Wird Lingen demnächst Standort für die erste deutsche Tarnkappen-Fabrik?
Neulich saß ich hier in Lingen im Restaurant. Mein Tisch stand recht nah an der Theke und so konnte ich während des Essens, ungewollt, ein höchst interessantes Gespräch mithören.
“Haste gehört, Hans? Bald ist sie fertig, die Tarnkappe.”
“Wasn für ne Tarnkappe?”
“Angeblich macht die Forschung in der Umsetzung dieses vielversprechenden Mützchens immer mehr Fortschritte.”
“Ach, wer hat dir denn den Bären aufgebunden?”
“In einem Forschungslabor, in Californien, machen sie Experimente damit. Und es soll schon geklappt haben, einig Dinge unsichtbar zu machen.”
“Sach bloß, du meinst, die setzen sich sone Mütze auf und sind dann verschwunden?”
“Ja, genauso! Sie haben es ausprobiert mit kleineren Gegenständen. Durchsichtige Mütze drüber und weg war das Ding.”
“Unglaublich. Das ist ja toll. Wenn das in Serie geht, kauf ich mir son Teil.”
Hans kam ins Schwärmen: “Man, stell dir vor, was für fantastische Möglichkeiten so eine Tarnkappe uns bieten könnte! Wir könnten Erwin mal so richtig einen Denkzettel verpassen und seine Arbeit sabotieren, um ihm zu zeigen, welchen Mist er immer baut. Wir könnten unsere Pläne vom geplanten Banküberfall in die Tonne werfen, denn den könnten wir uns getrost sparen. Bei einem unsichtbaren Einkaufsbummel, kann man seine Moneten getrost zu Hause lassen oder ein Feuerchen damit entfachen. Einkaufen, ohne aufs Geld zu achten, einfach genial. Kein Wunsch bliebe mehr offen. Oder denk mal an deine Olle, Hans! Nie wieder könnte die dich wutentbrannt vom Hocker an der Theke ziehen, weil auf deinem Platz nur ein scheinbar leerer Hocker steht.”
Kurt warf ein, dass das Ganze aber irgendwie aus dem Ruder laufen könnte, denn sicherlich würden alle Menschen eine solche Tarnkappe haben wollen. “Und dann ist die Erde bald menschenleer, jedenfalls optisch und trotzdem passieren ständig irgendwelche Morde und Raubüberfälle. Und keiner könnte bestraft werden, weil niemand erwischt würde. Ganz blöd wäre es auch, wenn Fahrzeuge mit Tarnmütze fahren. Dann läufst du über die Straße, weil du denkst, sie ist frei und – Zack, ist es vorbei mit dir.”
“Mensch Kurt, dass du immer nur die negativen Seiten einer Sache sehen musst. Natürlich wird es da ein paar neue Regeln geben müssen. Aber so grundsätzlich hat die Idee viel Potenzial!”
“Wird wohl noch etwas dauern, bis es soweit ist, Hans. Die haben wohl ein Problem, das Material für die Mütze, in größeren Mengen herzustellen.”
“Also, wegen dem Material, das wäre doch wohl das kleinste Problem. Die Mütze wird doch weggehen, wie warme Semmeln. Für so eine Fabrik würde ich sogar höchstpersönlich einen Kredit bei der Sparkasse aufnehmen, um sie zu bauen. Ich sehe sie schon vor mir: `Kurts und Hans Tarnkappenland`. Mensch, Hans, das sollten wir echt ernsthaft im Auge behalten. Vielleicht sollte man morgen schon mal ein Gespräch mit der Sparkassenleitung führen, bevor ein anderer uns die Idee wegschnappt.”
“Hans, da würde ich aber echt noch mit warten. Die ersten Experimente sind mit sehr kleinen Hütchen gemacht worden.”
“Was meinst du mit: sehr klein?
“Naja, in dem Artikel stand, dass das Teil, das verschunden war, im Mikrometerbereich lag.”
“Was heißt das?”
“Das menschliche Auge hätte es auch ohne Tarnkappe nicht erkennen können …”
“Ach, da wird sich auch noch eine Lösung finden, Kurt.”

Nähere Informationen zum Tarnkappenprojekt:
http://pressetext.de/news/071114001/erste-tarnkappe-fuer-sichtbares-licht-vorgestellt/
Tigerauge
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