Alles neu, macht der Mai, macht die Seele frisch und frei …
… heißt es in einem alten Volkslied von H. A. v. Kamp zum Wonnemonat Mai.
Maibaumklau, Maibaum aufstellen, Maibaumtanz, Lieder, die den Frühling begrüßen, das alles sind traditionelle Riten, die Menschen in unserer Region seit jeher begehen. Der Mai ist der Monat, in dem endgültig alles, was müde war und grau, aufbricht und zu neuem Leben erwacht. Zartes Grün, üppiger Pflanzenwuchs, bunte Blüten und herrliches Wetter. Das alles sind Zeichen für Lebendigkeit und sprühendes Leben. Diesen Aufbruch, diese Lebendigkeit spüren auch Tiere und vor allem Menschen in jeder ihrer Zellen. Auch deshalb finden sich die Menschen zusammen und veranstalten ein Fest, tanzen und singen und lassen ihren überschießenden Energien in fröhlichen Festen freien Lauf.
Alkohol wurde bei Maifeiern schon immer getrunken. Und immer auch waren einige Menschen dabei, die nicht wussten, wann sie eigentlich genug hatten, wann die anregende Wirkung des Alkohols nachlässt und sich ins Gegenteil verkehrt, und all die tollen engergiereichen Gefühle betäubt und Körper und Geist außer Gefecht setzt.

Leider sind es mittlerweile immer mehr Jugendliche und Kinder, die u. a. während der nächtlichen Maifeiern, Alkohol in solchen Mengen zu sich nehmen, dass sie den 1. Mai nicht als einen Aufbruch und voller Freude und Energie erleben, sondern als einen Tag, der mit Kopfschmerzen und Übelkeit irgendwie überstanden werden muss.
Auch wenn noch lange nicht genug getan wird, ist es erfreulich, dass sich immer mehr Gruppen und Einrichtungen für umfangreiche Aufklärung über die Gefahren des unkontrollierten Alkoholkonsums durch Jugendliche und Kinder, einsetzen.
Ungeachtet alle Bemühungen, ist keine Entwarnung zum Thema in Sicht. Noch immer ist nicht überall angekommen, dass Alkohol bei Jugendlichen wesentlich größere und nachhaltigere Schäden verursacht, als bei Erwachsenen.
Aufgerufen, einen positiven Einfluss in Sachen Alkoholkonsum auf Jugendliche zu bewirken, sind hier, vor allen Dingen auch die Sportvereine und Ortsgruppen der Feuerwehren oder des THW etc. Sie werben das ganze Jahr um Nachwuchs, mit dem Argument, Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu bieten. Wer dann allerdings einmal an den diversen Feierlichkeiten und Festen teilnimmt, sieht auch dort leider oft, dass die Vorbilder in Sachen Alkoholkonsum, eher das exzessive Trinken verharmlosen und fördern, statt es außen vor zu lassen.
Besonders begrüßenswert sind deshalb Angebote für Jugendliche, die nicht die Partys und den Spaß daran verleiden, sondern gerade dazu aufrufen und einladen. Allerdings mit vielen guten Ideen zu einem fröhlichen Miteinander, das ohne Alkohol auskommt. Partys, die damit enden, dass alles im Chaos versinkt und nach und nach die Gäste in komatöse Zustände versetzen, sollten in die Rubrik „Out“ verschwinden. „In“ dagegen sind Partys mit unterhaltsamen Angeboten mit Spaß, Spielen, Wissenstest und Wettbewerben der unterschiedlichsten Art. Anregungen dazu findet man auch im Internet. Ein Beispiel findet sich hier.
Und Menschen, die schon ein Bewusstsein dafür haben, dass sie mit Alkohol ein Problem haben, sich aber nicht trauen, sich Hilfe zu holen, denen mag für die ersten Schritte in ein alkoholfreies Leben auch ein Selbsthilfeforum, Mut zum Einstieg in den Ausstieg machen.
In diesem Sinne: Eine fröhliche nüchterne Maifeier und einen noch schöneren 1. Mai, der hoffentlich ohne Kater und Koma beginnt. Das wäre dann so richtig „Cool“.
Tigerauge
Ergänzung:
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