung. Die hat jetzt etliche Bauherren zur Kasse gebeten, auf deren Grundstücken mit Hilfe von Google Earth ungenehmigte Häuschen, Hütten und Hallen ausgemacht werden konnten. Doch es geht noch weiter. Die jüngsten Nachrichten erzählen vom Zusammenschluss des US Gemeindienstes CIA mit Google. Eine gemeinsame Firma namens „Recorded Future“ hat Google mit dem CIA in Arbeit. Dieses Projekt soll sämtliche Daten zusammenführen, um mit ihnen nicht nur tagesaktuell Menschen und Organisationen zu überwachen, sondern gar noch Berechnungen auf die Zukunft anstellt.
Orakel für jedermann?
Das sogenannte „Weborakel“ soll vorläufig auch öffentlich nutzbar sein. Das heißt, jeder kann über jeden und jedes die zusammengeführten Daten abrufen und für seine eigenen seriösen oder auch unseriösen Vorhaben nutzen. Begründet wird auch dieses Überwachungssystem wieder mit der Angst vor terroristischen Organisationen. Das Angst schürende Terrorismusargument muss ja für Vieles herhalten neuerdings, so auch für die totale Kontrolle über Konten von Lieschen Müller, die nur mal einen Geburtstagstaler zur ausgewanderten Nichte über den Teich schicken möchte. Ist diese Datenkontrolle öffentlich, werden sich terroristische und mafiöse Strukturen vermutlich jetzt schon die Hände reiben, weil ihnen viel Arbeit abgenommen wird.
Der Mensch neigt seit jeher zum Missbrauch guter Erfindungen
Wie gesagt, eigentlich finde ich das Internet mit all seinen Möglichkeiten genial. Aber die sich anbahnenden Entwicklungen machen mir doch hin und wieder etwas Sorge. Ich stelle mir vor, dass ein Autor vielleicht gerade an einer Story schreibt, in der es von Halunken und Leichen nur so wimmelt. Wenn jetzt dieses Manuskript in die Mühlen der CIA gerät, die bekanntlich nicht lange fackelt, dann hat der Autor wohlmöglich schon sehr bald ein echtes Problem. Nimmt man am Ende noch die geheime Überwachung von Telefongesprächen und Emailverkehr hinzu, ist der letzte Ort, an dem man eventuell noch unbeobachtet zu sich selbst finden kann, das berühmte „Stille Örtchen“. Vorausgesetzt man hat nicht zufällig ein Paket Toilettenpapier mit einem RTSM Überwachungschip gekauft, mit dessen Hilfe auch dieser Gang problemlos aufgezeichnet werden kann. Dauer und Häufigkeit der Sitzung inbegriffen.
Mag jeder für sich den Faden weiterspinnen. Möglich jedenfalls ist längst viel mehr als wir uns träumen lassen. Und niemand kann dieser Entwicklung entgehen, indem er das Internet meidet.
Tigerauge
Entsprechende Artikel auf “Olle Piepen” zum Thema:
Mobbing im Internet
Internetauftritt
Internetsucht
Twitter
Virtuell real Leben

Das Webprotokoll ist sicherlich nur ein kleiner Teil der genialen Strategie von Google. Ich möchte nicht wissen, was im Hintergrund abläuft, von dem der normale User gar nix mitbekommt. Datenschutz? Dieses Wort ist ein Fremdwort für Google und noch dazu ist Google schwer zu kontrollieren oder zu überwachen (diese Aufgabe übernimmt Google ja liebend gerne selbst :biggrin: ) Ich glaube nicht, dass es einen Weg gibt, sich vor Google’s Spionagesystem zu schützen. Insbesondere nicht, wenn man Google Dienste nutzt.
:eek: Weiß zufällig jemand wie ich überprüfen kann ob das Webprotokoll auf meinem Rechner deaktiviert ist? Ich möchte wirklich nicht von Google überwacht werden. Schließlich geht es doch niemanden etwas an, auf welchen Seiten ich mich herumtreibe. Wieso verbietet das eigentlich niemand? Ich meine, ist es vom Datenschutzgesetz her erlaubt diese und weitere Daten einfach so aufzuzeichnen? Was wäre, wenn ich die Herausgabe dieser Daten von Google verlange? Die würden mir doch diese Infos nicht zuschicken, oder?
Google goes CIA – klingt wirklich gar nicht so abwegig. Ich kann mir gut vostellen, dass die bereits Geschäfte mit denen machen. Kein anderes Unternehmen hat so ein riesiges Netzwerk mit interessanten Daten und Informationen. Google überwacht nicht erst seit gestern das Surfverhalten der User. Es werden darüber hinaus auch viele Infos und Daten gesammelt, von denen wir gar nichts wissen.
Also das mit “Oracle” stimme ich auch zu. Ich habe einen Beitrag gefunden, worüber berichtet wird, dass Google schon vorher wusste, wer den Eurovision Songcontest gewinnt.
Die Berechnung ist erstaunlich :)
Die ganzen Publischer haben auch Angst vor Google. Kleine Advertiser werden dort gar nicht mehr ernst genommen. Kein Wunder warum alle vom CIA-Google abwandern und Bing langsam wächst.
Hoffentlich wird Bing zum Zweiten Marktführer :)