Aktien Europa: Weiter moderate Zugewinne mit anhaltend starkem Euro

PARIS/LONDON (dpa-AFX) – Europas Aktienmärkte haben ihre leichte
Aufwärtsbewegung aus der letzten Woche am Montag fortgesetzt. Im
Fokus steht nach wie vor der Euro, für den Experten einen weiteren
Anstieg erwarten. Exportunternehmen macht das allerdings zu
schaffen, da ihre Produkte für Abnehmer außerhalb der Eurozone somit
teurer werden.

Der EuroStoxx 50 legte am Vormittag nach
anfänglichen Verlusten um 0,23 Prozent auf 3589,59 Punkte zu. In
Großbritannien ging es für den FTSE 100 um 0,17
Prozent auf 7431,75 Zähler nach oben. Auch in Frankreich gewann der
CAC-40-Index dazu: Um 0,20 Prozent auf 5401,01
Punkte.

Mangels kursbewegender Konjunkturdaten und schwachen Vorgaben von
der Wall Street ist die „Stimmung insgesamt heute eher gedämpft“,
schrieb James Hughes, Marktanalyst von AxiTrader in einem Kommentar.
Vor allem richten sich die Augen der Anleger wieder auf die
Entwicklung des Euro, dessen Anziehen bereits in der letzten Woche
größere Kursgewinne begrenzt hatte.

„Die Gemeinschaftswährung nähert sich so langsam wieder der Marke
von 1,20 US-Dollar“, schätzt Hughes Kollege Milan Cutkovic.
Kurzfristig sei mit einem weiteren Anstieg zu rechnen. Sollte die
von ihm genannte Schwelle überschritten werden, sieht
Börsenbriefautor Hans Bernecker den Euro demnächst sogar bei 1,25
Dollar.

Einer der Gründe für den jüngsten Zuwachs ist die von mehreren
Fed-Mitgliedern geäußerte Sorge über den langsamen Anstieg der
US-Inflationsrate. Damit sind auch die Hoffnungen in Bezug auf die
langfristigen Zinserwartungen gesunken, was den Dollar schwächt.

Zu den bevorzugten Branchen innerhalb Europas gehörte der
Immobiliensektor, der im marktbreiten Stoxx Europe 600 zuletzt 0,36
Prozent dazugewann. Von sich Reden machte hier die auf
Gewerbeimmobilien spezialisierte Gesellschaft Aroundtown Property
. In den ersten neun Monaten ihres Geschäftsjahres hat
das Unternehmen dank steigender Mieten deutlich mehr verdient. Der
Aktienkurs kletterte nach Bekanntwerden der Nachricht um zuletzt
0,50 Prozent auf 6,08 Euro.

Gefragt waren auch die Papiere des britischten Pharmakonzerns
GlaxoSmithKline , nachdem sie von der Schweizer
Großbank UBS von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft wurden. Nach
Ansicht des Analysten Michael Leuchten sind die Sorgen um einen
längeren Umsatzrückgang und um die Nachhaltigkeit der
Dividendenzahlungen langsam nicht mehr gerechtfertigt. Die Aktie
legte nach der Einschätzung um 1,43 Prozent zu.

Bei den Rohstoffen hielten sich Anleger generell zurück, genauso
wie beim Schweizer Bankhaus Julius Bär . Nach einem
überraschenden Chefwechsel verloren die Papiere der Privatbank rund
3,8 Prozent an Wert./kro/nas

ISIN GB0001383545 FR0003500008 EU0009658145

AXC0106 2017-11-27/12:01

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