Jugendsprache? Oder clevere Verkaufsstrategie?
„Auf der letzten Gammelfleischparty hatte ich ausgiebig Gelegenheit zum Rudelgucken von Schnitzeln und Schnecken. Während ich mir gemütlich eine Maffiatorte reinzog, lümmelte am Nebentisch ein Filet mit Trethupe. Ständig starrte er auf meine Fresshöhle. Hätte die Tusse ihn nicht angeleint, wäre der Teppichporsche mir vermutlich bis auf die Schmetterbox gefolgt.
Einen Tisch weiter stopfte sich ein Kompostie mit letzter Kraft ein BMW in die Backentaschen wie eine Baumratte vorm Winter. Am Büffett schaufelte ein Krampfaderngeschwader mit fetzigen Rentnerschoppern sich die monströsen Einkostgewölbe zu und lamentierte dabei über Erfahrungen mit den neuesten Achselmopeds. Einige zitierten aus der Rentnerbravo einen Text und schworen auf die Möglichkeit von Spontanheilung bei Rüsselpest. Allesamt hatten sie in ihrem Pflasterporsche die Maurerbibel liegen.
Ich touchte in meine Zweitwohnung und holte meine Tabakrouladen hervor. So ein Glühlutscher nach dem Fraß geht tierisch ab. Plötzlich flog die Tür auf und ein Mietmaul platzte herein. Er schleppte einen riesigen Heuchlerbesen unter dem Arm und kaute an einem Kalbfleischknoppers, der an Alpenpizza erinnerte. Offensichtlich war der Typ alles andere als unterhopft, als er zielstrebig ein Zornröschen ansprach und sie in seinen Eierkocher einlud. Es dauerte nicht lange, bis die beiden sich nach gegenseitiger Begutachtung ihrer Abschleppösen und sechs weiteren Aluwecken aufs Aalcatchen einließen. Kurz darauf sah man die Assitoaster-Gebräunte Chica auf dem Tisch abrocken, lediglich mit Arschkordel bekleidet. Wenn das mal nicht ihrer Erzeugerfraktion zu Ohren kommt. Später erfuhr ich, dass sie dem Macker ihre Stornokarte gab, als sich Hardwareprobleme bei ihm zeigten. Ehrlich gesagt, dachte ich mir, ich back mir besser ein Eis, weil mich das ganze Pack schrecklich andisste, ich wollte nicht abschimmeln hier und entschloss mich, die Buschfunkfete zu verlassen um mein neues Datenzäpfchen einzuwerfen. Mein letztes fiel dem Fünf-Finger-Rabatt zum Opfer als ich es während meiner Teilnahme am Stockentenlauf in der Hosentasche trug. Ich wollte einem Bodenferrari ausweichen, dabei muss es den Abgang erlitten haben.
Ich schlich also vor die Hütte und fand dort krasses Nippelwetter, das sofort für einen Erpelanzug sorgte. Zu Hause wollte ich erst ein paar Stunden abkeimen und dann mit ein paar Homies daddeln bis zum Achselkaffee. Die wollten eh noch vorbeischnicken und gemeinsam würden wir das Wochenende wuppen, bevor wir mit Bildschirmbräune, am Montag wieder vom baumkuscheligen Synapsenschocker im Bildungsbunker gequält würden. Also dann: Check die Wurst!“

So ähnlich müsste der Bericht eines völlig verkorksten Wochenendes aussehen, wenn unsere Jugendsprache wirklich so wäre, wie sie der PONDS in seiner neuesten Ausgabe der Jugendsprache gesammelt hat. Ganz ehrlich, das eine oder andere Wort habe ich von den Kids auch schon mal gehört, aber mich lässt der Verdacht nicht los, dass diese Unwörtersammlung in großen Teilen konstruiert ist. Mich würde interessieren, ob jemand weiß, was dran ist, an dieser jährlich neu erscheinenden und aktualisierten Ausgabe. Gibt es diese krasse Jugendsprache wirklich oder ist sie nur ein genialer Gag um Jahr für Jahr das Buch an den Mann / die Frau zu bringen? Meine Testkandidaten in der Familie und bei Freunden jedenfalls kannten 80 Prozent der Wortgebilde nicht. Allgemein trugen sie während einer gemütlichen Teestunde zu einem lustigen Austausch über Sinn und Unsinn von sprachlichen Eigenheiten bei, aber die meisten Ausdrücke waren schon bald wieder vergessen. Mein Lieblingswort aus dieser Sammlung ist übrigens das „Datenzäpfchen“.
Tigerauge
Hier kann man das Buch kaufen:

Hallo! Ich war zunächst etwas verwirrt als ich den Anfang des Artikels gelesen hatte. Dann wurde mir aber schnell bewusst, dass es sich dabei wohl um eine, sagen wir mal … “andere Sprache” handeln würde. Die Sprache unserer Jugend … naja, ich bin auch eher der Meinung, dass hier fleißige Erfinder am Werk waren. :ugly:
Ich glaube, dass es wirklich so ist, dass die nur das Buch verkaufen wollen. Ich denke auch, dass sich so etwas besonders gut verkauft, als Geschenk für Freunde, junge Leute. Da kommt sowas immer gut an. Respekt, auf solche Wörter würde ich im Traum nicht kommen :biggrin:
Hi Alfred,
naja ich weiss ja nicht welche jugend so sprechen soll.
mit meinen 24 Jahren will ich mich zwar nicht mehr zu den Jugendlichen zählen, nur so, selbst hier im Ghetto Bremerhaven. spricht mit sehr r großer sicherheit kein Jugendlicher.
aber um mit wenig aufwand ein “Buch´´ zu verö
scheiß remotdesctop!!
…aber um mit wenig aufwand ein “Buch´´ zu veröffentlichen reicht es ja anscheinend.
mein erster Eindruck würde das buch in die Ecke :,,sinnloses Pseudowissen´´ stecken
Naja egal mein Schlauchboot kommt gleich
Schöne Grüße von der inzwischen bitter kalten Nordsee
dein alter Stift
Thorsten