Rekord im Kopfschütteln
An den Wochenenden bleibt hin und wieder ein Stündchen Zeit, um einfach einmal ziellos im Netz zu surfen. Bei diesen virtuellen Reisen kommt man viel herum und erfährt, was Menschen in ihrer kostbaren Freizeit so alles treiben. Grundsätzlich finde ich es klasse, wenn jemand ein Hobby hat. Egal welches. Hauptsache es macht Freude und niemand kommt zu Schaden. Hobbys, die diese Kriterien erfüllen, scheinen aber einigen Zeitgenossen ganz und gar keinen Kick zu geben. Sie begnügen sich nicht mit dem Sammeln von Fußballschals, Briefmarken, Insektenbeinen oder mit dem Schwimmtraining, Modellbahnbau, Stricken, Schneckensammeln oder Bierdeckelsurfen. Menschen neigen dazu, ihre Grenzen auszutesten, und deshalb versuchen sie sich auch immer wieder, gegenseitig mit neuen Höchstleistungen zu übertrumpfen. Auch das ist im Grunde nicht zu kritisieren, wenn – siehe oben – es Freude macht, und keiner zu Schaden kommt.
Was treibt Menschen dazu? Anfang November einen Rekord im Rutschen zu brechen? Ausgerechnet Bademeister kamen auf diese Idee. Sie rutschten, was das Zeug hält über eine Wasserrutsche von 74 m Länge. Nicht einmal, nicht zweimal – nein, geschlagene 24 Stunden lang rutschen die Herren, ohne Unterbrechung nacheinander die Rutsche hinunter! Sie haben dabei sage und schreibe 760 Km auf ihren Gesäßbacken zurückgelegt! Ich gönn ja jedem seinen Spaß, aber mal ehrlich, mir tut schon nach zweimal Rutschen der Allerwerteste weh. Vermutlich haben die Bademeister den Winter über auf dem Bauch schlafen und ihre Mahlzeiten im Stehen zu sich nehmen müssen.
Wenn Menschen der Meinung sind, dass sie skurrile Dinge tun müssen, um einmal in die Schlagzeilen zu kommen, dann ist das letztlich ihre eigene Sache. Dass es aber Zeitgenossen gibt, die nicht davor zurückschrecken, ihren Vierbeiner zu missbrauchen, demonstrierte der Besitzer eines Golden Retrievers, als er seinen Hund stolz mit 5 Tennisbällen im Maul präsentierte! Und das nur, weil er selber in aller Munde sein wollte! “Schwache Leistung”, sag ich da nur.
Da gefiel mir die Meldung über Irvin Gordon schon wesentlich besser. Der in Amerika lebende Volvo-Besitzer, soll mit seinem Wagen über 3,5 Mio. Meilen gefahren sein und fährt angeblich noch immer mit dem Auto herum. Wenn der Trend sich durchsetzt, sehe ich auf die Autoindustrie rabenschwarze Zeiten zukommen. Dagegen hilft nicht mal die Abwrackprämie.

Verrückte Ideen gibt es genug. Zum Beispiel, der Typ, der es geschafft hat, sich 15 Esslöffel ohne Hilfsmittel ins Gesicht zu hängen, ohne dass sie herunterfielen. Das muss man üben. Wenn ich mir vorstelle, was meine Frau sagen wird, wenn ich anfange vor jedem Mittagessen die Besteckschublade zu plündern, um mir Messer und Gabeln an die Backen zu hängen … Nein! Auch wenn’s keinem schadet, ich lass’ es lieber.
Ich habe zu Hause noch gelernt, dass man mit dem Essen nicht spielt. Diese Regel scheint aufgehoben zu sein. Jedenfalls gibt es Menschen, die es für eine tolle Leistung halten, wenn sie sich 10-20 Chillischoten gleichzeitig in den Mund schieben und unter Gebrüll und Tränen hinunterwürgen, oder sich in knapp drei Minuten eine 30 cm Pizza in den Schlund (muss man in diesem Fall wohl so nennen) schieben.
Es gibt noch unendlich viele verrückte Sachen, die Menschen tun, wenn ihnen langweilig ist. Ich aber habe den PC abgeschaltet, weil ich nicht den Rekord im Kopfschütteln brechen wollte.
Eine Meldung fand ich noch, die zur aktuellen Situation auf den Straßen passt. Sie kann alle trösten, die glauben, in einem endlosen Stau zu stehen. Einen wirklich langen Stau gab es im April 1990 in Deutschland, als fast 18 Mio. Autos die innerdeutschen Grenzen passierten und hoffnungslos feststeckten. Zehn Jahre früher meldete Paris einen Stau von 176 Km Länge. Was sind dagegen die kleinen Pausen von 1- 2 Stunden zum Anfang und Ende der Ferien? Ein Klacks.
Tigerauge
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Mobbing im Internet

Naja, also einen Rekord habe ich persönlich noch nicht aufgestellt (vielleicht kommt das ja noch :biggrin: ) aber Hobbys habe ich mehr als genug. Allerdings allesamt ohne besonderen Kick, wenn man so will :smile:
Also Chillischoten sind heftig, das wäre nichts für mich. Der Mega Stau in Paris … heftig! Da wäre ich nicht gerne dabei gewesen. Ich persönlich halte übrigens den Rekord im “Verschlafen und doch noch rechtzeitig zur Arbeit kommen” :biggrin: