Trauriger November
Traurige Zeiten im Monat November?
Der November weist laut Statistik die höchsten Selbstmordraten auf. Kann es wirklich sein, dass mieses Wetter so starken Einfluss auf das seelische Befinden hat, dass manch einer sich zu einer solchen Kurzschlusshandlung hinreißen lässt?
Nein, das ganz sicher nicht. Bestenfalls kann trübes Wetter eine traurige Seele noch mehr bedrücken. Das Wetter im November hält meistens alles das parat, was wir Menschen mit Abschied verbinden. Der schöne Sommer ist zu Ende. Die Temperaturen sind gesunken. Das Blühen und Wachsen ist vorbei und Pflanzen und Bäume tauschen ihre leuchtenden Farben der Sommerzeit, in ein braun-gelbes und orange-graues Outfit. Blumen sind verblüht, die Blätter liegen auf dem Boden. Früchte sind längst geerntet und nirgendwo ist sprießendes Leben auszumachen.
Dazu kommt noch die Feuchtigkeit, die uns Nebel präsentiert, der oft den ganzen Tag anhält. Dicke Wolken hängen bedrohlich über allem und dann stellt sich noch ein ungemütlicher Dauerregen ein.
Das sind die Kennzeichen des Novembers. Viele Menschen assoziieren diese Dinge mit Abschied, Trauer, Einsamkeit, Ödheit, Bedrohtheit und man könnte meinen, sie wüssten nicht ganz genau, dass diese Zeit nur von kurzer Dauer ist. Gern lassen sie sich hineintragen in diese Abschiedsstimmung und bleiben missmutig und lustlos darin stecken. Aber ist das eigentlich tatsächlich so, wie ich es gerade beschrieben habe? Ist es nicht einfach zu kurz gedacht, wenn man sich auf diese Abschiedsstimmung fixiert?
Brögbern - Sandbrinkerheide Novemberstimmung
Wie wäre es, einfach mal einige Schritte in Gedanken von diesem Bild zurückzutreten, um auch das zu sehen, was neben, unter und über diesen Eindrücken steht. Vergleichen wir einfach mal einen Tag mit den Ereignissen der Jahreswechsel. Dann stünde der November am Ende des Tages in der Dämmerung. Wie sieht es abends bei uns aus, nach einem Tag, an dem wir gearbeitet und geschafft haben? Wir spüren eine gewisse Erschöpfung und Müdigkeit. Eigentlich möchte man keine neue Tätigkeit mehr beginnen. Sich einfach nur hinsetzen und ausruhen. Vielleicht einen Tee trinken aber keinerlei Verpflichtungen mehr nachgehen.
Ausruhen bedeutet Entspannung und Tatenlosigkeit. Ruhe und Stille. Eine Vorbereitung auf die Nacht, die uns erholsamen Schlaf schenken soll. Genauso verhält sich die Natur im November. Nach der üppigen Zeit des Erschaffens, braucht sie eine Auszeit. Auch sie bereitet sich auf den Winter vor, in dem sie neue Kräfte sammeln will, um im nächsten Jahr wieder ihre sprühenden Farben und neues Leben kreativ zu schaffen.
Auch unser Jahr neigt sich dem Ende zu. Wer mit der Natur lebt, wird ihre Botschaft verstehen. Die aktive Zeit neigt sich dem Ende. Ruhe, die wir alle dringend brauchen, stellt sich ein, um Reserven wieder aufzutanken.
Wenn man den November aus dieser Blickrichtung betrachtet, dann ist er schon gar nicht mehr bedrohlich oder trübe, denn auch in dieser Zeit lohnen sich Spaziergänge, auf denen sich die ungewöhnlichsten Zauberwelten präsentieren, wenn man sich einmal in die Wälder und Moore aufmacht. Da ist es schnell vorbei mit der Langeweile und dem Trübsinn. Nebelschwaden im Moor und über Weiden sind atemberaubende Erlebnisse, denen man nur staunend zusehen kann. Früh morgens kann man Hunderttausende von perlenbesetzten Spinnennetzen dicht an dicht an den Wegrändern entdecken. Auf diesen Spaziergängen finden sich eine Unmenge von natürlichen Materialien wie bunte Blätter, seltsam geformte Äste, die vom Baum gefallen sind, die verschiedensten Gräser und Steine schreien geradezu danach, dass man sie aufsammelt und mit nach Hause nimmt. Mit ihnen lassen sich an trüben Tagen, in gemütlichen Stunden hübsche Herbstdekorationen gestalten, oder extravagante Collagen arrangieren, die man als kleine Geschenke zu diversen Besuchen bei Freunden mitnehmen kann. November ist die Zeit, in der man in sich geht. Das gilt für alle Aktivitäten, die sich nunmehr im Haus abspielen, damit Seele und Körper spüren, dass sie jetzt ausruhen dürfen. Nehmen wir doch diese Zeit für das, was sie uns anbietet und freuen uns an den Erinnerungen des Sommers, der schon bald wieder zurück sein wird.
Tigerauge

11. November 2008 um 21:17
Also ich finde den November gar nicht so schlimm und schon gar nicht als Grund eine Depri zu bekommen. Klar ist es oft grau und trübe draussen, aber das kann man nu mal nicht ändern und ist auch schnell vorbei.
Aber wenn die Sonne scheint, sieht die Natur wunderschön aus, einfach toll die Farben der Natur in dieser Jahreszeit.
Na und irgendwie denkt man doch schon langsam an die Adventszeit und an Weihnachten.
Gemütlich zusammensitzen mit Kaffe und Weihnachtsgebäck …..mhhhhh.
Das einzige, was mich stört ist, dass es so früh dunkel wird und die Temperaturen zu mild sind, dadurch regnet es eben öfter.
Im November stellt man sich auf den bevorstehenden Winter ein. Die warmen Klamotten werden wieder rausgekramt und die Sommersachen nach hinten in den Schrank geschoben. Man deckt sich mit Kerzen und Tee ein, um es sich Zuhause gemütlich machen zu können.
Man sollte die Ruhe genießen: Ruhe ist Glück, wenn sie ein Ausruhen ist” (Ludwig Börne), denn der Weihnachtsstress geht für viele Menschen bald los für mich jedoch nicht.
Ich wünsche allen einen schönen November.
12. Februar 2009 um 09:17
Ein schöner Beitrag. Der November ist jetzt zwar schon wieder was her, aber ich finde diese Jahreszeit eigentlich auch nicht schlimm. Ich bin auch mal gerne drinnen, im Warmen zusammen mit meinen Liebsten. Und außerdem ist es meiner Meinung noch nochmals so gemütlich, wenn es draußen richtig kalt und es schon früh dunkel wird.
13. Februar 2009 um 09:55
Viele Menschen haben im November und generell in den Wintermonaten Depressionen. Mich würde mal interessieren, was ihr so dagegen tut? Kann mir schon vorstellen, dass ein ausgiebiger Spaziergang in der schönen Natur und Winterlandschaft WUnder bewirken kann. Aber Sport als Antidepressivum fällt bei der Kälte definitiv aus!!