Deutsche Anleihen gleichen Verluste aus – Entspannung in Italien

FRANKFURT (dpa-AFX) – Die Kurse deutscher Bundesanleihen haben am
Dienstag anfängliche Verluste wieder ausgeglichen und leicht
zugelegt. Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg
bis zum frühen Abend um 0,08 Prozent auf 162,36 Punkte. Die Rendite
der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 0,29 Prozent. Nach
anfänglichem Druck auf italienische Papiere zeichnete sich auch hier
eine Entspannung ab.

Eine schwächer als zuletzt und als erwartet ausgefallene
Inflationsrate in Deutschland nahm etwas Druck von der Europäischen
Zentralbank (EZB), bald eine Normalisierung ihrer lockeren
Geldpolitik einzuleiten, und stützte dadurch die Kurse der
Staatspapiere. Nach einem zwischenzeitlichen Anstieg auf zwei
Prozent im April war die Rate im Mai einer ersten Schätzung des
Statistischen Bundesamts zufolge auf 1,5 Prozent im Vergleich zum
Vorjahresmonat gesunken.

Grund dafür waren vor allem moderat gestiegene Energiepreise und
der Wegfall statistischer Sondereffekte wegen der späten
Osterfeiertage in diesem Jahr. „Die EZB dürfte sich darin bestätigt
sehen, die geldpolitische Wende nur behutsam einzuleiten“,
kommentierte Viola Julien, Expertin bei der Landesbank Helaba. Von
übermäßigem Preisdruck und einem überzeugenden Aufwärtstrend könne
keine Rede sein.

Die Kurse italienischer Staatsanleihen erholten sich ebenfalls am
Nachmittag, nachdem sie zuvor im Tagesverlauf unter Druck gestanden
hatten. Als Auslöser galten Spekulationen auf vorgezogene Neuwahlen,
nachdem sich eine Mehrheit für ein neues Wahlrecht abzeichnete. Nach
derzeitigen Umfragen können europakritische Parteien wie die
Fünf-Sterne-Bewegung auf starke Stimmengewinne zählen. Eine neue
Regierung aus Parteien, die dem Euro ablehnend gegenüber stehen,
erscheint damit nicht unmöglich./tos/he

ISIN DE0009652644

AXC0270 2017-05-30/18:08

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