Mobber sind asozial
Studien über das menschliche Verhalten sind wichtig. Deshalb wird auch eine Studie nach der anderen mit Staatsgeldern gefördert und durchgeführt. Das ist bei uns so und anderswo auch. Zum Beispiel in Schweden, wo im Gegensatz zu Deutschland, Bildung für Schüler noch ernst genommen und mit ausreichend Geld möglich gemacht wird. Dennoch hat auch Schwedens Schullandschaft mit Mobbing unter Schülern zu kämpfen. Also wurde ein Studie gemacht, die auf decken sollte, wer eigentlich weshalb und warum gemobbt wird und vor allem: Wer ist Schuld am Mobbing?
Gruppenzwang nimmt wieder zu
Herausgekommen ist das, was der gemeine Bürger seit Menschengedenken weiß: Wer sich dem Gruppenzwang nicht unterwirft, wird solange gemobbt, bis er verschwunden ist oder sich angepasst hat. Eine durch und durch natürliche Eigenschaft, die sich nicht nur in der Welt der Menschen findet, sondern auch unter Tieren verbreitet ist. Alles was aus der Herde hervorsticht, wird als „falsch“ und „gefährlich“ für die gesamte Gruppe eingestuft. Mag sicher sein, dass dies vor Urzeiten überlebenswichtig war. Als Menschen noch wie Tiere, einen täglichen Überlebenskampf kämpften. Da war es überlebenswichtig, dass einer sich 100 % auf den anderen verlassen konnte und berechenbar blieb. Behinderte Menschen oder Menschen mit eigenen Lebensmodellen waren tatsächlich eine schwere Last für einen kleinen Clan, die nichts zum Erhalt und der Fortpflanzung beitragen konnten. Das Evulotionsprinzig ist ausgerichtet auf die Entwicklung des starken und gesunden Einzelnen, der sich nahtlos in das Bild des Ganzen einfügt.
Eine Schule ist auch eine Gruppe. Darin wieder kleinere Gruppen von Klassen, die aber nicht gewachsen sind. Klassengemeinschaften sind ein bunt zusammengewürfelter Haufen von Individuen, die wiederum aus jeweils unterschiedlichen Familiengruppen kommen. Jeder einzelne Schüler kommt also in eine neue Gruppe, die ihre eigenen Gesetze aufstellt. Und zwar Gesetze, die von den Stärksten aufgestellt werden (‚stark‘ ist keine Wertung von positiv oder negativ!). Ist jemand von zu Hause gewohnt, sanft und bescheiden zu sein, hat er schlechte Karten, in dieser Gruppe anerkannt zu werden. Die starke Strömung erkennt ihn sofort als schwach und wird versuchen, diesen Einfluss aus der Gruppe zu entfernen. Das alles geschieht sicher nicht immer bewusst, aber so funktioniert es.
Mobber verhalten sich asozial
Wer anders ist, sich anders verhält, der wird gemobbt. In Schulen und am Arbeitsplatz sogar in manchen Nachbarschaften. Allerdings ist dieses Mobbing ohne jede Grundlage. Ein steinzeitliches Verhalten, das in unserer heutigen Welt sogar für eine Rückentwicklung sozialen Verhaltens sorgt. Denn, um auf das Ergebnis der Studie zurückzukommen: Die Mobber machen das Opfer verantwortlich für das Leid, das sie ihm zufügen. Und das nicht, weil es sich frevelhaft oder gruppenschädigend verhält, sondern weil es schlicht und einfach etwas stiller, etwas vorsichtiger, etwas sorgfältiger verhält oder einfach keine Markenklamotten trägt, keinen englischen Rasen zu Hause hat, nicht jedem Trend hinterher läuft oder lieber Briefmarken sammelt als in die Disco geht. Auch Eltern, die sich erlauben individuell zu sein, sind für engstirnige Mobber Grund genug, ihr auserwähltes Opfer bis aufs Blut zu quälen. Der Anlass weshalb Schüler gemobbt werden, steht meistens in keinem Verhältnis zu den Mobbingaktionen. Denn, das wissen die Mobber sehr gut: Gäbe es etwas, das wirklich verwerflich an ihrem Opfer wäre, könnte man es einfach anzeigen und Recht und Gesetz walten lassen. Dem ist aber nicht so.

Eine intolerante Gesellschaft ist nicht entwicklungsfähig
Was hilft nun eine teure Studie, die ein altbekanntes Phänomen ermittelt? Mobbing nimmt zu, klar, die Masse der Menschen nimmt ja auch zu. Damit dürften Revierkämpfe ebenfalls zu nehmen. Das gilt für Schulklassen ebenso wie für Städte, Länder und Kontinente. Und wenn Mobbing gesellschaftsfähig bleibt, dann werden am Ende nur noch Mobber die Erde bevölkern, die alles eliminieren, was nicht ihren Vorstellungen entspricht. Damit auch die Chance, dass Menschen mit neuen wichtigen Ideen, fruchtbare Entwicklungen in eine Gesellschaft einbringen. Toleranz und Mitgefühl – Fähigkeiten, die bei keinem Lebewesen so stark vorhanden sind, wie bei Menschen, scheinen auf dem Rückzug zu sein in der menschlichen Evolutionsgeschichte. Das ist wie mit einem Radiergummi, es radiert so lange alles aus, bis es selbst verschwunden ist.
Tigerauge
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Was einigen nicht bewusst ist: Mobbing kann ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen, da gab und gibt es immer wieder Meldungen über Gerichtsprozesse. Wer andere zum Spaß mobbt, wird also nicht lange seine Freude daran haben, wenn man das überhaupt so bezeichnen kann. Jedenfalls bin ich von Mobbing bislang verschont geblieben, meine Kollegen sind fast wie Freunde und es klappt alles wunderbar. Ich denke man sollte sich mit Mobbing auch ruhig an die Vorgesetzten wenden, wenn man nicht weiter weiß!
Ist Mobbing wirklich strafbar? Ich kenne einen Fall in meiner ehemaligen Firma, da gab und gibt es immer noch Probleme. Was soll man den betroffenen Personen denn raten? Eine Anzeige erstatten oder doch erst mal lieber die beteiligten Personen damit konfrontieren? Oder erst zum Chef gehen? Das ist keine leichte Situation und ich kann gut nachvollziehen, wenn man sich überfordert fühlt mit Mobbing und dessen mögliche Konsequenzen.