Der Antikapitalist: Die Reformatoren haben den Kapitalismus erfunden? Heiliger Unsinn! Martin Luther …

Die Reformatoren haben den Kapitalismus erfunden? Heiliger Unsinn! Martin Luther machte mobil gegen die Macht des Geldes und die „Ökonomisierung der Lebensverhältnisse“ – und hat die Entwicklung zur modernen Besitzbürgergesellschaft um 200 Jahre verzögert.

Die Reformatoren haben den Kapitalismus erfunden – dieser Unsinn ist in Umlauf, seit der Soziologe Max Weber 1904/5 den Berufsfleiß der Calvinisten zum „protestantischen Geist“ der modernen Wirtschaftsform erklärt hat. Die historische Wahrheit ist eine ganz andere: Für einen Fundamentalchristen wie Martin Luther war die Liebesbotschaft des Evangeliums prinzipiell unvereinbar mit der modernen Geldwirtschaft.

Fundamentalchrist, das bedeutet: Luthers Leben war ganz Gott und Glaube. Sein Denken kreiste um das Bewusstsein der eigenen Sündhaftigkeit und leitete sich unmittelbar aus den Geboten der Bibel ab. Sein Mönchsleben widmete er der bußfertigen Erfahrung von Gott und dessen Gewährung grundloser Gnade.

Für die Entwicklung einer noch so rudimentären Wirtschaftstheorie fehlte es ihm an Erfahrung, Kenntnis und Interesse. Seine Invektiven gegen Spekulation und Monopole, Zinsnahme und Gewinnstreben waren alltagskonkret, unsystematisch und weitgehend orientiert an der Tradition seit Aristoteles und Thomas von Aquin. Wonach ihm der Sinn stand, war keine Analyse der Wirtschaftsform seiner Zeit, sondern die Verchristlichung des Einzelnen, die Hebung der allgemeinen Sittlichkeit – ein Lebensalltag, der in der festen Burg des Glaubens …

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