Conti-Chef lehnt vollständige Trennung vom Reifengeschäft ab

FRANKFURT (Dow Jones)–Der Autozulieferer Continental schließt im Zuge des Konzernumbaus eine vollständige Trennung vom sehr profitablen Reifengeschäft aus. „Um eine bessere Bewertung für ein bestimmtes Arbeitsgebiet zu erhalten, muss man es ja nicht gleich komplett veräußern“, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche.

Die Führungsspitze prüft derzeit eine Neuaufstellung des Konzerns. Der Autozulieferer will sich damit auf ein künftig verändertes Automobilgeschäft vorbereiten. Details nannte das Unternehmen bisher nicht.

„Wir müssen jetzt analysieren, mit welcher Aufstellung das Unternehmen auch 2025 und in den Jahren danach schneller wachsen kann als der Markt“, sagte Degenhart laut Automobilwoche auf der Auto Show in Detroit. Der stark diversifizierte Konzern müsse „nochmals flexibler werden, agiler, darf keinesfalls Geschwindigkeit verlieren“, so der Manager.

Unterdessen bringt Finanzchef Wolfgang Schäfer erneut auch milliardenschwere Zukäufe ins Spiel. „Unser Ziel ist es, unabhängiger von den Zyklen der Autoindustrie zu werden, also unser Industrie-, Zubehör- und Ersatzreifengeschäft weiter zu stärken“, sagte er der Wirtschaftszeitung Euro am Sonntag „Aus unseren Finanzierungszielen lässt sich rechnerisch ein potenzielles Akquisitionsvolumen von vier bis fünf Milliarden Euro ableiten.“

Das für 2018 angepeilte Umsatzziel von 47 Milliarden Euro bestätigte Schäfer, „konstante Wechselkurse vorausgesetzt“. Die bereinigte Marge vor Zinsen und Steuern solle rund 10,5 (2017: 10,8) Prozent erreichen.

Anders als Conti lehnt der Automobilzulieferer Schaeffler eine Aufspaltung des Unternehmens ab. „Es wäre aus meiner Sicht unklug, wenn die Bereiche getrennte Wege gehen würden“, sagte Schaeffler-Vorstandschef Klaus Rosenfeld der Automobilwoche. „Wenn wir ein Lager produzieren, das in einem Getriebe sitzt, dann ist das nicht sehr viel anders als ein Lager, das in eine Industrieanwendung geht.“ Letztlich gehe es um ein technisch anspruchsvolles, hochpräzises Verarbeiten von Stahl und das Verständnis komplexer mechatronischer Systeme.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/mgo

(END) Dow Jones Newswires

January 21, 2018 06:04 ET (11:04 GMT)

Copyright (c) 2018 Dow Jones & Company, Inc.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.