Etwas naserümpfend blicken einige Kommentatoren dieser Tage auf die USA, die nur knapp an einem Staatsbankrott vorbeigeschrammt sind. Der besonders konservative Teil der Republikaner, allen voran die Tea-Party-Bewegung, machte massiv Stimmung gegen eine Anhebung der Schuldenobergrenze und die damit verbundene Erhöhung der Staatsverschuldung. Ohne diese aber droht der USA die Zahlungsunfähigkeit. Das bedeutet nichts anderes, als dass die stärkste Volkswirtschaft der Welt ihre Rechnungen nur noch auf Pump bezahlen kann. Seinen Wunsch nach Steuererhöhungen konnte Präsident Barack Obama gegen diese massiven Widerstände nicht durchsetzen. Der nun offenbar anstehende Kompromiss sieht vor, dass ein Sparprogramm für die nächsten zehn Jahre aufgelegt werden muss, dessen Einsparungsvolumen der Summe entspricht, um die die Schuldenobergrenze ausgeweitet wird.
Eine Opposition, die diesen Namen verdient
Meiner Ansicht nach sind diese Vorgänge gar nicht so katastrophal, wie sie landauf, landab dargestellt werden. Offenbar besitzen die USA eine Opposition, die diesen Namen verdient, ganz im Gegensatz zu uns. Natürlich geben Amerikas Ultrakonservative, allen voran Sarah Palin, manchmal ein mehr als bizarres Bild ab, und man kann froh sein, dass sie von Barack Obamas Demokraten in Schach gehalten werden. Dennoch haben Amerikas Konservative ihrem Land einen großen Dienst erwiesen: Sie haben sich einer Politik unbegrenzter Schulden und endloser Steuererhöhungen mutig entgegen gestellt. Somit stellen sie, zumindest für dieses Thema, eine Kraft dar, wie wir sie uns in Deutschland nur dringend wünschen könnten.

Grenzenlose Schuldenpolitik – Wohin die führt, erleben wir gerade
Weder Griechenland noch Irland, auch nicht Spanien, Portugal oder Italien, besitzen eine politische Gegenkraft, die aus eigenem Antrieb auf sauberen Staatsfinanzen besteht. Diese Tatsache hat die Länder an den Rand des Staatsbankrotts geführt, mit allen unerfreulichen Folgen für die Gemeinschaftswährung Euro, die sich uns heute darstellen. Auch Deutschland besitzt solch eine Kraft nicht. Politiker aller Parteien überschlagen sich vor Ideen, wofür sie Geld ausgeben würden, wenn sie nur die Macht dazu hätten. Angebliche »Sparvorschläge« beschränken sich meistens auf faktische Steuererhöhungen. Als, verglichen mit den USA, verhältnismäßig kleines Land, haben wir die 2-Billionen-Euro-Grenze bald überschritten: Zwei Millionen Millionen beträgt unsere Staatsverschuldung nun bald, und ein Ende ist nicht absehbar. Ganz klar, dass der Zahltag immer näher rückt, und dass die Politiker nicht zögern werden, uns dann an die Bedeutung des Wortes »Bürger« zu erinnern: Ein Bürger, das ist jemand, der für den Unsinn bürgt, den ein anderer anrichtet. Mich hat man nie gefragt, ob ich »Bürger« sein möchte und in welchem Umfang. Sie etwa? – Ich freue mich auf Ihre Kommentare zu diesem Thema!
Tigerauge
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Ackern, knechten und sparen

God bless America! Naja, ob “God” das angesichts dieser Schuldenkrise noch macht, sei mal hingestellt… aber ich finde ja grundsätzlich gut, dass jetzt ein Sparprogramm kommen wird. Ich glaube nicht, dass Obama an der ganzen Sache schuld ist, meistens sind Fehler schon viel früher gemacht worden. Hoffen wir, dass die USA die Kurve kriegt.
Was würde eigentlich geschehen, wenn die USA pleite gehen würde? Gibt es vergleichbare Beispiele? Würde die Weltwirtschaft zusammenbrechen? Würde es eine Inflation geben? Welche Folgen hätte es? Seid ihr der Meinung, dass sich die USA tatsächlich wieder aus dem ganzen Schlamassel rausziehen wird? Ich glaube schon, aber natürlich muss es der normale Bürger wieder ausbaden.