Vorurteilsvirus
Das VoVi schwächen
Neben den gängigen Viren aus der HN-Serie, gibt es noch ganz andere, die wesentlich gefährlicher sind und längst die ganze Welt durchseucht haben.
Eines davon ist von unglaublicher Kraft und Wandlungsfähigkeit und seine Strategie stellt alles in den Schatten, was Viren jemals angerichtet haben. Dieses Virus macht nicht den Menschen Probleme, die von ihm befallen sind, sondern all denen, mit denen die Überträger in Kontakt kommen. Vielleicht hinkt der Vergleich mit der Bezeichnung Virus ein wenig, aber eine Verwandtschaft ist nicht von der Hand zu weisen. Ich denke dabei an die allseits beliebten und gehegten Vorurteile. So grundsätzlich könnte man sage, dass Vorurteile eine Art pandemische Viren sind. Menschen mit Vorurteilen wissen in den meisten Fällen nicht, dass sie mit diesem Virus befallen sind. Im Gegenteil, sie empfinden diese Viren noch als einen Baustein ihres gefestigten Charakters. Das Virus “Vorurteil” blendet den, der erkrankt ist und macht ihn zu einem unkritischen Wesen, das jeder Manipulation ausgeliefert ist.

Selber glaubt man ja, dass man diese Erkrankung nicht hat und sich auch niemals irgendwo anstecken lassen wird. Da vertraut man ganz auf seinen Intellekt. Doch das ist ein Trugschluss und ein Zeichen dafür, dass man längst infiziert ist. Das “VoVi “- so die offizielle Bezeichnung für das Vorurteilsvirus - nistet sich nämlich nicht erst in die Köpfe ein, wenn das Opfer schon über ein selbstständig denkendes Gehirn verfügt, sondern schon in einer Phase des Lebens, in der man noch darauf angewiesen ist, das zu glauben, was andere einem erzählen. Das Fatale daran ist, dass das VoVi sich tief in die hintersten Ecken des Unterbewusstseins zurückzieht und von dort seine unheilvollen Machenschaften ausübt. Wie ein Trojaner schickt es Botschaften in das Bewusstsein des Erkrankten, schaltet geschickt die Firewall aus und gaukelt dem Träger vor, dass seine Urteile und Aussagen auf begründeten Fakten beruhen. Tatsächlich beruhen sie aber auf irgendwelchen diffusen Gefühlen zwischen Angst und Misstrauen.

Es gibt gegen dieses Virus keine Medikamente und keine Impfungen. Obwohl es seit ewigen Zeiten den Menschen das Leben zur Hölle macht. Oft kommt es noch im Tripak daher mit seinen Kumpeln Arroganz und Intrige. Dennoch gibt es eine Möglichkeit, das VoVi mit samt seinen Verbündeten zu schwächen. Die Strategie ist allerdings elendig anstrengend. Für den tapferen Krieger, der den Kampf mutig aufnimmt, fühlen sich die ersten Siege anfangs nicht immer gut an. Muss er doch dabei in seinen eigenen Spiegel blicken und erkennen, dass er Vieles nicht aus seinem gesunden Menschenverstand heraus gedacht und gelebt hat, sondern aus alten Manipulationen und eingetrichterten Ansichten anderer. Wer bereit ist, das Risiko einzugehen wird dafür aber reich belohnt! Belohnt mit erweitertem Horizont, mit neuen fruchtbaren Kontakten, belohnt auch durch das herrliche Gefühl, endlich einmal über seinen Tellerrand hinaus zu schauen und die Köstlichkeiten des reich gedeckten Tisches zu erblicken und zu genießen.
Die Behandlung um das VoVi los zu werden heißt: Behauptungen hinterfragen. Und das konsequent und immer wieder. Ohne Ansehen der Person und seiner Stellung. Die Therapie ist kostenlos, ohne schädliche Nebenwirkungen und man kann überall und sofort damit beginnen. Zum Beispiel gleich hier auf Olle Piepen, mithilfe der Kommentarfunktion.

Um zu zeigen, was ich meine, gebe ich mal ein Beispiel vor. Eine Aussage, die jeder kennt und die man gerade jetzt oft hört. Setzen Sie sich einmal mit diesem Satz auseinander:
“Politiker haben doch keine Ahnung, was im Land abgeht.
Sind alle gleich und lügen, dass sich die Balken biegen.”
Wie gesagt, das ist eine Beispielaussage des Volksmundes und keine Behauptung von mir.
Ist es ein Vorurteil?
Tigerauge
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Tags: Internet, Olle Piepen

10. September 2009 um 15:12
Oh ja, das ist teilweise echt richtig schlimm, mit was für Vorurteilen man leben muss. Ich denke jeder von uns hat auch seine Vorurteile gegen bestimmte Dinge, ob es nun halbwegs begründet sein mag, oder überhaupt gar nicht. Vorurteile sind meiner Meinung einfach nicht gut, sie bringen letztlich nichts. Vielleicht haben wir sie nur, um uns selbst vor irgendetwas zu beschützen?!
15. September 2009 um 09:21
Als ich noch ein Kind war, hatte ich unglaublich viele Vorurteile vorallem in Bezug auf Nahrungsmittel. Ich habe so ziemlich alles abgelehnt, was nicht von der Mutti oder der Omi zubereitet bzw. gekocht wurde. Zum Glück sehe ich das heute anders und habe mich kulinarisch weiterentwickelt, wenn man so will.
Ansonsten würde ich auch wünschen, dass in dieser Gesellschaft nicht mehr so viele Vorurteile herrschen würden. Dann wären die Menschen freier und offener!