Appell an G7-Staaten: Klimaabkommen nicht aushöhlen

TAORMINA (dpa-AFX) – In der Unsicherheit über die Klimapolitik
der USA haben Aktivisten die großen Industrieländer (G7) davor
gewarnt, das Pariser Klimaabkommen „von innen aushöhlen“ zu lassen.
Nachdem US-Präsident Donald Trump eine Entscheidung über einen
Ausstieg aus dem Vertrag bis nach dem Gipfel auf Sizilien an diesem
Freitag verschoben hatte, müssten die anderen G7-Staaten jetzt Tempo
machen, sagte Christoph Bals von Germanwatch der Deutschen
Presse-Agentur.

„Eine zentrale Frage ist, wie die anderen Staaten wirkungsvoll
zum Ausdruck bringen, dass sie Paris ambitioniert implementieren,
unabhängig vom Ausgang der Beratungen in der US-Regierung“, sagte
Bals. „Hier liegt ein Lackmustest über den klimapolitischen Erfolg
dieses Gipfels.“ Der andere liege darin, dass die anderen Staaten
sich nicht von der US-Regierung durch die Ausstiegsdrohung erpressen
ließen, das Paris-Abkommen abzuschwächen.

Obwohl Trump versuche, sich von der Klimapolitik seines
Vorgängers Barack Obama zurückzuziehen, rechnet Bals damit, dass die
Emissionen des nach China zweitgrößten Klimasünders weiter sinken
werden. „Die Kohle wird dank fehlender Wettbewerbsfähigkeit und
Umweltauflagen keine Wiederauferstehung in den USA erleben.“ Etwa 15
Bundesstaaten wollten das Pariser Abkommen weiter umsetzen – egal
was die US-Regierung mache. Der Rückgang der Emissionen werde aber
langsamer als zugesagt erfolgen. „Auch das ist
unakzeptabel.“/lw/DP/zb

AXC0003 2017-05-26/05:22

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