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Stress



Stress, Schmerzen und Ängste sind reduzierbar!

Wer viel zu tun hat, hat auch Stress. Aber oft ist es nicht nur die Menge an Aufgaben, die wir uns aufladen und erledigen, die uns Stress bereitet. Es gibt auch immer wieder Situationen, wo wir von außen unter Druck gesetzt werden, um bestimmte Anforderungen in begrenzter Zeit zu erfüllen. Dies gilt besonders für Prüfungen. Schüler können ein Lied davon singen, denn für manch einen ist jede Klassenarbeit eine derartige Stresssituation. Selbst dann, wenn der Stoff vorher gelernt wurde, stehen einige so unter Druck, dass das Gelernte scheinbar nicht mehr abrufbar ist.

Wirksame Entspannungstechniken gibt es viele. Die meisten haben allerdings den Nachteil, dass sie über mehrere Wochen täglich geübt werden müssen, wie z. B. das Autogene Training. Beherrscht man es, kann man sich in wenigen Sekunden aus der Stresssituation herausholen und die geforderte Leistung erfüllen. Doch genau hier hapert es bei den meisten Menschen. Das Üben der Techniken verlangt vorab Disziplin und Zeit. So verläuft so mancher Entspannungskurs nach anfänglicher Euphorie im Sande.

Es gibt aber auch andere Möglichkeiten der Entspannung, die sehr schnell wirksam werden. An erster Stelle hat sich die Progressive Muskelentspannung als extrem hilfreich erwiesen. Sie wirkt bei den meisten Menschen schon nach der ersten Übung und umso tiefer und schneller, je öfter man sie anwendet. Geeignet ist sie besonders u.a. bei verschiedenen Kopfschmerzen und Migräne, bei Stress, Schlafstörungen und auch Angstzuständen. Auch Erschöpfungszustände lassen sich wirksam beeinflussen.

Interessant ist, dass diese Technik den verspannten Körper, im Grunde mit seinen eigenen Mitteln austrickst. Denn genau dort, wo die Verspannung in der Muskulatur besteht, wird diese bewusst erhöht, einige Sekunden festgehalten und dann bewusst losgelassen. Der Entspannungseffekt setzt in den meisten Fällen sofort ein. Es werden aber nicht sämtliche Muskeln im Körper gleichzeitig angespannt, sondern immer nur bestimmte Muskelgruppen. Dabei ist es wichtig, sich auf diese ganz zu konzentrieren, um auch die anschließende Entspannung aufmerksam durchzuführen. Schnell merkt man, dass nach jedem Anspannen, die Entspannung besser gelingt. So arbeitet man sich durch den ganzen Körper. Das Ergebnis ist eine gelockerte Muskulatur, eine entspannte Haltung und seelische Ausgeglichenheit. Also die Voraussetzung für den Abbau von Stress und Schmerzen. Das Progressive Muskeltraining ist kinderleicht zu erlernen und wird genau deshalb auch von Schülern, z. B. vor Klassenarbeiten und von Erwachsenen vor Prüfungen gern angewendet. Das Ergebnis der regelmäßigen Anwendung ist eine erhöhte Aufmerksamkeit für Spannungsprobleme im Körper, so dass diese schon wahrgenommen werden, bevor es z. B. zu Spannungskopfschmerzen, Migräne oder Blackouts bei Prüfungsängsten kommt.
Das Progressive Muskeltraining kann im Sitzen und im Liegen, eigentlich ohne Einschränkung und fast unsichtbar, für Außenstehende durchgeführt werden. Für gewöhnlich beginnt man mit dem Anspannen der Faust während der Einatmung. Während der ca.5 Sekunden andauernden Anspannung konzentriert man seine Gedanken auf die gespannte Muskulatur. Mit der Ausatmung lässt man die Muskulatur los. Dieses Loslassen der Muskulatur soll möglichst schlagartig stattfinden und wieder bleibt die Aufmerksamkeit ganz am Ort des Geschehens. Die Übung wird wiederholt. Anschließend geht man mit seiner Aufmerksamkeit auf die andere Hand und wiederholt auch hier die Übung zweimal. Danach werden beide Fäuste gleichzeitig gespannt und gelockert. Immer aber mit der nötigen Sorgfalt und im Einklang mit Ein- und Ausatmung sowie Konzentration. So arbeitet man sich systematisch weiter durch den Körper: die Unterarme, die Oberarme – immer durch mehrere Muskelgruppen hindurch, bis der Körpre komplett entspannt ist.
Das Ganze hört sich vielleicht anfangs kompliziert und zeitraubend an, ist es aber nicht. Für den Anfänger ist es hilfreich, sich eine kompetente Einführung vom Arzt oder einer Physiotherapeutin geben zu lassen. Einmal gelernt, ist die Progressive Muskelentspannung ein tolles Werkzeug, um überall und jederzeit Stress, Ängste und Schmerzen zu reduzieren.

Tigerauge

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9 Kommentare

  1. Danke für diesen hervorragenden Bericht zum Thema Ängste und wie man die eigene Verkrampfung und Anspannung im Körper lösen kann. Ich frage mich allerdings, ob die Mitmenschen das wirklich nicht mitbekommen, wenn man solche Übungen macht, zum Beispiel in einer Prüfung? Wer von euch hat damit schon entsprechende Erfahrungen sammeln können?

  2. @ Miriam

    Du schreibst:

    >> ob die Mitmenschen das wirklich nicht mitbekommen <<

    Was sollte denn daran so schlimm sein, wenn es andere Menschen es mitbekommen?

    Beim „Autogenen Training“ braucht man ja nur kurz seine Augen schließen und in sich hineinhorchen. Beherrscht man diese Technik, kann man sich in wenigen Sekunden aus der Stresssituation herausholen und die geforderte Leistung erfüllen.

    Fragen mich trotzdem Mitmenschen, dann erzähle ich gerne was ich gemacht habe und diese sind meistens sehr erstaunt über diese Fähigkeit und möchten es selber erlernen.

  3. Ich bin selbst oft geplagt von Stress und wäre froh, wenn ich da ein Mittelchen hätte, das mir hilft, vorallem in Stress-Situationen ruhig zu bleiben und zu entspannen. Deswegen bin ich froh, dass ich über den Beitrag gestolpert bin. Ich werde mir mal weitere Infos zum Thema Autogenes Training oder der progressiven Muskelentspannung besorgen, denn das interessiert mich doch sehr! :thumbs1:

  4. Die progressive Muskelentspannung hört sich gut an. Weiß jemand wo man dazu Bücher oder CDs herbkommen kann? Ich möchte deswegen nicht extra Kontakt mit einem Psychologen aufnehmen :freu: :Hilfe:
    Kann man auch mit alternativen Heilmethoden wie der Akupunktur etwas in Richtung Stressabbau erreichen oder ist das nur für körperliche Beschwerden gut? Bei mir führt Stress oft zu Kopfschmerzen, wobei Schmerztabletten nicht immer helfen.

  5. Hallo Jetta,
    ich habe die progressive Muskelentspannung in einer Reha gelernt und kann Dir dazu ein paar sehr gute CD`s empfehlen.
    Sehr gut ist die Muskelentspannung nach Jacobsen, die CD heißt: “Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen – Entspannen – ruhen – gelassen sein”
    und die andere heißt: “Muskelrelaxation nach E. Jacobsen”.

    Ich habe sehr lange unter extremen Stress und den damit verbundenen Kopfschmerzen zu leiden gehabt, auch Schlafstörungen über Jahre haben die Kopfschmerzen hervorgerufen.
    Ich habe diese Art der Entspannung abends vor dem Einschlafen begonnen und es hat mir wirklich geholfen, einschlafen zu können.

    Ich wünsche Dir damit den gleichen Erfolg, den ich hatte. Ich kann wieder schlafen und die Kopfschmerzen halten sich in Grenzen. :clap:

  6. Hallo!!!

    Ich leide seit einigen Jahre unter dem Tinnitus!! Es war eigentlich nach ein paar Jahren so, dass ich mich daran gewöhnt habe…. seit gestern habe ich ihn extrem :wallbash: ich hab wirklich das Gefühl, dass ich bald durchdrehe!!! Mein HNO- Arzt meinte vor zwei Jahren etwa, dass ich ein psychischer Mülleimer wäre und ich solle mal an mich denken und nicht an alles andere- eben Stress vermeiden!! Ich für mich, sehe aber nicht, dass ich Stress habe und mir Gedanken um alles andere mache…. :????:

    Ich hab schon Angst davor, mein Gehör irgendwann ganz zu verlieren… da hat man irgendwie auch keinen Lebensmut mehr. Mir ist es peinlich, dass meine Umgebung mit mir normal spricht und ich nichts mehr verstehe, besonders seit gestern morgen!!!

    Werde denke ich mal einen anderen HNO – Arzt hinzuziehen und seine Meinung abwarten.

    Was ich mir so sehr wünsche, wieder normal zu leben, zu lachen und meine Umgebung verbal zu verstehen ohne ständig “Wie bitte?” zu sagen…
    Meint ihr dass progressive Muskelentspannung dabei hilft!?!?

    Vielleicht hat ja irgendjemand einen Tipp!!!

    LG, Caro

  7. @ Caro

    ich würde nicht nur einen anderen HNO – Arzt hinzuziehen, sondern auch einen Psychologen aufsuchen, denn ich meine da ist schon eine Depression vorhanden.
    Außerdem würde ich den Ratschlag und die Erfahrung von ulrike42004 annehmen und mir die beiden CD`s besorgen.

  8. Vielleicht sollte ich das wirklich mal machen…. aber wer gibt das schon gerne zu, dass etwas mit einem nicht stimmt!!? So ist es ja nicht nur der Tinnitus (der im übrigen was leichter geworden ist!!!) der mir zu schaffen macht, sondern auch das Nägel kauen!!! Was ich schon seit meiner Einschulung mache! Und jetzt bin ich 27!!!
    Aber Depressionen?!?! Also wenn ich Depressionen hätte, würde ich denke ich mehr in meiner eigenen Welt leben, alles schlecht sehen, nur noch zu Hause bleiben (gut, was ich auch mache, wenn mein Tinnitus es nicht zu lässt raus zu gehen, da verliert man in extrem fällen den Lebensmut, was aber keine Selbstmordgedanken oder ähnliches mit sich führt!!!!!!!!!Die hab ich nicht!!!) Bin eigentlich ein lustiger Mensch, der die Natur liebt, andere Menschen um sich braucht…. und gerne lacht!!!

    Ich werd über deinen Ratschlag wirklich ernsthaft drüber nachdenken!!! Danke dafür!!
    LG, Caro

  9. Ja Stress und Depressionen sind sehr gefährlich. Wenn man sich die zahlen der Suicide in Frankreich ansieht, dann ist das schon erschreckend.

    Die Zahl wird in Deutschland auch drastisch zunehmen :(

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