Balance zwischen Zeitsouveränität und Flexibilisierungsbedarf bewahren – Brossardt: „Selbstbestimmte Arbeitszeit allein durch den Arbeitnehmer widerspricht betrieblichen Erfordernissen“

München (ots) – „Selbstbestimmte Arbeitszeit allein durch den Arbeitnehmer widerspricht den betrieblichen Erfordernissen. Die Arbeit muss erledigt werden – und zwar dann, wenn sie anfällt. Es gilt, die Balance zwischen Zeitsouveränität der Arbeitnehmer und dem Flexibilisierungsbedarf der Arbeitgeber zu bewahren“, so vbm – Verband der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V. Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Hintergrund ist die Aussage der IG Metall, laut derer sich die Beschäftigten wünschen, über die Lage ihrer Arbeitszeiten selbst mehr mitzubestimmen.

Das bestehende Gleichgewicht bestätigt eine Umfrage der IG Metall. Demnach geben 96 Prozent der Beschäftigten an, dass Sie kurzfristig einen Tag frei nehmen können. Weitere 80 Prozent haben die Möglichkeit, ihren Arbeitsplatz kurzfristig für ein bis zwei Stunden zu verlassen. Im Gegenzug stehen die Arbeitgeber auch für Planbarkeit: So haben nahezu zwei Drittel aller Schichtarbeiter keine kurzfristigen Änderungen ihrer Arbeitszeit. „Die Arbeitgeber bieten flexible Arbeitszeiten und attraktive Arbeitszeitmodelle von der Gleitzeit bis hin zur Vertrauenszeit. Die betriebliche Realität ist ein faires Geben und Nehmen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Das sollten wir bewahren und nicht einseitig kaputt machen“, betont Brossardt.

24 Prozent der Mitarbeiter der bayerischen M+E Industrie haben zudem die Möglichkeit, einen Teil ihrer Arbeit außerhalb des Betriebs zu erledigen, zum Beispiel von zu Hause aus. Ein tarifvertragliches Recht auf mobiles Arbeiten lehnt der vbm aber ab. „Die Digitalisierung ermöglicht es durch Innovationen immer mehr Arbeitsaufgaben ortsungebunden auszuführen. Nicht alle Bereiche, insbesondere in der Produktion, sind aber dafür ausgelegt“, erklärt Brossardt.

Der vbm setzt sich für wettbewerbsfähige und wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen ein. Dazu gehören Tarifverträge, die insbesondere im Bereich Arbeitszeit, Möglichkeiten zur betrieblichen Anpassung sowie zur Abbildung neuer Herausforderungen im Zuge der Digitalisierung ermöglichen. „Um unseren Standort auch in Zukunft konkurrenzfähig zu halten, brauchen wir einen atmenden Tarifvertrag – es wird daher Zeit, die richtigen Weichen dafür zu stellen“, fasst Brossardt zusammen.

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Kontakt: Tobias Kochta, Tel. 089-551 78-399, E-Mail: tobias.kochta@ibw-bayern.de, www.vbm.de

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