Aufsichtsratschef von Pfeiffer Vacuum wird abgestraft

WETZLAR (dpa-AFX) – Im Machtkampf beim Vakuumpumpen-Spezialisten
Pfeiffer Vacuum hat Aufsichtsratschef Michael
Oltmanns eine Schlappe einstecken müssen. Auf der Hauptversammlung
am Dienstag in Wetzlar wurde er nicht entlastet. Er bekam lediglich
48,5 Prozent der Stimmen des anwesenden Kapitals. Alle anderen
Vorstände und Aufsichtsräte erhielten dagegen Zustimmungsquoten von
97 Prozent und mehr. Mit gut 67 Prozent war eine ungewöhnliche hohe
Anzahl des Gesamtkapitals bei dem Aktionärstreffen vertreten.

Eine verweigerte Entlastung ist ein Misstrauensvotum der
Aktionäre. Oltmanns liegt mit dem im vergangenen Jahr eingestiegen
Großaktionär und Pfeiffer-Rivalen Busch im Clinch. Das
familiengeführte Unternehmen aus Baden-Württemberg strebt die
Kontrolle des börsennotierten Wettbewerbers an und hat inzwischen
mehr als 30 Prozent der Anteile eingesammelt. Oltmanns lehnt das
laufende Übernahmeangebot von Busch als zu niedrig ab. Dieser
wiederum wirft dem Aufsichtsratsvorsitzenden Interessenkonflikte und
eine unzulässige Einflussnahme vor.

Auch Wolfgang Schärfe von der Deutschen Schutzvereinigung für
Wertpapierbesitz (DSW) äußerte sich vor Ort kritisch zur Rolle von
Oltmanns. Auf Druck des Großaktionärs Busch ließ dieser schließlich
einzeln statt in zwei Blöcken über die Entlastung von Vorständen und
Aufsichtsräten abstimmen. Vorstandschef Manfred Bender kam auf 97,3
Prozent Zustimmung./das/he

ISIN DE0006916604

AXC0296 2017-05-23/21:27

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