AKTIEN IM FOKUS 2: Milliardendeal ist ‚Win-Win‘ für Bayer und BASF

(neu: Schlusskurse, Monsanto-Aktienkurs)

FRANKFURT (dpa-AFX) – Finanziell lukrativ für Bayer
und strategisch sinnvoll für BASF : So
sehen Analysten den milliardenschweren Deal der beiden
Schwergewichte. Für knapp 6 Milliarden Euro verkauft Bayer Teile des
Geschäfts mit Saatgut und Unkrautvernichtern an den heimischen
Rivalen. An der Börse setzten sich Bayer-Aktien am Freitag
angesichts eines attraktiven Verkaufspreises mit 1,16 Prozent Plus
auf Platz zwei im Dax . Die Papiere von BASF fielen
dagegen um ein halbes Prozent. Monsanto kletterten in New York um
runde 2 Prozent.

BASF müsse einen „saftigen“ Preis zahlen, schrieb Knud Hinkel von
der Equinet Bank in einer ersten Einschätzung zu dem Deal. Die zu
entrichtenden 5,9 Milliarden Euro entsprächen dem 4,5-Fachen des
Umsatzes, den Bayer im vergangenen Jahr mit diesem Geschäft erzielt
habe. Strategisch sei die Transaktion aber sinnvoll. Denn nun
könnten die Ludwigshafener ihr Pestizidgeschäft, in dem sie bereits
zu den Marktführern zählten, mit dem Saatgutgeschäft zusammenführen.

Ähnlich sah es Aaron Gal vom Investmenthaus Bernstein: „In der
Branche geht das Geschäftsmodell dazu über, Chemikalien zusammen mit
dem Saatgut zu verkaufen“, schrieb der Analyst. Für BASF sei der
Zukauf die letzte Möglichkeit gewesen, im Saatgutgeschäft in
ausreichender Größe Fuß zu fassen.

Hintergrund des Deals ist, dass sich Bayer für die angestrebte
Übernahme des Saatgutriesen Monsanto aus wettbewerbsrechtlichen
Gründen von Geschäftsteilen trennen muss. Daher soll der Verkauf
auch nur dann zustande kommen, wenn Bayer die Transaktion mit
Monsanto letztlich auch gelingt.

Der Verkaufspreis von knapp sechs Milliarden Euro liege um zwei
Milliarden Euro über seiner ursprünglichen Schätzung von 4
Milliarden Euro, schrieb Bernstein-Analyst Gal. Der unerwartet hohe
Erlös habe für Bayer den Vorteil, dass die absehbare Kapitalerhöhung
zur Finanzierung der Übernahme von Monsanto nun geringer ausfallen
könnte. Die Leverkusener müssten sich nun voraussichtlich nur um die
drei statt der zuvor von ihm geschätzten fünf Milliarden Euro
besorgen. Der Experte sprach denn auch von einer „Win-Win“-Situation
für beide Unternehmen. Er bekräftigte das Votum für die Bayer-Aktie
mit „Outperform“.

Von einem „Win-Win-Deal“ sprach auch Markus Mayer von der Bank
Baader Helvea. Er wies zudem darauf hin, dass die Übernahme-Prämie
bei der Bewertung mit Blick auf vergleichbare Transaktionen in der
Agrarbranche eher niedriger sei. Der Experte bestätigte seine
Kaufempfehlung für die BASF-Aktie./bek/stw/tih/he

ISIN DE000BAY0017 DE000BASF111 US61166W1018

AXC0213 2017-10-13/18:52

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