permalink

0

Imker schlagen Alarm

Gartenhelfer mit Milben und Pestiziden verseucht

Auch wer mit Natur nichts am Hut hat und Insekten einfach nur für lästige Mitbewohner unserer Erde hält, wird sich möglicherweise demnächst auf die Suche nach den Bienen begeben. Die sind nämlich weltweit in Gefahr. Wer glaubt, dass Menschen nur durch Erdbeben, Sturmfluten und gierige Ölproduzenten bedroht sind, der irrt sich. Zeitgleich zum Klima wandelt sich auf allen Ebenen das gesamte Ökosystem schleichend und von der Mehrheit zunächst unbemerkt.

Gartenbesitzer und Landwirte haben es aber längst bemerkt: die Bienen kommen nicht mehr in gewohnter Anzahl in die Gärten, um Ackerpflanzen, Bäume und Sträucher zu besuchen.

Die Folge: weniger Früchte, geringere Ernte.

Heerscharen von Bienen und anderen Insekten sind weltweit seit ewigen Zeiten, diejenigen, die dafür sorgen, dass pflanzliche Nahrung für uns Menschen zur Verfügung steht. Jeder einzelne Apfel, den wir pflücken, essen oder verarbeiten, ist nur deshalb gewachsen, weil Bienen unermüdlich von Garten zu Garten, von Baum zu Baum und von Blüte zu Blüte fliegen und damit die Pollen auf die Stempel verteilen. (Sie erinnern sich? Grundschule 3. Klasse: Aufbau einer Blüte).

Dieses Bestäuben ist für die Entstehung der meisten Feldfrüchte unverzichtbar. Und jetzt die Horrornachricht, die viele Menschen angesichts fallender Aktien und anderer Skandale, überhaupt nicht wahrnehmen: Die Bienen sind weltweit bedroht, vielerorts schon verschwunden, dezimiert, an Krankheiten geschwächt und schlicht und ergreifend, nicht mehr in der Lage ihrer Bestimmung nachzugehen.

Keine Bienen, keine Bestäubung, keine Ernte.

Ergo keine Nahrung für Menschen und Tiere. Das gilt natürlich nicht nur für unseren täglichen Apfel, sondern für alle Obstsorten, Gemüsesorten und Blumen ohnehin. Und das angesichts zunehmender Gebiete auf der Erde, die immer mehr verwüsten und auf denen keine Landwirtschaft betrieben werden kann. Was den Menschen in Trockengebieten die Lebensgrundlage entzieht, nämlich, keine Nahrung wegen Wassermangel, droht in den sogenannten „zivilisierten“ Ländern zum Hohn zu werden: Keine Nahrung trotz wuchernder Pflanzen auf bewässerten Feldern. Ein Verhungern vor gefülltem Kühlschrank quasi. Auf Fleisch wird man auch nicht mehr zählen können, denn die Tiere die bei uns auf dem Teller landen, ernähren sich ebenfalls von Pflanzen und deren Früchten, die schon bald nicht mehr zur Verfügung stehen könnten.


Imker schlagen Alarm:

Bist zu 50 % der Bienenvölker überlebten den langen harten Winter allein in Deutschland nicht. Das Hauptproblem aber, dass viele Völker nicht überleben, ist eine Milbe, die durch die Globalisierung von Asien aus nach Europa eingeschleppt wurde: die Varroa-Milbe, gegen die es kein Medikament gibt und die im fernen Amerika wie auch bei uns für das Bienesterben sorgt. In Amerika ist das Problem längst so dramatisch, dass sich für Imker eine neue Einkommensquelle erschlossen hat: Wer gesunde Bienenvöler hat, reist mit ihnen von Ort zu Ort, von Anbaugebiet zu Anbaugebiet und „vermietet“ seine fleißigen Helfer an die Landwirtschaft. Doch auch unter diesen Imkern steigt der Frust. Auch ihre Bienenvölker sterben, sobald sie von der Milbe befallen sind. Einziges Mittel dagegen ist der Einsatz eines starken Insektenschutzmittels, das sich anschließend allerdings im Honig wiederfindet und so auf unserem Frühstücksbrötchen landet, wenn er nicht vorher aus dem Verkehr gezogen wird.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium zählt die Honigbiene zum drittwichtigsten Nutztier nach Rind und Schwein. Meiner Ansicht nach eine Fehleinschätzung, da sowohl Rind, wie auch Schwein, ohne Biene keine große Zukunft mehr haben, jedenfalls nicht in der Massentierhaltung (was ich persönlich nicht einmal bedauern würde, da diese Art der Tierhaltung die größte Verschwendung von pflanzlicher Nahrung darstellt.)

„Und was soll ich jetzt dagegen tun?“

Mal abgesehen davon, dass der einzelne Gartenbesitzer den Bienen medizinisch wohl nicht helfen kann, können wir aber für gesunde Lebensbedingungen sorgen, indem wir ihnen zumindest soviel ursprüngliche Planzen wie möglich im Garten anbieten. Das heißt, nicht alles, was als „Un-“kraut bezeichnet wird, herauzureißen, um stattdessen „kultivierte“ Einheitsbepflanzung in die Böden zu schießen. Außerdem keine chemischen Mittel im Garten benutzen. Die Natur folgt einem funktionierenden Plan und dieser Plan heißt Vielfalt! Brennnesseln, Löwenzahn, Girsch und Co. haben ihre Aufgaben und sind Nahrungsangebot und Apotheke für Menschen und Tiere. Lassen sie ihnen Raum in Ihrem Garten und hüten Sie sie wie Schätze, denn genau das sind sie. Damit Insekten sich wieder einfinden und in einem natürlichen Gleichgewicht nicht zuletzt auch für uns das Überleben sichern. Im Übrigen sind die meisten Wildpflanzen reine Mineral- und Vitaminbomben. Warum nutzen so wenig Menschen dieses kostenlose Nahrungsangebot?

Mein Tipp: Giersch wie Spinat zubereiten! Einfach lecker.

Author Alfred Kues



 

Entsprechende Artikel auf “Olle Piepen” zum Thema:

Treibhauseffekt

Klimawandel

Umweltschutz

Bakterien

Bio-Eier

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.