Batteriespeicher verbindet PV, Wärmepumpe und BHKW: EnEV-konforme Systemkopplung

Noch sind 50?% aller Heizungen auch im Neubau Gas-Brennwertgeräte. Doch betrachtet man kurz die Entwicklung seit der Jahrtausendwende wird der Trend sehr deutlich. Im Jahr 2000 wurden noch in 90?% aller Neubauten Erdgas und Heizöl als Energieträger eingesetzt. Dieser Anteil sank rapide bis 2009 auf rund 52?% und hält sich seitdem relativ stabil. Parallel dazu entwickelte sich die Wärmepumpe. Von 1?% Marktanteil in 2000 bis nahezu 30?% in 2016 (Bild 1). Legt man die Zahlen der letzten zehn Jahre zugrunde, hat sich der Marktanteil der Wärmepumpe im Neubau damit mehr als vervierfacht.

Kann also derzeit tatsächlich davon gesprochen werden, dass der Energieträger Strom zur Führungsenergie im Heiztechnikmarkt wird? Ja – weil die Entwicklung durch alle Marktbeteiligten weiter vorangetrieben wird – u.a. auch durch politische Bedingungen und Gesetze oder Vorgaben wie z.?B. die Energieeinsparverordnung (EnEV). Forciert wird die Entwicklung aber auch durch die technologischen Fortschritte der letzten Jahre. Beispielsweise Batteriespeicher – noch vor wenigen Jahren ein absolutes Nischenprodukt bilden plötzlich nicht nur ein stabiles, sondern stark wachsendes Segment in der Haus- und Gebäudetechnik. Skalierungseffekte und damit sinkende Kosten bzw. Preise tun ihr übriges, um den Batteriespeicher noch weiter in den Markt zu bringen.

Das gilt auch für Photovoltaik-Anlagen, deren Kosten in den letzten Jahren immer weiter gesunken sind. Lag der Preis für 1?kWp Anfang 2006 noch bei rund 5000?€, müssen heute nur noch ca. 1650?€ pro kWp für eine komplette Anlage inklusive Montage ausgegeben werden (Bild?2).

Unabhängigkeit gewünscht

Warum ist die Systemkombination von Photovoltaik, Batteriespeicher und Wärmepumpe beim Endkunden so beliebt? Fast immer lautet die Antwort auf diese Frage: Unabhängigkeit – u.a. von den steigenden Energiekosten (Bild 3). In einer immer unsicherer werdenden Welt wollen Hauseigentümer darauf setzen, sich soweit wie möglich unabhängig zu machen. Fast jeder Haus- und Wohnungseigentümer hat sich schon einmal über die Entwicklung der Strompreise in Deutschland geärgert.

Die Preissteigerungen in den letzten Jahren können sich in der Tat »sehen lassen«. Der durchschnittliche Strompreis für Privathaushalte ist seit der Jahrtausendwende von 13,94?ct/kWh auf 28,69?ct/kWh gestiegen. Dies entspricht einer Steigerung von 106?% beziehungsweise 7?% pro Jahr. Der Strompreis-Trend nach oben wird sich fortsetzen. Nach Ansicht von Experten wird die notwendige Energiewende auch in den kommenden Jahren zur Verteuerung beitragen. Die Versorger haben für die kommenden Jahre bereits weitere Preiserhöhungen angekündigt.

Das alles hatte bereits seit 2013 zur Folge, dass der selbst erzeugte Photovoltaik-Strom günstiger ist, als der vom Versorger eingekaufte Strom. Doch wie hoch liegt denn der tatsächliche Eigenverbrauch bei einer Photovoltaik-Anlage und wie viel wird eingespeist? »Rund ein Drittel des selbst erzeugten Stroms kann in der Regel selber genutzt werden. Der Löwenanteil wird jedoch eingespeist«, weiß dazu Christian Sieg, Leiter Produkt- und Dienstleistungs-Management bei Vaillant Deutschland.

Um diesen Eigenanteil zu erhöhen, werden Batteriespeicher eingesetzt. Ist die Stromproduktion größer als der Verbrauch im Haus, wird der Strom einfach zwischengelagert und dann genutzt, wenn die Sonne keine Energie mehr liefert. Dann sind Eigenverbrauchsquoten von mehr als 70?% gang und gäbe. Mit einer Photovoltaik und einem modernen Batteriespeicher kann man in der Jahresenergiebilanz oder rein wirtschaftlich betrachtet nahezu unabhängig vom Versorger werden. Kommt dann noch eine Wärmepumpe dazu, wird der selbst produzierte Strom auch zur Wärmeerzeugung verwendet. Diese Anlagenkombination bietet eine Menge Vorteile. Gleichzeitig ist sie ein wesentlicher Eckpfeiler der Energiewende und wird u. a. durch den Gesetzgeber gefördert.

Voraussetzungen prüfen

Für den Einsatz einer Photovoltaik-Anlage sollte zunächst die zur Verfügung stehende Dachfläche, ihre Ausrichtung, Neigung und Beschaffenheit geprüft werden. Ist die Tragfähigkeit des Daches ausreichend für eine Photovoltaik-Anlage? Sind eventuell Schäden an der Dachfläche vorhanden, die vorab instand gesetzt werden müssen?

Für den Batteriespeicher wird eine Aufstellfläche benötigt, die durchschnittlich ca. 0,3?m² beträgt. Gleichzeitig ist darauf zu achten, dass je nach dem Material …

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