Mann wurde lebendig ans Kreuz genagelt
Jahr um Jahr machen sich Journalisten und Reporter auf, um Menschen auf der Straße zu fragen: „Was ist Ostern und weshalb feiern wir es?“ Und Jahr um Jahr werden die verrücktesten Antworten gegeben. Der Stern hat bei einer dieser Umfragen herausgefunden, dass fast ein Viertel der Befragten keine Ahnung hatte, welche Bedeutung das Osterfest hat. Eigentlich ist das schwer zu glauben, denn allein in der Grundschule, die ja fast jeder deutsche Bürger besucht hat, wird die Ostergeschichte in den ersten vier Jahren immer wieder durchgekaut, Bilder werden gemalt, Geschichten erzählt. Ist davon gar nichts hängen geblieben?
Einige Menschen sind der Ansicht, sie bräuchten das auch nicht wissen, weil sie ohnehin nicht an Gott glauben. Naja, das zeigt immerhin, dass sie einordnen können, dass Ostern irgendetwas mit Religion zu tun hat. Aber ich halte das für eine faule Ausrede. Das Wissen um den Sinn und die Herkunft von Feiertagen, die ja von allen gern genossen werden, hat nicht einmal unbedingt etwas mit Religiosität zu tun. Vielmehr gehören auch die christlichen Feiertage zur deutschen Kultur, sie sind ein Teil unseres Gesellschaftssystems und deshalb auch ein politisches Element. Immerhin beruft sich auch unsere Verfassung auch die christlichen Werte.
Ebenso finde ich es erstaunlich, dass sich die Menschen, die sich immer für jede Sensation und Katastrophe begeistern können, den Geschehnissen zwischen Gründonnerstag und Ostermontag, keinerlei Beachtung schenken. Möglicherweise wurden die damaligen Ereignisse von den Kirchen nicht dramatisch genug vermittelt. Immerhin gab es noch kein Internet oder Fernsehen, wodurch die ganze Welt die Möglichkeit gehabt hätte, die Kreuzigung Jesu am Karfreitag life mitzuerleben. RTL und Konsorten wären ganz bestimmt die Ersten am Tatort gewesen, um die Flips- und Cola konsumierenden Zuschauer, in Großaufnahme an der blutigen und menschenverachtenden Tat teilnehmen zu lassen. Rund um die Uhr, immer wieder hätten die Menschen zusehen können, wie wieder und wieder die Zimmermannsnägel durch die Hände und Füße geschlagen würden, wie ein Mensch stundenlang in glühender Hitze sterbend dahinscheidet, wie er verzweifelt nach seinem Gott ruft und letztlich doch jämmerlich stirbt. Unter den Augen von Millionen Zuschauern, die sich wieder und wieder hätten empören können an diesem traurigen Freitag.

Was aber dann drei Tage später geschah, dass der Leichnam Jesu auf geheimnisvolle Weise das Grab verlassen hat, um wieder putzmunter unter die Menschen zu gehen und ihnen den Beweis zu liefern, dass der Tod nicht das Ende ist und dass Gott die Macht hat, Tote zum Leben zu erwecken, das hätte bei einer Direktübertragung selbst den größten Zweifler umgehauen.
Tja, das alles gab es aber leider nicht und es bleiben nur Überlieferungen aus der Zeit, die zugegebenermaßen nicht unbedingt spannend aufgeschrieben sind. Nichts desto trotz, mag man an diese Geschichten glauben oder nicht, so steht hinter der christlichen Religion eine zeitlose Botschaft, die alle Menschen etwas angeht: Grundlage für ein menschenwürdiges Zusammenleben ist die Liebe, ist das Verzeihen, ist das Verstehen, das Mitfühlen und das Kehren vor der eigenen Tür. Und das Wiederauferstehungsfest Ostern, soll die Menschen daran erinnern, dass es jederzeit die Möglichkeit gibt, falsches Denken und Handeln aufzugeben und sich zu erneuern um mit guter Gesinnung und positivem Handeln, das Gute in der Welt hervorzulocken. Das ist eine Botschaft des Osterfestes, die jeder für sich umsetzen kann, egal mit welchem Gott – es kommt auf jeden bei den Menschen und bei den Göttern dieser Welt an.
Tigerauge

Hey das geht bzw. ging mir aber auch so von w. Bedeutung von Ostern. Eigentlich schon peinlich, finde ich. Aber das liegt vorallem auch daran, dass viele nicht mehr so religiös erzogen werden, wie vielleicht damals noch.
Hey. Wieso tun sich eigentlich Menschen so etwas an? Ich habe auch im TV die Berichte gesehen, wie sich Leute ans Kreuz nageln lassen um die Schmerzen von Jesus nachempfinden zu können. Ich finde das einfach nicht richtig.