
Fassungslos blickt die Welt in diesen Tagen nach Oslo, wo ein religiöser Fanatiker 93 Menschen in den Tod riss, um so einen »Krieg für den Erhalt des europäischen Christentums, gegen Multikulturalismus, Marxismus und Islam«, auszulösen. Attentäter Anders Behring Breivik, der zuvor zwar durch rechtsgerichtete Einlassungen im Internet, jedoch nie durch Gewalttätigkeit aufgefallen war, hatte sich über einen langen Zeitraum auf die Anschläge vorbereitet, die deshalb nicht als Amoklauf, sondern als kaltblütig geplanter Massenmord bezeichnet werden müssen.
Am vergangenen Freitag zündete Breivik zuerst eine Bombe im Regierungsviertel von Oslo, die sieben Menschen in den Tod riss und gewaltige Zerstörungen anrichtete, ehe er zu einer kleinen Ferieninsel fuhr und dort weitere 86 Menschen, meist Jugendliche, mit einem Maschinengewehr erschoss.
Der Attentäter verstehe sich als legitimer Nachfolger der Kreuzritter und müsse notfalls den Märtyrertod auf sich nehmen, um den einzig wahren Glauben in Europa zu beschützen, verkündet er beim Verhör. »Ein einziger Mensch mit einem Glauben hat dieselbe Kraft wie 100.000, die lediglich Interessen verfolgen«, ließ er die Welt wenige Tage vor seiner Tat über Twitter wissen. Es ist die fatale Scheinlogik jedes religiösen Fanatikers, egal welcher Couleur und sollte Anlass sein, über das zerstörerische Potential von Religion an sich nachzudenken.

Gott oder Allah? – Egal!
Dieselbe kranke Konsequenz wie Breivik legten am 11. September 2001 die Attentäter von New York an den Tag. Hätte es Twitter damals schon gegeben, Breiviks Nachricht hätte ebenso gut von Mohammed Atta oder Osama Bin Laden stammen können. Auch sie kämpften für den »wahren Glauben«, nicht wahr? Und das ist meiner Ansicht nach das Wichtigste, was wir alle aus den furchtbaren Anschlägen lernen können: Keine Religion ist besser oder schlechter als die andere. Jede einzelne Glaubensrichtung beinhaltet bei entsprechender Radikalisierung das Potential zur Zerstörung der Welt. Da alle Religionen unüberprüfbare Behauptungen zu Dogmen erheben, neigt der Mensch dazu, die fehlenden Erklärungen durch Phantasiekonstrukte seines Gehirns zu ersetzen. So wird Gott selbst, der seit Anbeginn der Zeiten noch nie ein Wort dazu gesagt hat, zu einer Projektionsfläche für jeden denkbaren Auswurf kranker menschlicher Geister.
Breivik irrt durch den Dschungel seines Gehirns und folgt den Anweisungen eines Gottes, den er nach seinem Ebenbild erschaffen hat, ebenso wie Bin Laden dies tat. Wie die Päpste des Mittelalter es taten, als sie zu den Kreuzzügen aufriefen, oder Ayatollah Khomeini, als er ein ganzes Volk unter die Religionsknute zwang. Breivik selbst wäre mit derselben Zerstörungswut eine brauchbare, höchst geehrte Figur geworden, wäre er nur im Mittelalter geboren worden: Kreuzfahrer oder die spätere Inquisition hätten mit Sicherheit eine Verwendung für ihn gehabt.
Da er jedoch für seine Zwecke viel zu spät auf die Welt kam, wird Breivik auf den Ruhm seiner Taten glücklicherweise verzichten müssen. Uns allen hat er deutlich aufgezeigt, wie wichtig es ist, religiösen Fanatisierungstendenzen an jeder denkbaren Stelle entschlossen entgegenzutreten.
Tigerauge
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Ich finde es schrecklich, dass so ein Anschlag passiert ist. Die Menschen sind in unserer modernen Welt nicht mehr in Sicherheit. Ich fürchte, dass es in Zukunft mehr Attentate von Rechtsorientierten geben wird. Der Staat muss umbedingt dagegen etwas tun. Es sind so viele Meschen gestorben. Jetzt kann man sie leider nicht mehr retten. Daher muss man schon vor solchen Attentaten Sicherheitsmaßnahmen treffen. Mehr Fakten zu dieser Thematik konnte ich auf dieser Webpage finden.
Das ist eine sehr traurige, unfassbare Geschichte, ein echtes Drama, das ich dort in Norwegen abgespielt hat. Man kann sich nicht vorstellen, wie es den Angehörigen gehen muss. Ich bin froh, dass der Verbrecher gefasst wurde und nun seine Strafe absitzen muss. Oft bringen sich diese Mörder ja vorher selbst um, damit sie nicht ins Gefängnis müssen. Der Täter war bzw. ist geisteskrank, mehr fällt mir dazu nicht ein.