Jedes Jahr das Gleiche. Schreiberlinge fallen ins Sommerloch und jammern, weil es nichts zu schreiben gibt. Wenn ich das höre, dann frag ich mich jedes Mal, wo ist denn dieses Sommerloch eigentlich? Und wieso sollte es das überhaupt geben? Es wird doch niemand ernsthaft behaupten, dass es in der Hauptferienzeit nichts zu berichten gibt? Ich meine, es passiert doch genau soviel wie sonst auch auf der Welt. Die Nachrichten leben doch nicht von den paar tausend Menschen, die zur Zeit gerade Republikflucht betreiben, um sich irgendwo ein paar Sonnenstrahlen einzufangen?
Da schwinge ich mich einfach zwischen zwei Schauern, mal auf mein Fahrrad und gucke, was draußen so los ist. Es reicht doch für gewöhnlich ein kleiner Stadtbummel und schon springen einem die Geschichten entgegen. Was ist zum Beispiel da vorn am Wasser los? Wohnmobilisten! Da fahr ich doch mal vorbei und guck mir das an. Selber träume ich ja schon seit vielen Jahren von so einem übersichtlichen zweiten Wohnsitz. Irgendwann werde ich mir so ein fahrbares Eigenheim zulegen. Spätestens wenn ich Rentner bin. Und dann werde ich in meiner reichlichen Freizeit, die mir zur Verfügung steht, von einem schönen Ort zum anderen fahren. Mal hier mal dort ein paar Tage bleiben, Land und Leute kennen lernen, verrückte und interessante Menschen kennen lernen, die regionalen Gerichte genießen und überhaupt, nur noch das tun, wo ich gerade Lust zu habe.
Wohnmobilisten sind freundliche Menschen. Sie sind immer zu einer Plauderei aufgelegt. Jedenfalls, wenn es sich um zwei so nette Rentner, wie diese handelt. Sehr schnell erfahre ich, dass sie genau das tun, wovon ich gerade noch geträumt habe. Und das zu jeder Jahreszeit. Letzte Woche waren sie in Dänemark. Da sei das Wetter aber auch nicht viel besser gewesen.
Was sie denn so den ganzen Tag machen würden, wenn sie mit ihrem Wohnmobil irgendwo gelandet sind. Ach, das sei kein Problem, sagten sie und deuteten auf die Fahrräder hinten am Wagen. Tagsüber radeln sie durch die Landschaft, kehren hier und dort ein, gehen angeln oder schwimmen. Wenn’s Wetter nicht so toll ist, dann besuchen sie Museen, Kunsthallen oder Theater und Flohmärkte. Alles in einer Gemütlichkeit, um die man sie wirklich beneiden kann.

Naja, immer haben sie natürlich auch keine Lust unterwegs zu sein. Sitzen sie dann im Wohnwagen und spielen Karten? Ja, das käme durchaus vor, aber im Grunde hätte so ein Wohnmobil alles, was auch eine richtige Wohnung hat. Stolz präsentieren sie mir ihre Ausstattung. Stereoanlage, Fernseher, DVD-Player und natürlich das Notebook, um jederzeit ins Internet zu können. Denn genau dort suchen sie sich ihre Reiseziele aus. Da gibt’s jede Menge Informationen über Städte und Landschaften, die man besuchen möchte, sodass man gut informiert irgendwo landet. Nächste Woche ist ein Abstecher nach Holland geplant und anschließend geht es in Etappen runter durch Frankreich bis an die spanische Küste.
„Wir fahren so, dass wir zum Herbst wieder zu Hause sind. Dann machen wir das Wohnmobil wieder fit und wenn hier der Weihnachtstrubel losgeht, dann packen wir unseren Krempel wieder ein und sehen zu, dass wir das Weite suchen.“
So plötzlich, wie die Sonne vor einer halben Stunde herauskam, so unverhofft verdunkelte sich der Himmel. Die beiden klappten ihre Stühle zusammen, schnappten mich am Arm und zogen mich in ihr Wohnmobil. Tja, und wie gemütlich es da drinnen war, bei Tee und Kuchen, kann man leicht ermessen, wenn ich verrate, dass ich erst drei Stunden später wieder zu Hause war. Und jetzt wird fürs eigene Wohnmobil gespart!
Soll mir nur keiner mehr was vom Sommerloch erzählen. Kleine, nette Geschichten und Erlebnisse findet man auch während des Sommerlochs. Es muss ja nicht immer Mord und Totschlag sein.
Tigerauge
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Ich finde das verrückt: Diese Wohnmobile sind teilweise besser ausgestattet als ein Ferienhaus. Stereoanlage, Fernseher, Minibar … alles da, was man hal so braucht. Klar, das ist nicht in jedem Wohnmobil der Fall, aber in einigen wohl schon. Camping macht an sich schon Spaß, ich bin aber kein Freund von Wohnmobilurlaub. Dann lieber ganz klassisch mit dem Zelt und dem Rucksack. Da hat man schon das Gefühl von Freiheit und Lagerfeuerromantik. :smile:
Ich kann mich eigentlich auch nicht beklagen. Von wegen Sommerloch.
Ich war in Mecklenburg im Urlaub an einem sehr schönen See und habe die Zeit dort genossen. Nicht nur das wir mit dem Wetter Glück hatten, sondern ich hatte in unserer Unterkunft einen WLAN Anschluß, wodurch es mir möglich war, neben dem Faulenzen, die Sonne genießen und die Umgebung erkunden, auch noch meine Kunden zufrieden stellen konnte. Für diese schrieb ich vor allem Artikel aus dem Bereich Reise und Erholung, weil sich das gerade anbot. Auch Kundenanfragen kamen zu Hauf rein, wobei wir diese nicht alle sofort abarbeiten konntne, da wir ja auch noch ein wenig von unserem Urlaub und unserer Familie haben wollten.
Auf jeden Fal gibt es genügend Stoff zu schreiben.