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Simracing-2


Simracing Artikel 1

Fortsetzung

Wenn man dann immer noch bereit ist, Zeit und Schweiß zu investieren, sucht man sich eine Liga. Dort wird ernsthaft um jeden einzelnen Meter gekämpft, dort ist man gezwungen zu trainieren, wenn man mithalten möchte. Hier wird auch nicht mehr geschubst und gedrängelt, sondern genau darauf geachtet, das fair und den Regeln entsprechend gefahren wird. Natürlich gibt es Ligen unterschiedlicher Qualität, aber wenn man ein klein wenig sucht, wird man schon die passende für sich finden. Normalerweise sind die Regeln und Gegebenheiten in diesen Ligen überall ähnlich. Es unterscheiden sich nur die gefahrenen Autos und die Ziele der Meisterschaften voneinander, natürlich bis auf ein paar spezielle Regeln.
Im Fußball sind die Regeln auch überall gleich, nur die Auslegungen derer unterscheiden sich. Allerdings gibt es auch Ausnahmen. In manchen Clans, Vereinen, Ligen herrschen andere Regeln und Gesetze. Da hilft es dir nix, schnell zu sein, dort darf nur der Chef gewinnen. Wenn jemand anderes gewinnt, stimmt etwas nicht, dann fahren wir das Rennen noch einmal. Es ist wie im richtigen Leben, auch dort kann man aufs falsche Pferd setzen. Aber zum Glück kann hat man immer die freie Auswahl und kann sich Entscheiden, wo man fahren möchte.
Wenn man sich dann Entschieden hat und ein Platz in der Meisterschaft frei ist (es können immer nur eine bestimmte Anzahl Fahrer dabei sein, welche die jeweilige Simulation vorgibt) kann es losgehen. Schnell wird innerhalb der Meisterschaft ein Team gegründet oder einem vorhandenem Team beigetreten. Schon sind die ersten Kontakte geknüpft, denn ab jetzt kommt man allein nicht wirklich weiter. Da die anderen Fahrer komischerweise meistens gar nicht versuchen mich zu überholen, sondern erfolgreich vor mir wegfahren, frag ich mal meine Teamkollegen, warum das so ist. Die sagen, ich bremse zu früh, fahr zu langsam um die Kurven und überhaupt, was hast du für ein Setup, das geht ja gar nicht.

Hier einmal der mustergültige Wirkungsbereich eines Simracers.     Bild **mit Klick** vergrößern!

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Setup ? Hab ich was verpasst? Nachdem mir dann erklärt wurde, was ein Setup ist ( Zu diesen Einstellungen gehören unter anderem die Fahrwerkseinstellungen (Stoßdämpfer, Federn), die Einstellungen der Spoiler, der Bremsbalance sowie die Wahl der Reifen.) und mir ein solches Setup übergeben wurde, ging es auch viel besser. Jetzt fuhren nur noch 25 Fahrer vor mir, nicht mehr 27…
Und genau jetzt beginnt das Dilemma. Um schneller zu werden, muss man das Setup auf seinen Fahrstil anpassen. Das erreicht man, indem man verschiedene Sachen am Setup ausprobiert. Sehr viele verschiedene. Da wird stundenlang geschraubt, getüftelt, eingestellt. Wie verhält sich der Wagen z.b. in der ersten Kurve des Kurses ? Als erstes Mal die Flügel (nein, es ist kein Flugzeug) vorn und hinten am Wagen auf die Höchste Stufe gestellt. Dann losgefahren. Die erste Runde langsam, die Reifen sind ja noch kalt, die zweite Runde etwas schneller, und ab der dritten Runde kann man richtig Gasgeben. Die erste Kurve geht super, das Auto liegt wie ein Brett. Nach der kurve fahren aber alle an mir vorbei, weil ich so langsam bin, denn die Hochgestellten Flügel wirken wie eine Luftbremse. Also in die Box gefahren und die Dinger nach unten gestellt. Wieder rausgefahren, erste, zweite, und in der dritten Runde Vollgas. Wow, sind die Kollegen langsam, jetzt kann ich mithalten. Jedenfalls bis zur ersten Kurve. In genau der fahr ich jetzt geradeaus in die Leitplanken. Wenig Flügel bedeutet nämlich wenig Bodenhaftung, in diesem Fall zuwenig für die Kurve. Also in die Box.
Und so wird eingestellt, probiert, gefahren, wieder eingestellt, gefahren usw. Die Flügel sind ja nur der erste Teil von vielen. Danach kommen Federn, Stoßdämpfer, Gewichtsverteilung, Reifensorte und und und. Bis alles passt, vergehen schon mal ein paar Hundert Runden und seeehr viel Zeit.
Wenn man sich dann für eine Meisterschaft entschieden hat, kommt irgendwann auch das erste Rennen. Die letzten 2 Wochen hat man trainiert wie wild und sein Auto gut eingestellt und ist jetzt ziemlich nervös. Zahlt sich das Training aus, geht alles gut oder hat man keine Chance?
Wie schnell die Gegner sind, weiss man nicht, zusätzlich wird in einer guten Liga so eine Meisterschaft auch Live im Internet gezeigt, und alle Interessierten können das Rennen mitverfolgen ( oft mehrere Hundert in normalen Saisonrennen) , was die Sache nicht unbedingt leichter macht für die Fahrer.
Los geht’s mit dem Qualifiying, um erstmal einen guten Startplatz zu ergattern.
Danach eine kurze Pause, Warmup genannt, da können alle Einstellungen noch mal Überprüft werden.
Und dann geht das Rennen los. Je nach Rennserie gibt es kurze Sprintrennen, ca. 20 bis 45 min lang, Rennen über 1,5 bis 2 Stunden, schon mit Boxenstop zum Nachtanken und Reifenwechsel, und dann gibt es noch Langstreckenrennen mit 4, 6, 8 oder 12 Stunden Fahrzeit. Und als Krönung gibt es dann noch die 24 Stunden Rennen. Die fährt man natürlich nicht allein, sondern wechselt sich mit seinen Teamkollegen im Cockpit ab, Die Schwierigkeit dabei ist, das Auto so einzustellen, dass alle Fahrer damit zurechtkommen. Das geht nur durch echte Zusammenarbeit, weil jeder Fahrer einen anderen Fahrstil hat. Den gilt es für alle anzupassen. Bei solch einem Rennen gibt es dann auch schon mal 5stellige Zuschauerzahlen, was für potentielle Sponsoren Interessant sein dürfte, da die Rennen ja durchs Internet weltweit zu sehen sind und jedes Team seine Fahrzeuge selber lackieren darf. Damit sehen sie aus wie echte Rennwagen, sie hören sich so an und sie fahren sich so. Auch die Übertragungen sehen aus wie im Fernsehen, mit Kommentatoren, Kameraeinstellungen und allem drum und dran. Fast wie im richtigen Leben.
Nach den Rennen wird dann für die nächste Strecke trainiert. Das Auto eingestellt, getüftelt, probiert. Und gefahren, und das wollten wir ja schließlich auch. Aber wir wollten ja nicht hinterherfahren, sondern vorneweg. Und darum wird noch mal hier etwas eingestellt, und da noch was probiert. Und ruck-zuck hört man wieder Stimmen im Hintergrund. Und nein, es ist kein Boxenfunk.

Thomas Batzke

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=NdlHBOxDYfk&hl=de_DE&fs=1&]



2 Kommentare

  1. Nachtrag

    Für den Fall, dass jemand neugierig geworden ist und sich das ganze Mal Live anschauen möchte, hier noch ein heisser Tip.

    Am Samstag, den 12.06. beginnt um 15.00 Uhr das SR 24H de la Sarthe. Ein Rennen , wie der Name schon sagt, über 24 Stunden. Am Start sind 40 Fahrzeuge in 2 verschiedenen Klassen. Auch wir von Vortex-Motorsports sind wieder mit dabei.
    Zu sehen ist das ganze über die kompletten 24 Stunden auf http://www.simrace.tv

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