Wenn Hunde Menschen töten
Ich bin eigentlich kein ängstlicher Mensch und Tiere mag ich auch gern. Solange sie zu mir freundlich sind jedenfalls. Haustiere meine ich. Von Wildtieren kann man nicht erwarten, dass sie freundlich zu Menschen sind. Sie haben ganz andere Sorgen und Erfahrungen mit Menschen gemacht als unsere Haustiere, die seit Jahrhunderten und Jahrtausenden den Menschen begleiten. Denke ich nur an die gutmütigen Kühe, die sich ihrer enormen Kräfte entweder nicht bewusst sind, oder einfach keinen Wert darauf legen, plötzlich über den niedrigen Weidezaun zu springen und sich auf einen Menschen zu stürzen. Nagut, das mag daran liegen, dass Kühe grundsätzlich keine Jäger sind. Auch Schweine und Pferde – trotz ihrer Intelligenz und kräftemäßigen Überlegenheit, sind sie durchweg friedlicher Natur. Ideal also, um von Menschen als Haustiere genutzt zu werden.
Durchweg sieht es so aus, als wären schon die ersten Menschen, die auf die Idee kamen, sich die Eigenschaften der Tiere zunutze zu machen, von Anfang an klug genug gewesen, sich kein Raubtier in die gute Stube zu holen. Vor allem waren sie in der Lage, Tiere lange genug zu beobachten, um ihr Verhalten zu studieren und aufgrund dieses Wissens zu entscheiden: Ja, dieses Tier ist mir von Nutzen und jenes könnte mir oder meinem Clan Schaden zufügen.
Das galt auch für die Hundehaltung. Die ersten Hunde folgten den Menschen vermutlich freiwillig, weil sie erkannt hatten, dass auch damals das eine oder andere an Restmüll in Form von Fleisch und Knochen für sie leicht zu ergattern war. Menschen erkannten, dass Hunde gute Wächter sind und durchaus als Rudel auch Menschen akzeptierten. Also versuchten sie, ihr Vertrauen zu gewinnen und sie zum eigenen Schutz mit zu ernähren. Das war sicherlich eine gute Entscheidung, denn mehr noch als heute waren die Menschen, besonders nachts in großer Gefahr. Wilde Tiere, die damals noch in Massen umherwanderten, waren sie ebenso ausgeliefert, wie Jägern anderer Stämme, die ihre Frauen raubten oder um an Nahrung und Werkzeug zu gelangen, schnell mit der Keule zur Stelle waren.

Heute haben die meisten Hunde andere Funktionen. Sicher sind sie noch immer die ersten die Anschlagen, wenn ein Fremder sich dem Haus nähert, aber für gewöhnlich bleibt es beim Bellen. Viel mehr werden Hunde heute gehalten, weil sie fehlende soziale Kontakte ausgleichen müssen oder Kindern als Spielgefährten dienen. Sie sind in der Regel klein bis mittelgroß und werden von verantwortungsbewussten Menschen gehalten, die sich um ihre Erziehung kümmern. Kaum jemand dieser Menschen möchte ernsthaft, dass ihr Hund zu tötenden Bestie wird, bestenfalls soll er Menschen mit böser Gesinnung in die Flucht schlagen.
Doch es gibt Ausnahmen. Es gibt Menschen, die bevorzugen Hunde, von denen bekannt ist, dass sie weniger sozialisiert sind. Von denen man weiß, dass sie aus – für uns unerkennbarem Anlass – zu reißenden Bestien werden können und die Jahr um Jahr für Schlagzeilen sorgen, weil sie Menschen angefallen, verletzt und getötet haben. Befragen Sie diese Hundehalter nach den Ursachen, dann werden Sie sie völlig fassungslos finden, und sie würden einen Eid auf ihre Kinder und Eltern schwören, dass ihr Hund der friedlichste und verschmusteste Geselle ist, den man sich nur wünschen kann. Aus ihrer Sicht mag das stimmen, denn natürlich wird das eigene Rudel nicht angegriffen, obwohl auch reichlich Fälle bekannt sind, wo sich der wilde Urinstinkt gegen den eigenen „Leitwolf“ Mensch gerichtet hat.
Ich habe auch so eine Nachbarin mit einem Rottweiler. Wann immer ich in meinen Garten gehe, kracht dieses Tier mit 50 oder 60 Kilo Lebendgewicht grollend und bellend an den Zaun, um mir zu vermitteln, dass ich aus meinem Garten verschwinden soll. Mir sackt jedesmal wieder das Herz in die Hose. Die Besitzerin aber schwört Stein und Bein, dass er absolut harmlos ist. Und genau hier liegt die Ursache für die vielen schrecklichen Tragödien, die sich immer wieder abspielen, wenn Hunde scheinbar grundlos Kinder und Menschen anfallen und töten. Wer glaubt, dass er sich ein Tier mit nachweislich unberechenbarem Jagdinstinkt halten muss, der geht bewusst das Risiko ein, ihn als tödliche Waffe einzusetzen, wenn er in Bedrängnis kommt. Aber auch, dass unschuldige Menschen zu Schaden kommen.
Außer in Niedersachsen, haben alle Bundesländer für bestimmte Rassen mit hohem Aggressionspotenzial unterschiedlich Auflagen für die Haltung geschaffen. Das Halten einiger Rassen wurde sogar komplett verboten. Mit Recht sage ich! Wieso brauche ich für ein Jagdgewehr, das nicht selbstständig entscheiden kann, ob es losgeht, das nicht aus einem Schrank ausbrechen und wild um sich schießen kann, einen Waffenschein und eine Eignungsprüfung? Für ein selbstständig denkendes und handelndes Tier aber nicht?
Es wird höchste Zeit, dass der Unfug mit dem Halten von Tieren, die zur tödlichen Waffe für Menschen werden können schlicht verboten wird. Ein Tier ist und bleibt ein Tier mit all seinen Eigenheiten und Instinkten. Den Tieren kann man nichts vorwerfen. Aber den Menschen, die ohne eine Spur von Einsicht, die Augen vor der versteckten Gefahr verschließen, denen muss die Möglichkeit genommen werden, sich mit einem solchen Tier zu bewaffnen.
Tigerauge
Entsprechende Artikel auf “Olle Piepen” zum Thema:
Warum halten Menschen Haustiere?
Brandaktuell: Amoklauf mit 16 Toten

»Wann immer ich in meinen Garten gehe, kracht dieses Tier mit 50 oder 60 Kilo Lebendgewicht grollend und bellend an den Zaun, um mir zu vermitteln, dass ich aus meinem Garten verschwinden soll.
Die Besitzerin aber schwört Stein und Bein, dass er absolut harmlos ist.«
Dieser Hund kann nicht harmlos sein.
Die Besitzerin handelt verantwortungslos.
Diese ganze Angelegenheit würde ich dem Ordnungsamt melden.
Liebe Grüße
Lieschen
Hmm, eigentlich gibt es keine Hunderasse mit der Bezeichnung Kampfhund! Solche so genannten Kampfhunde sind schlichtweg das Ergebnis der Erziehung ihrer Besitzer! Und wie oft der Mensch schon gutes in böses verwandelt hat, darauf brauche ich nicht wirklich einzugehen – hoff ich !?!? Leider ist es auch oft so, dass viele Menschen der Meinung einiger weniger folgen, weil es einfacher ist sich selbst keine Gedanken machen zu müssen. Und wie man mit Nachrichten Meinungen manipulieren kann, wird wohl auch jeder halbwegs gescheite verstehen können. Nehmen wir mal z. B. einen AmStaff (American Staffordshire Terrier = “Kampfhund”). Diese Hunde sind seit jeher absolute Familienhunde! denen es seinerzeit auferlegt wurde mit ihren Besitzern auf engstem Raume zusammenleben zu dürfen. Aufgrund dessen besteht auch von Natur aus eine sehr enge Beziehung zwischen Hund und deren Haltern welche mit ewiger Treue “bis in den Tod” zu vergleichen wäre. Und genau dieses machen sich die Halter so genannter “Kampfhunde” zu nutze. Sie konditionieren ihre “leibeigenen” auf perverse Art & Weise um sie so für eine bestimmte Aufgabe abzurichten. Wenn ein Mensch von klein auf an so abgerichtet werden würde, käme das auf das gleiche hinaus! Wenn dieses 50 – 60 kg schwere Tier einen wirklich angreifen wollte, gäbe es für ihn keinen Grund dies nicht zu tun. Er will lediglich sein Rudel beschützen und ob nun Zaun hin oder her – Sie sind im weiteren Sinne lediglich ein “Eindringling”. Gehen Sie einfach mal auf ihn zu und zeigen ihm, dass Sie keine Gefahr für seine Familie sind. Im Übrigen besitzt unser Nachbar einen Golden Retriever der mich selbst nach Jahren immer noch über eine 140 cm hohe Mauer hinweg anknurrt und die Sau raus lässt, seine Zähne fletscht um mich in die Flucht schlagen zu wollen. Geht er jedoch auf der Straße an mir vorbei bekommt er sein Maul nicht auf … hihihi !!! Im übrigen lässt sich jeder Hund als Kampfhund abrichten – auch ein Golden Retriever !!! Als Bekannter einer “Kampfhundbesitzerin” kann ich nur folgende Attribute aufzählen: Schmusen, Flausen im Kopf haben und über die freie Prärie hinweg jagen so lange es nur irgend geht !!!
Lieben Gruß Frank
@Lieschen
Genau so sehe ich das auch. Ab einer Grenze sollte solche Tiere verboten werden. Neulich kam wieder ein Bericht in den Medien, dass ein Kampfhund ein Klein-Kind tot gebissen hat. Die Oma hat auf den Hund und den Jungen “aufgepasst”… und eigentlich war der Hund ja ganz lieb… eigentlich….
Liebe Susanne: Vielleicht solltest Du Dich selbst ein wenig besser informieren bevor Du den Dingen beipflichtest, denn Dein Kommentar ist mal wieder sowas von BILD, dass mir dazu nur ein Kommentar unseres allseits beliebten Albert Einstein einfällt:
Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
Und noch mal: Es gibt keine Rasse mit der Bezeichnung Kampfhund. Als Besitzer eines Hundes ab einer gewissen Schulterhöhe, Gewicht und Beisskraft kann ich (der Mensch) jeden Hund bzw. ähnliche Tiere zu einer “Tötungsmaschine” umfunktionieren. Also wer ist hier das eigentliche Monster !?!? Und wenn wir schon mal dabei sind: Was glaubst Du welche Hunderasse in den Beißstatistiken ganz oben stehen würde, wenn deren Lobby dies nicht verhindern würde. Unser allseits geliebter Schäferhund! Aber es war schon immer einfacher sich seine Meinung injizieren zu lassen als sich selbst darum zu bemühen. Und wegen solchen Menschen wie Du einer bist, bewegen wir uns trotz allen Fortschritts immer weiter zurück. Power to Idiocracy! :wallbash: