Im Zuge der bundesweiten Aktionen, gegen den Missbrauch von Alkohol durch Jugendliche, werden im Emsland am kommenden Wochenende, wieder Kontrollen durchgeführt. Anlass dafür, ist der 1. Mai, zu dem allerorten Feiern veranstaltet werden, auf denen bekanntlich Alkohol eine zentrale Rolle spielt. Kontrolliert werden stichprobenartig Geschäfte, Tankstellen, Kioske, Discounter, darauf, ob sie sich an das geltende Jugendschutzgesetz halten. Das sieht vor, dass Alkohol nicht an Jugendliche unter 16 Jahren abgegeben werden darf. Eltern sind aufgefordert, mit ihren Kindern das Thema offen zu besprechen und sie darauf hinzuweisen, welche Gefahren der Alkoholmissbrauch mit sich bringt.
Das Projekt KomA bietet Eltern, Jugendlichen und Interessierten, kostenlose Informationen, Hilfe und Unterstützung zum Thema an. Plakataktionen und mobile Veranstaltungen, sowie Tipps zur Gestaltung von Partys ohne Alkohol, sind nur ein kleiner Teil der Arbeit. Das Thema Alkoholmissbrauch ist in der Regel auch mit Schamgefühlen belegt. Deshalb bietet KomA auch die Möglichkeit sich anonym per email oder Telefon beraten zu lassen. Lt. eigenen Angaben stehen Jugendliche, die von KomA aufgeklärt und angesprochen wurden, ihrem persönlichen Alkoholkonsum heute kritischer gegenüber, als vor der Beratung. Das ist eine gute Nachricht.
Verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol will gelernt sein. Leider sieht es mit der Verantwortung nach den ersten zwei oder drei Bieren, bei vielen schon nicht mehr so gut aus. Alkohol baut nicht nur Hemmschwellen und gute Vorsätze ab, sondern auch kritische Selbstreflexion. Wer sich ein wenig in der Jugendszene auskennt und im Internet zum Thema recherchiert, der weiß, dass viele Minderjährige sich längst mit Alkohol eingedeckt haben. Er wird förmlich gehamstert. Ältere „Freunde“ werden einkaufen geschickt oder es wird einfach im Internet bestellt, was immer man möchte.
Kontrollen sind sicher notwendig, nur lösen sie das Problem nicht. Und das wächst ungeachtet aller Kontrollmaßnahmen des Bundes und der Länder. In erster Linie ist es die Familie, die einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol vorleben muss. Eltern, die selbst aus Langeweile oder Frust, immer wieder zur Flasche greifen, um „gut drauf“ zu sein, wer keine Feier ohne Alkohol gestalten und genießen kann, der kann schwerlich seine Kinder davon überzeugen, dass ein Leben ohne Rausch mehr Erfolg, mehr Gesundheit und mehr Freude bringt. Gerade hier sind Familien oft überfordert und allein gelassen.
Deshalb ist jede Initiative, die sich aufmacht und mit Engagement, Fantasie und Mut versucht, das Problem in der Gesellschaft präsent zu machen, ein Schritt zum Schutz unserer Jugendlichen. Doch werden alle Bemühungen wenig fruchten, wenn nicht der Stellenwert, den Alkohol in unserer Gesellschaft hat, drastisch verändert wird. Alkohol ist eine der härtesten Drogen unter den legalen und illegalen. Der Missbrauch hat fatale Folgen, Millionen Menschen erkranken jedes Jahr an den schweren gesundheitlichen Folgen, Existenzen und Familien zerbrechen. Und die Alkoholiker werden immer jünger. Gesellschaft – das sind nicht die anderen um uns herum – Gesellschaft, das sind wir alle. Und jeder ist für alles, was er beeinflussen kann, auch verantwortlich.
Nicht wegsehen, nur weil es nicht das eigene Kind ist, das betroffen ist. Sondern aufmerksam sein, das Gespräch suchen und wenn es sein muss, auch aktiven Jugendschutz leisten, indem man Eltern und Behörden benachrichtigt, bevor wieder ein Kind mit Alkoholvergiftung zusammenbricht.
Tigerauge
Ergänzung:
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Die Idee ist gut und richtig. Jedoch meine ich, dass viel mehr auf das Thema Alkohol seitens der Behörden eingegangen werden sollte.
Alkohol ist in den letzten Jahren ein zu selbstverständlicher Bestandteil der Jugend geworden.
Außerdem bin ich der Meinung, dass Betreibern von Gaststätten oder Einzelhandel bei Verstoß gegen dass Jugendschutzgesetz sofort die Konzession entzogen werden sollte. Denn er begeht eine schwerde Körperverletzung!!! :wallbash:
Solange der Staat am Verkauf von Drogen – und das ist Alkohol nun mal – mit verdient, werden auch die Maßnahmen, die er gegen den Missbrauch unternimmt, immer nur halbherzig sein. :down:
Wer sägt schon an dem Ast, auf dem er sitzt? Allerdings vergisst der Staat dabei eine Kleinigkeit: Mit einer Generation von Alkoholikern, lässt sich kein Staat machen … :wirre: