Als ich die Augen aufschlug und verschlafen auf meinen Wecker blinzelte, war ich schlagartig wach. Muttertag! Es galt, den meist gefürchteten Tag des Jahres zu meistern! Es würde jetzt nicht mehr lange dauern, bis kleine Füße, die Treppe hinunter schleichen würden. Von unten kämen Geräusche wie Stühle rücken, Türen knallen, Geschirr klappern herauf …
Die letzten Tage hatten meine Kinder mir Löcher in den Bauch gefragt. Was ich mir den wünschen würde. Wie jedes Jahr wurde mein innigster Wunsch als Bagatelle abgetan. „Wünsch doch mal was Richtiges!“, verlangten sie. „Aber das ist für mich etwas Richtiges, wenn ihr mir einen Tag schenkt, an dem ihr nicht streitet und ganz besonders nett zueinander seid!“, beteuerte ich immer wieder. Doch das galt nicht. Fragen, die unmissverständlich auf eine bestimmte Absicht deuteten, wie z.B: „Wieviel Kaffee tut man eigentlich in die Kaffeemaschine?“, oder „Muss man den Toast nach einmal backen umdrehen?“, oder auch: „Mit welchem Messer schaffst du es eigentlich immer, das Marmeladenglas aufzubekommen?“, beantwortete ich die ganze Woche über, mit großer Selbstdisziplin und gespielter Gleichgültigkeit. Eine Herausforderung für jede Mutter, bei derartigen Fragen nicht in Panik zu geraten. Schließlich sollten die Kinder nicht denken, ich würde irgendetwas ahnen.

Plötzlich setzte ich mich erschrocken auf. Es ging los! Geflüster im Flur, dann verhaltenes Kichern, danach das Geräusch kleiner, flinker Füßchen auf der alten Holztreppe. Ich saß mit weit aufgerissenen Augen und Ohren im Bett. Was geschah in meiner Küche? Mit Grausen dachte ich an die letzten Jahre, an die fürchterliche Brühe mit Kaffeesatz, die ich lächelnd und dankbar schluckte, während ich den „besten Kaffee, den ich je getrunken habe“, immer wieder lobte. Auch für die gefrorene Toastscheibe fand ich anerkennende Worte. Harte Eier mag ich eigentlich nur zu Ostern. Zum Frühstück ist ein weiches Ei ein Muss!
Meine Unruhe wuchs. Der Lärm in der Küche ließ das Schlimmste erahnen. In Gedanken sah ich schon das Schlachtfeld, das ich hinterher säubern musste. Ich sprang aus dem Bett und zog mich an. Vielleicht könnte ich runtergehen und helfen …? Nein, das ging nicht! Das durfte ich ihnen nicht antun. Leise schlich ich zur Tür und öffnete sie einen Spalt. Aus der Küche drang halb unterdrücktes Gezeter zu mir herauf. „Siehst du … immer machst du … pass doch besser auf … jetzt sei doch leise … böse … doofe Kuh …. psst, gleich …“. Es waren nur Wortfetzen, die meine Ohren empfingen, aber sie steigerten meine Unruhe unerträglich. Wieder hörte ich das Knallen der Schranktüren, irgendetwas fiel klirrend herunter, ich war verzweifelt. Wer hatte sich nur diesen Muttertag ausgedacht? Es konnte nur ein grausamer Psychopath gewesen sein.
Eigentlich hatte ich gar keinen Hunger, ich könnte also hinuntergehen und den Kindern die Mühe ersparen. Gerade als ich den Entschluss gefasst hatte, wurden die Stimmen lauter. Sie waren auf dem Weg zu mir! Schnell schloss ich die Tür, schlüpfte ins Bett und zog die Bettdecke bis ans Kinn. Ich schloss die Augen und stellte mich schlafend.
Ganz leise öffnete sich die Tür. Mit Getuschel schlichen die beiden sich an mein Bett heran. „Liebe Mama“, flüsterte ein Engelsstimmchen in mein linkes Ohr, „wir haben dir ein Muttertagsfrühstück gebracht.“
In meine Nase drang köstlicher Kaffeeduft. Ich täuschte ein Gähnen vor und öffnete vorsichtig die Augen. Da standen tatsächlich zwei kleine Engel vor meinem Bett. Frisch gewaschen, in Feiertagskleidchen und mit strahlenden Gesichtern. Sie trugen ein Tablett, auf dem neben einem bunten Strauß Wiesenblumen, sechs köstlich aussehende Honigtoasts lagen. Dahinter stand ein liebevoll gemaltes Bildchen an die Kaffeetasse gelehnt. Die Engelchen stellten das Tablett ab, sprangen mit einem freudigen „Herzlichen Glückwunsch“ auf mein Bett und küssten und drückten mich so sehr, dass ich kaum noch Luft bekam. Meine lächerliche Unruhe verwandelte sich schlagartig in pures Glücksgefühl und Dankbarkeit. Was scherte mich die dumme Küche? Hatte ich doch zwei Engel im Arm, die keine Mühe scheuten, mich glücklich zu machen!
Tolle Erfindung, dieser Muttertag!
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Oh, das ist aber lieb von den Kleinen! Ich glaube, dass sich jede Mutter über so etwas freuen würde. Ich bin zwar selbst noch keine Mama, könnte mir das aber gut vorstellen, wenn ich den richtigen Kerl mal gefunden habe. Kinder sind einfach wunderbar. Und die Mama darf man auch nicht vergessen!
Der Muttertag ist etwas ganz Besonderes. Ich kann mich noch an meine Kindheit erinnern. Ich habe zu Muttertag auch immer an meine Mutti gedacht (natürlich auch heute noch :smile: ). Wir haben schon im Kindergarten immer fleißig Geschenke gebastelt für den Muttertag. Ich finde selbst gemachte oder gebastelte Geschenke eigentlich sowieso am schönsten. Aber auch ein netter Blumenstrauß ist ein tolles Muttertagsgeschenk.
Ach ich weiß noch was ich zum letzten Muttertag meiner tollen Mama geschenkt habe: Blumenstrauß und Selbstgebackenes.
Sie hat sich gefreut. Im Alter ist man ja nicht mehr so wählerisch :)