ARD/WDR-Studio Brüssel: Ex-NATO-Generalsekretär Rasmussen: Trump hat Recht bei Militär-Ausgaben

Köln/Brüssel (ots) –

Sperrfrist: 23.05.2017 20:00 Bitte beachten Sie, dass diese Meldung erst nach Ablauf der Sperrfrist zur Veröffentlichung freigegeben ist.

Der ehemalige NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat kurz vor dem Gipfel-Treffen in Brüssel die Europäer dazu aufgefordert, klare Zusagen zur Erhöhung ihrer Militär-Budgets zu machen: „Präsident Trump hat eine gesunde Debatte über die transatlantische Freundschaft provoziert. Bislang haben die Europäer die für gegeben hingenommen. Jetzt sitzt ein Mann im Weißen Haus, dem die Europäer beweisen müssen, dass sie gewillt sind, in diese Beziehung zu investieren – politisch und finanziell“, sagte Rasmussen im Interview mit dem ARD-Europastudio Brüssel (WDR).

„Präsident Trump hat Recht, wenn er auf mehr Verteidigungs-Investitionen in Europa drängt.“ Als Gegenleistung zu europäischen Zusagen sollten die Alliierten von Trump ein klares Bekenntnis zu Artikel 5 einfordern, also eine eindeutige Beistandsverpflichtung im Angriffsfall: „Trump kam dem sehr nahe, als er vor kurzem erklärte, die NATO sei nicht mehr obsolet.“ So Rasmussen.

Gleichzeitig rät der ehemalige Generalsekretär dem Bündnis, eine gewichtigere Rolle im Anti-Terror-Kampf zu spielen. „Das ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Tragödie in Manchester nötig“, so Rasmussen weiter.

Er forderte im ARD-Interview konkret: „Die NATO sollte eine Trainingsmission in den Irak entsenden und einen 1-Milliarde-Dollar-Fonds aufsetzen, mit dessen Hilfe die Mission finanziert wird.“ In diesen Topf sollten alle Alliierten einzahlen. Die Themen Anti-Terror-Kampf und Verteidigungsausgaben dürften jene sein, die das Gipfel-Treffen am Donnerstag in Brüssel beherrschen werden.

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