Aktien Europa: Moderate Verluste nach einem freundlichen Feiertagsstart

PARIS/LONDON (dpa-AFX) – Europas Börsen sind an Christi
Himmelfahrt nach einem freundlichen Start in die Verlustzone
gedreht. Da die Handelsumsätze, wie an Feiertagen üblich, recht dünn
seien, müssten Schwankungen dieser Art einkalkuliert werden, sagte
ein Börsianer.

Der EuroStoxx 50 sank am späteren Vormittag um
0,22 Prozent auf 3578,85 Punkte, nachdem er zum Handelsstart noch
die Marke von 3600 Punkten übersprungen hatte. In Paris verlor der
CAC-40 0,16 Prozent auf 5332,65 Punkte, und der
Londoner FTSE 100 büßte 0,19 Prozent auf 7500,91
Punkte ein.

Impulse für den Handel kamen an diesem Donnerstag vor allem aus
den USA: Die meisten Mitglieder der US-Notenbank Fed hatten sich
laut dem Protokoll der vergangenen Sitzung für eine baldige
Fortsetzung der geldpolitischen Straffung ausgesprochen. Da ein
weiterer Zinsschritt im Juni bereits mehrheitlich erwartet wird, war
das zwar keine Überraschung mehr. Allerdings signalisierte die Fed
zugleich, sie wolle mehr Hinweise abwarten, ob die jüngste
Wirtschaftsschwäche in der weltgrößten Volkswirtschaft tatsächlich
nur vorübergehend sei. Erst dann soll es mit dem Abbau
geldpolitischer Stimuli weitergehen.

Unter den 19 Branchen Europas war der Bergbausektor Schlusslicht
mit knapp einem Prozent Minus, während der Versorgersektor
favorisiert wurde und um 0,27 Prozent zulegte.

Weiter im Blick der Anleger an Europas Börsen standen die Aktien
von Safran , die tags zuvor zusammen mit denen von
Zodiac über längere Zeit vom Handel ausgesetzt worden
waren. Der französische Luftfahrt- und Rüstungskonzern teilte
schließlich mit, dass er nach der Gewinnwarnung des
Flugzeugausrüster Zodiac im März nun nicht mehr so viel zahlen
wolle, wie ursprünglich geplant. Die Offerte wurde von 29,47 auf 25
Euro je Aktie gesenkt. Die Safran-Aktien gewannen an der
EuroStoxx-Spitze nun 1,14 Prozent.

In London büßten außerhalb des „Footsie“ die Aktien von Petrofac
mehr als ein Fünftel an Wert ein. Nachdem die
britische Strafverfolgungsbehörde SFO (Serious Fraud Office)
Ermittlungen wegen Korruption aufgenommen hat, suspendierte der Öl-
und Gaskonzern seinen Vorstand (COO) Marwan Chedid.

Die Anteile von Tate & Lyle gaben um 2,28 Prozent
nach. Der Zuckerhersteller hatte seine Bilanz für das Geschäftsjahr
2016/17 vorgelegt. Laut dem irischen Analystenhaus Davy Research
könne der Südzucker -Konkurrent auf ein von
Fortschritten gekennzeichnetes Jahr zurückschauen. Allerdings dürfte
sich nach den Zahlen die Konsensschätzung für den operativen Gewinn
im laufenden Geschäftsjahr kaum ändern./ck/stb

ISIN GB0001383545 FR0003500008 EU0009658145 EU0009658160

AXC0045 2017-05-25/11:10

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