Deutsche Bank braucht beim Umbau der Investmentbanking-Sparte Zeit

DÜSSELDORF (dpa-AFX) – Die Deutsche Bank kommt
beim Umbau ihrer Investmentbanking-Sparte nur langsam voran. „Bis
wir dahin kommen, wo wir sein wollen, wird es wohl noch zwei bis
drei Jahre dauern“, sagte der Vorstand für das Firmenkundengeschäft
und das Investmentbanking, Garth Ritchie, dem „Handelsblatt“
(Mittwochausgabe). Auch der Vizechef der Bank, Marcus Schenck, der
mit Ritchie die Sparte leitet, bat um Geduld. „Wir müssen das tun,
was langfristig richtig für die Bank ist. Unsere Aufgabe ist es
nicht, auf Sicht von ein oder zwei Quartalen die Ergebnisse zu
maximieren.“

Auf kurze Sicht ist dem Manager zufolge mit keiner Besserung zu
rechnen. Die Märkte seien noch immer ziemlich ruhig, sagte Schenck
auf die Frage, ob das vierte Quartal ähnlich verlaufen sei wie das
dritte. Neben der Marktlage kämpfe die Bank zudem mit noch immer zu
hohen Kosten, wie Schenk einräumte. Für die Zeit nach dem Umbau hält
Ritchie dann im Investmentbanking wieder Renditen zwischen acht und
zwölf Prozent realistisch.

Vor kurzem wurde bekannt, dass der Finanzinvestor Cerberus bei
der Deutschen Bank eingestiegen ist. Dies hatte den Spekulationen
über ein Zusammengehen mit der Commerzbank wieder
neue Nahrung gegeben, da Cerberus auch an diesem Institut Anteile
hält. Grundsätzlich spreche viel für eine weitere Konsolidierung des
europäischen Bankenmarktes, der noch immer sehr zersplittert sei,
gerade in Deutschland, sagte Schenck. „Derzeit haben wir aber selbst
wichtige Aufgaben abzuarbeiten – die Unternehmens- und
Investmentbank auf Wachstum auszurichten, unser Asset-Management an
die Börse zu bringen und Postbank und Deutsche Bank im Privat- und
Firmenkundengeschäft zusammenzuführen.“/she

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