Umweltgifte unfreiwillig und freiwillig konsumiert
Aktuelle Meldung:
Rund 1000 bäuerliche Betriebe wurden alleine in Niedersachsen vorsorglich geschlossen, da sie offenbar mit dioxinverseuchten Futtermitteln beliefert worden waren. Mit dem Sammelbegriff Dioxin bezeichnet man eine Reihe hochgiftiger chemischer Substanzen, unter anderem auch jenen Stoff, der damals bei der Katastrophe von Seveso ausgetreten ist.
Warum nur hantieren wir Menschen derart bedenkenlos mit potentiell tödlichen Substanzen? Ob Atommüll, Chemiedreck oder selbst der häusliche Toilettenreiniger: Wir jonglieren mit dem Tod. Ein wenig Dioxin hier, Schwermetalle dort, quecksilberhaltige, angeblich umweltfreundliche Energiesparbirnen: aus diesem Cocktail trinken wir täglich. Jeder von uns. Denn längst hat der Dreck uns an unseren sensibelsten Stellen gepackt: Über Luft, Wasser und die Nahrungskette bekommen wir zurück, was wir ausgesendet haben. Gleichzeitig herrscht Ratlosigkeit darüber, warum die Menschen immer leidender werden und Krankheiten wie Krebs überall auf dem Vormarsch sind. Was sollte auch das eine mit dem anderen zu tun haben? Wir bezahlen schließlich einige Tausend hoch dotierte EU-Beamte dafür, die Grenzwerte für giftige Substanzen jeweils so anzuheben, dass sie gerade noch ärztlich abgesegnet werden können, ohne den Herstellern allzu sehr auf die Zehen zu treten.

Die Werbung hat ganze Arbeit geleistet:
Wir haben uns an das Gift gewöhnt. Es macht uns keine wirkliche Angst mehr. Da ist zum Beispiel das kleine, harmlose Desinfektionstüchlein, mit dem das Kinderspielzeug klinisch rein und bakterienfrei geschrubbt wird. Dass es zigfach schädlicher wirkt, als jeder Hundedreck, mit dem das Spielzeug irgendwann in Berührung gekommen sein könnte, das ist längst unserem Bewusstsein entschwunden.
Lebensmittel jedenfalls, da sind sich alle einig, müssen vor allem eines sein: billig. Egal wie. Diesem Ziel wird alles andere untergeordnet. Selbst finanziell wohlhabende Menschen fahren heute in ihren vollklimatisierten Luxuskarossen mit Sonderausstattung vor dem Discounter vor, immer auf der Jagd nach dem günstigsten Steak, dem billigsten Ei. Dass dieser Preiskampf Folgen für die Produktionsmethoden hat, das kann sich jeder leicht selbst ausrechnen.
Der genialste Schachzug der Giftmischer jedoch ist die Tatsache, dass die so verursachten Krankheiten wiederum durch Gift bekämpft werden. Ja, gegen die Folgen der allgemeinen Vergiftung schlucken wir wiederum, und das völlig freiwillig – Gift. Nur dann eben unter einer beschönigenden Bezeichnung: Der Mann mit dem weißen Kittel nennt es dann »Medizin« und tätschelt uns väterlich die Wange während er erklärt: »Nehmen Sie drei davon. Täglich. Sollten Sie Nebenwirkungen feststellen, dann kommen Sie wieder. Ich gebe Ihnen dann ein Gegenmittel.«
Würden wir uns die Mühe machen und die Beipackzettel genau studieren, dann würden wir feststellen, dass dieser Chemiecocktail de Luxe aus denselben Giftküchen stammt, wie viele der Substanzen, die uns tagtäglich so krank gemacht haben.
Tigerauge
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Astrid Grotelueschen CDU
