Allgemeine Zeitung Mainz: Irrwitzig / Kommentar zu PSA/Opel / Von Friedrich Roeingh

Mainz (ots) – Was für eine irrwitzige Initiative: Peugeot fordert von GM nach Kenntnissen von Insidern den halben Kaufpreis zurück. Irrwitzig, weil PSA sich fragen lassen muss, was eigentlich ihre Experten monatelang geprüft haben? Irrwitzig, weil man Verträge so abschließt, dass Rückforderungen über harte Kriterien geklärt werden (z.B. EU-Strafzahlungen für nicht eingehaltene Abgasziele). Irrwitzig, weil Peugeot mit dieser Initiative Opel massiv schwächt. Welchen Sinn macht es, die Motoren der neuen Tochtergesellschaft öffentlich schlecht zu reden, von denen man in den kommenden Jahren noch Hunderttausende Fahrzeuge in alter Motorenausstattung verkaufen will? Der Schaden ist bei einer solchen Kommunikationspolitik ratzfatz höher als die erwünschte Rückzahlung. Was also treibt PSA-Chef Tavares bei der Auseinandersetzung mit GM an? Rationale Erklärungen sind kaum zu finden. Denkbar ist, dass Peugeot schon jetzt vorbauen will, doch nicht das Ziel halten zu können, Opel bis 2020 profitabel zu machen. Denkbar ist – viel schlimmer noch -, dass sich Peugeot nach diesem unfruchtbaren Streit nicht mehr an die gegebenen Standort- und Arbeitsplatzgarantien halten will. Für Opel und die Opelaner sind diese Verunsicherungen Gift. Sie sind Gift für den jetzt so wichtigen Prozess der Zusammenführung mit PSA. Und sie sind Gift für die ganz persönlichen Perspektiven von Zehntausenden von Mitarbeitern und ihren Familien, die nun schon über Jahrzehnte hinweg von einem Krisenmodus in den nächsten geworfen werden.

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