Schmerz lass nach – von THC und Unwissenheit
Ach ja, was wär der Journalismus wert, wenn es nicht die wertvollen Headlines gäbe. Sie sollen ja bekanntlich des Lesers Aufmerksamkeit erregen, ihm blitzschnell vermitteln, um was es im Artikel darunter geht, damit er nicht gleich zum nächsten Artikel hüpft. Die Überschrift, so sagt man, ist mit das Wichtigste am gesamten Artikel. Das gilt für Zeitungen und um so mehr für die Berichterstattung im Internet. Wer da gelesen werden möchte, muss auffallen. Das verleitet natürlich dazu, Überschriften möglichst reißerisch zu formulieren, damit möglichst viele Leser sich zum Artikel klicken, um an der neuesten Sensation teilnehmen zu können.
„Hasch auf Rezept“ lese ich da auf dem Portal von Welt online. Eingestellt nachts um vier von einem schlaflosen Reporter. Na, das guck ich mir mal an, denke ich, möglicherweise ist das eine neue Strategie der Politik, um die Bürger angesichts beunruhigender Zeiten ruhigzustellen. Weshalb sonst, sollte ein Rauschmittel plötzlich doch auf Rezept zu haben sein?
Dann aber doch die Entwarnung und die bittere Enttäuschung für alle Jointlutscher: Es geht gar nicht um Haschisch und es geht nicht darum, sich kostenlos Rauschmittel vom Arzt besorgen zu können.
Es geht um etwas völlig anderes. Und zwar darum, dass der Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC), der sich in Cannabispflanzen befindet, endlich als Arzneimittel in Deutschland zugelassen wird. Dass dieser Wirkstoff ein hervorragendes natürliches Schmerzmittel ist, das kaum Nebenwirkungen hat, ist in anderen Ländern längst bekannt. Vielen Millionen Schmerzpatienten wird der Alltag mit THC bereits erleichtert. Eine körperliche Abhängigkeit ist kaum zu erwarten, wenn überhaupt dann nicht in dem katastrophalen Maße, wie sie von künstlich zusammengebauten Schmerzmitteln bekannt ist, die jedermann heute ohne Rezept in Apotheken kaufen kann.

Das THC ist eines der bestverträglichen Schmerzmittel überhaupt. Leider wurde es bis heute nicht für Therapiezwecke freigegeben. Vermutlich nur aus Unkenntnis oder Ignoranz. Wer Haschisch hört, denkt sofort an Drogenmissbrauch. Der unkontrollierte Konsum von Marihuana aber hat nichts damit zu tun, wenn ein Arzt einem leidenden Menschen Schmerzmittel auf THC Basis verschreibt. Für andere wesentlich stärkere Gifte ist es ganz normaler Alltag, dass sie in einer hilfreichen und Dosis verschrieben und konsumiert werden. Es gibt im Grunde nicht einen einzigen triftigen Grund Patienten dieses zuverlässig wirkende Medikament aus der Natur vorzuenthalten.
Eigentlich sollte man erwarten, dass über dieses Thema seriös berichtet wird, und nicht, dass man den Vorurteilen auch noch Futter liefert mit reißerischen Headlines, die den eigentlichen Inhalt völlig ignorieren. Vorurteile gibt es längst genug. Es wäre Zeit, sich mehr mit Aufklärung zu beschäftigen. Aufklärung zugunsten leidender Menschen
Die Ankündigung, dass es „Hasch bald auf Rezept“ geben wird, entpuppt sich am Ende auch noch als völlig veraltete Meldung. Denn der Artikel in der Welt online beruft sich auf Informationen aus zweiter Hand (Apotheke Adhoc) aus dem Jahre 2007. In diesem Jahr nämlich wurde der ersten Patientin in Deutschland offiziell die Einnahme von THC gegen ihre Schmerzen genehmigt. Es ist also durchaus schon jetzt möglich, THC auf Rezept zu erhalten, wenn der Arzt bestätigt, dass es keine Alternative Behandlung gibt.
In Amerika kann man sich seine ärztlich verordnete Dosis sogar aus dem Automaten besorgen. Das allerdings ist wohl zweitrangig. Ob aus dem Automaten oder aus der Apotheke, in erster Linie zählt doch, dass schwerkranken Menschen geholfen werden kann, ihre Lebensqualität zu verbessern, ohne dass sie sich mit Schmerzmitteln über Wasser halten müssen, die diverse schädliche Nebenwirkungen haben.
Tigerauge
Entsprechende Artikel auf “Olle Piepen” zum Thema:
Schlafprobleme, nicht nur in Lingen
Missbrauch von Alkohol

Wer schon einmal in Holland gewesen ist, der weiß wie THC Cookies wirken. Zum Totlachen :lachtot:
Aber jetzt mal Spaß beiseite: Die THC Kuchen haben enthalten nur sehr wenig THC, da sie durch den Backvorgang zum Teil abgebaut werden. Ich verstehe immer noch nicht, warum Natur Produkte verboten werden und Krebs erregende Medizin gefördert wird.