ANALYSE: Morgan Stanley setzt bei Versorgern nun auf Eon – RWE sehr teuer

LONDON (dpa-AFX) – Nach der jüngsten Kursrally von RWE
hat die US-Investmentbank Morgan Stanley nun die
Papiere des Rivalen Eon zu ihren Favoriten unter den
deutschen Versorgeraktien erkoren. Dank Schuldenabbau und
Kostensenkungen könnte der Energiekonzern bei Free Cashflow und
Dividenden positiv überraschen, schrieb Analyst Nicholas Ashworth in
einer Branchenstudie vom Montag.

Eon-Aktien sind im bisherigen Jahresverlauf (Stand Freitag)
selbst mit einem Kursanstieg von über 33 Prozent den RWE-Titeln
(plus 70 Prozent) deutlich hinterher gelaufen. Bei den Abspaltungen
der beiden Konzerne stellte sich die Lage genau andersherum dar:
Während die Papiere des Eon-Ablegers Uniper um gut 33
Prozent kletterten, erreichten die Anteile der RWE-Ökostromtochter
Innogy ein Plus von nicht einmal 10 Prozent.

EON DER ‚TOP PICK‘

Die Bewertung der RWE-Aktie hält Ashworth inzwischen für recht
üppig. Er hält nach der Kursrally nun eine Atempause für angebracht,
auch wenn die Gewinnentwicklung 2017 noch positiv überraschen
könnte. Im kommenden Jahr sieht er dann allerdings Risiken und
senkte entsprechend seine Prognosen. Bei seiner Einstufung ruderte
er auf „Equal-weight“ zurück und signalisiert damit eine
durchschnittliche Gesamtrendite der Aktie im Vergleich zu den
anderen von der Bank beobachteten Werten derselben Branche.

Ashworth hob Eon dagegen auf „Overweight“ und liegt mit seinem
neuen Kursziel von 10,30 Euro auch nach der positiven Marktreaktion
vom Montag noch gut 15 Prozent über dem aktuellen Xetra-Niveau.

Bei Uniper bleibt er auch nach dem guten Lauf der Aktie bei
seiner positiven Einschätzung. Der Kraftwerksbetreiber dürfte auch
weiterhin positive Nachrichten produzieren. In puncto Free Cashflow
bleibe Uniper die interessanteste Aktie im Sektor. Innogy werde zwar
von Übernahmespekulationen gestützt, die Papiere seien aber
ambitioniert bewertet. Der Experte rät deshalb zur Untergewichtung
der Aktien. Angesichts der Probleme in Großbritannien und einer
schwachen US-Präsenz fürchtet er Probleme beim
Gewinnwachstum./ag/edh/das

ISIN DE000ENAG999 DE0007037129 DE000UNSE018 DE000A2AADD2

AXC0112 2017-06-19/11:38

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