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Weihnachtszeit Spendenzeit


Während in Lingen und im Emsland zu Weihnachten viele mit verklärtem Blick auf den geschmückten Baum und in die brennenden Kerzen blicken, sieht es im Rest der Welt anders aus. Der Rest, das ist so ungefähr ¾ der Menschheit, die nicht im Traum, an ein Weihnachten denkt, wie wir es feiern können.

Bei ihnen herrscht Armut, Not, Krankheit, Unterdrückung, Terror, Krieg und unermessliches Leid. Diese Länder haben Namen: Afrika: Äthiopien, Somalia, Sudan, Tschad …; Asien: Indien, Myanmar, Pakistan, Thailand …; Orient: Afghanistan, Algerien, Georgien, Israel, Libanon, Tschetschenien …; Lateinamerika: Kolumbien … Dies ist nur eine kleine Auswahl von Orten unserer Welt, wo Krieg, Bürgerkrieg und Menschenrechtsverletzungen ganz alltägliche Ereignisse sind. Wo Kinder keine Kindheit haben, wo Kinder verletzt und getötet werden, weil Erwachsene sich dafür entscheiden, dass dies geschieht. Wo Menschen verhungern und an harmlosen Krankheiten wie Durchfall sterben. Wo es kein Trinkwasser gibt und keine Nahrung, keine Kleidung, keine Wohnung, keine Bildung und keine Zukunft. Auch während zu Weihnachten, von den Kanzeln dieser Welt, Liebe und Barmherzigkeit gepredigt werden, werden unschuldige Menschen gequält und getötet, manche schon im Mutterleib verstümmelt, durch vergiftetes Wasser und kontaminierte Nahrung.

Selbst die ärmsten Kinder in unserem Land sind Königskinder, gegen die ärmsten Kinder dieser Welt. Sie haben ein Dach über dem Kopf, gute Nahrung, sauberes Wasser, Kleidung, sie können zur Schule gehen und sich bilden. Überall dort, wo es an diesen Eckpfeilern eines menschenwürdigen Lebens fehlt, werden Menschenrechte verletzt.

Zu Weihnachten wird massiv auf diese Missstände aufmerksam gemacht und in reichen Ländern an das Gewissen der Menschen appelliert, an die unzähligen Hilfsorganisationen Geld zu spenden. Viele Menschen sind verunsichert und wissen nicht, wie sie die Spreu vom Weizen trennen sollen, denn auch hier nutzen skrupellose Menschen die erhöhte Spendenbereitschaft der Menschen in den reichen Industrieländern aus.

Was bewirken Spenden?

Selbst, wenn sie dort ankommen, wo sie gebraucht werden, um Krankenhäuser und Schulen zu bauen, um Brunnen bereitzustellen und lebenswerte Zustände herzustellen: Das Problem wird nicht gelöst dadurch. So schlimm, wie es klingt, unkontrollierte Spenden sind sogar der Grund dafür, dass sich die Zustände in einigen Ländern nicht ändern. Regierungen, die nicht in der Lage sind, ihr Volk vor Ausbeutung und Missbrauch zu schützen, verlassen sich mittlerweile auf Spenden und sehen keine Notwendigkeit zum Handeln. Wohl den Ländern, die über Bodenschätze verfügen, da besteht Hoffnung, dass die westliche Welt eingreift und mit Waffengewalt die Regierungen stürzt, um anschließend das Land neu aufzubauen. Natürlich nur soweit, dass die Grundbedürfnisse gedeckt sind, damit die Menschen sich fügen und regieren lassen. Die Ausbeutung findet dann unter neuen Machthabern statt, die dank Technik und ‚Know How’, die Bodenschätze für sich zu gewinnen und die Bevölkerung als billige Arbeitskräfte zu nutzen wissen. Der Gewinn aus derartigen „Schutzkriegen“ ist weitaus höher, als die Investition, die in die Deckung der Grundbedürfnisse der Bevölkerung getätigt wird.

Natürlich ist das kein Grund zu sagen: „Wenn das so ist, dann spende ich eben nicht mehr.“ Sondern im Gegenteil. Spenden um sofort Leid zu lindern sind notwendig. Nur darf damit die Hilfe nicht aufhören. Es muss das ganze Jahr über investiert werden, in dem man Organisationen unterstützt, die als Ziel eine gesellschaftliche Umgestaltung hat. Es muss in Bildung investiert werden, denn nur so können die ärmsten Menschen ihre Situation erfassen und begreifen, wem sie ihre Armut zu verdanken haben. Erst dann werden sie in der Lage sein, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und eine Zukunft zu gestalten. Spenden Sie – aber spenden sie richtig. Informieren Sie sich, wozu ihr Geld benutzt wird, wie es eingesetzt wird. Sichern sie durch Eigeninformation ab, dass ihr gespendetes Geld so eingesetzt wird, dass Menschen durch Ihre Spende in die Lage versetzt werden, eigenverantwortlich und selbständig ihr Leben zu gestalten! Geben Sie einfach einmal bei Google ein: „Verwendung von Spendengeldern“. Dort bekommen Sie viele interessante Informationen und Einblicke in Projekte, die Sie vielleicht direkt unterstützen möchten. Bevor Sie Geld investieren, von dem Sie nicht wissen, wo es bleibt, investieren sie ein wenig Zeit, dann haben auch Sie an Ihrer Spende Freude!

Tigerauge



1 Kommentar

  1. Hallo Alfred,

    ich wünsche Dir ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2009!

    Ich wünsche mir auch im neuen Jahr wieder viele fundierte Blogs zu den wichtigen Themen auf dieser Welt!

    Beste Grüße

    Freddy

    :2thumbs:

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