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Wetter



Wetterwirtschaft

Manchmal habe ich das Gefühl, dass das Wetter und die Wirtschaftslage nicht nur das große „W“ am Anfang gemeinsam haben. Das Wetter ist ja schon länger nicht mehr zuverlässig. Seit wir in der Rezession stecken, laufen die Meldungen zur Wirtschaftslage und zum Wetter parallel. Beim Wetter wird täglich gewechselt zwischen Hoch und Tief, Sonne, Regen, Sturm und Schnee. Die gleichen Eigenschaften präsentieren uns die Medien in Punkto Wirtschaft: Hoch, Tief, Stagnation, Aufschwung, Pleiten … Und das im täglichen Rhythmus. Wer also möchte, dass es wieder bergauf geht, liest die Zeitung nur noch alle zwei Tage.

Der einzige Unterschied zwischen den Meldungen scheint zu sein, dass uns das Wetter schneller und direkter trifft. Um diese Wechselduschen zwischen 36 C Grad und 13 C Grad im 24-Stundenwechsel zu vermeiden, können wir nicht einfach nur alle zwei Tage aufstehen. Die Einflüsse des Wetters ereilen uns auch innerhalb unserer vier Wände. Wir sind ihm schutzlos ausgeliefert. Es sei denn, Sie haben ein Haus mit Keller. Dann können Sie versuchen, die Unterschiede auszugleichen, indem Sie an heißen Tagen in den Keller ziehen und an kalten auf den Dachboden. Kann man ja machen, alles eine Frage der Organisation. Und ich kann mir denken, dass manch einer mit schwachem Kreislauf das längst so macht.

Bei mir jedenfalls knickt neuerdings nicht nur der Kreislauf regelmäßig ein, sondern es tauchen auch andere Veränderungen auf, von denen ich nie gedacht hätte, dass das Wetter darauf Einfluss haben könnte. Eines dieser Phänomene ist der verminderte Platz im Hausflur. Grund dafür ist die Garderobe, die aus allen Nähten platzt, weil Jacken und Mäntel aller Familienmitglieder dort hängen. Und zwar nicht nur die leichten für den Sommer, sondern auch die Wetter- und die Winterjacken, die man ständig griffbereit haben muss. Sollte das so bleiben, werde ich mir etwas zur Lösung des Problems einfallen lassen müssen. Besucher können schon jetzt nur noch die Diele passieren, wenn sie seitlich laufen und ihr Gesicht mit beiden Händen vor Knöpfen, Reißverschlüssen und Anorakbändchen schützen.

Ein anderer ärgerlicher Nebeneffekt ist die steigende Stromrechnung. Knallt die Sonne rein, gehen die Rollläden runter und es ist tagsüber stockdunkel. Also brennt den ganzen Tag das Licht. Es ist zu überlegen, ob ich die Fenster gegen Solarzellen austausche.

Dennoch scheint es mir so, als kämen Probleme auf uns zu, die nicht so ohne Weiteres zu lösen sind. Wenn es morgens in Strömen gießt und hagelt, muss ich am Abend vorher die Winterreifen mit den Schneeketten aufziehen. Mittags sind die Straßen so aufgeheizt, dass die Ketten ein unschönes Muster hinterlassen. Das könnte teuer werden, denn die Spur führt bis vor meine Haustür. Auch mein Hund leidet unter den Wetterwechseln. Vor allem der permanente Fellwechsel, der früher zweimal jährlich stattfand, bereitet ihm Unbehagen und Juckreiz. Von dem Fellmengen, die wir täglich aus dem Teppichboden saugen, will ich gar nicht reden.

Bei dem ganzen Dilemma, können wir aber tendenziell davon ausgehen, dass es durchgängig noch heißer wird. Deshalb habe ich mir überlegt, dass ich einen Anbau der besonderen Art am Haus starten werde. Wenn schon alles kopfüber geht, warum nicht auch das Wohnen? Ich werde meinen Kellerboden öffnen und das Haus nach unten aufstocken! Dort werden die Zimmer immer kühl sein und ich habe gleichzeitig Schutz gegen die zunehmenden Stürme! Außerdem könnte ich mir denken, dass auch mein Kreislauf die Ebenenverlagerung danken wird. Mein Architekt war übrigens sehr angetan von meiner Idee. Er sprang begeistert auf und ich konnte an seinen Augen erkennen, dass ihm die Größe meiner Überlegung klar wurde! Er sitzt seitdem in meinem Keller und rechnet und zeichnet, was das Zeug hält. Deshalb muss ich den Artikel hier jetzt beenden, um ihm schnellsten eine Tasse Tee zum Aufwärmen zu bringen.

Aus Gründen des Klimaschutzes habe ich mich mit der Angelegenheit: “Energieausweise für Immobilien” auseinander gesetzt und diese Seiten ins Netz gestellt.

Tigerauge

Entsprechende Artikel auf “Olle Piepen” zum Thema:

Treibhauseffekt

Klimawandel

Umweltschutz

Gift im Spielzeug

Lingen: Atomkraftwerk abgeschaltet



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