Schamanin Merkel trifft Energiegötter auf Energiereise?
Donnerstag 26. August 2010 10-13Uhr besucht Bundeskanzlerin Merkel das Kernkraftwerk Lingen im Rahmen ihrer Energiereise*, um sich auch im Atomkraftwerk Lingen, umfassend über gegenwärtige und zukünftige Möglichkeiten der Stromgewinnung zu informieren. Lingen ist der letzte Termin auf ihrer Rundreise, die sie schon letzte Woche begonnen hatte. Bisher wurden Windkraftanlagen, Kohlekraftwerke, Biomasse-Kraftwerke und Wasserkraftwerke in Augenschein genommen.
Das Kraftwerk Lingen – eines der zuletzt gebauten deutschen Kernkraftwerke – hat eine vereinbarte Laufzeit bis 2020 und gehört damit zu den Kraftwerken, die bis zum beschlossenen Ausstieg aus der Atomenergie laufen sollten. Der Ausstieg aus der Atomenergie ist allerdings zurzeit in Gefahr. Wirtschaftliche Interessen machen Druck auf die Politik und fordern Laufzeitverlängerungen und Steuervergüns- tigungen für Atomkraftwerke.

Viele Menschen, die in der Nähe von Atomkraftwerken leben und weit mehr noch, die die Atomkraft ablehnen sind sauer, da sie sich auf die Einhaltung des Ausstiegstermins verlassen hatten. Jetzt steht der Ausstieg auf der Kippe und damit sorgt die Regierung wieder einmal für schwindendes Vertrauen. Grund für das Umdenken ist massiver Druck von Seiten der Energiekonzerne, die mit der Bundesregierung um längere Laufzeiten und den Verzicht auf die Brennelementesteuer feilschen. Es geht also wieder einmal (oder wie immer) ausschließlich um das Geld der Wirtschaft und darum, dass die enormen Gewinne, die mit Atomkraft eingefahren werden, den Konzernen dienen und nicht dem Staat und dem Bürger, die irgendwann sehen zusehen können wie und wo sie Geld auftreiben, für eine verträgliche Entsorgung der Brennelemente. Frau Merkel wird sich nach der Besichtigung mit den Vorsitzenden der Kraftwerksbetreiber RWE und E.ON. treffen.
Widerstand gegen die geplante Verlängerung der Laufzeiten hat sich längst formiert und wird sich auch am Donnerstag vor den Toren des Kernkraftwerks Lingen versammeln.
Das Netzwerk „Campact“ ruft zur Anti-Atomkraft-Demo auf. Unterstützung kommt von Seiten der Grünen. Man ist auch schon fleißig dabei Unterschriften gegen den „Ausstieg aus dem Ausstieg“ und für die sofortige Abschaltung von Atomkraftwerken zu sammeln. Wer sich in die Unterschriftenliste eintragen möchte, kann dies hier tun Campact. Weitere Infos über den Ablauf der Demonstration gegen Atomkraft gibt es auf der Internetseite ebenfalls.
*„Energiereisen“ sind übrigens aus dem esoterischen Umfeld schon seit Menschengedenken bekannt. Sie finden an sogenannten „Kraftplätzen“ statt und im besten Fall erhält der Energiereisende aus der feinstofflichen Welt, mit der er direkt Kontakt aufnimmt, erleuchtende Kräfte und Erkenntnisse, die zu klaren und global positiv wirksamen Entscheidungen führen. Zum Wohle all dessen und derer, die sich noch mit ihrer stofflichen, materiellen Welt auseinandersetzen müssen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Tigerauge
Entsprechende Artikel auf “Olle Piepen” zum Thema:
Lingen: Atomkraftwerk abgeschaltet

Das ist ja ein starkes Stück, hab grad gelesen, dass A. Merkel sich weigert, die Unterschriftenliste auf die ihr hier auch hinweist, überhaupt anzunehmen, geschweige denn, sich mit den Lingenern auszutauschen. :down:
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Na, da kann man ja mal gespannt sein, was ab 10 Uhr am AKW los ist.
Das Motto “Ausstieg aus dem Ausstieg” hätte man bei der Unterschriftenaktion definitiv nicht besser wählen können. :thumbs1: Ich bin eigentlich gar nicht sonderlich darüber erstaunt oder überrascht, dass die Bundesregierung eine Laufzeitverlängerung fordert. Natürlich geht es um Geld, um was denn sonst!? Die Regierung verliert ja offensichtlich keinen Gedanken an die Umwelt.
Nun ja, das letzte Wort ist in diesem Fall sicherlich noch nicht gesprochen. Ich glaube nämlich nicht, dass die Regierung mit ihren Plänen einfach so durch kommt. Da gibt es auch noch andere Parteien und Leute, die was zu sagen haben. Ich denke mal nicht, dass es ein leichter Ausstieg werden wird. Hinzu kommen die zahlreichen Proteste überall im Land. Mal schauen wie es da weitergeht.