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Vorsorgeatlas Deutschland: Keine Angst vor der Rente

DGAP-News: Union Investment / Schlagwort(e): Studie/Wissenschaftl.
Publikation
Vorsorgeatlas Deutschland: Keine Angst vor der Rente (News mit
Zusatzmaterial)

10.10.2017 / 11:14
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– Wer die Möglichkeiten des Altersvorsorgesystems nutzt, ist gut versorgt

– Gesetzliche Rente bleibt auch über das Jahr 2030 hinaus der
Grundpfeiler der Altersvorsorge

– Vor allem die junge Generation muss jedoch aktiv werden, wenn
sie ihren Lebensstandard im Alter sichern will

– Studie belegt, dass grundlegende Veränderungen nicht erforderlich sind

Frankfurt, 10. Oktober 2017 – Die Menschen in Deutschland müssen
sich keine Sorgen um ihre Rente machen. Denn das Vorsorgesystem über
drei Schichten funktioniert auch in der Zukunft. Dazu müssen sie
allerdings aktiv werden. Denn nur wer die angebotenen Möglichkeiten
nutzt, ist im Alter gut versorgt. Dies gilt insbesondere für junge
Menschen. Das ist ein Ergebnis des neuen Vorsorgeatlas Deutschland,
den das Forschungszentrum Generationenverträge der Universität
Freiburg unter Leitung von Professor Dr. Bernd Raffelhüschen im
Auftrag von Union Investment erstellt hat. „Die Zahlen belegen die
Stabilität des Vorsorgesystems über drei Schichten. Grundlegende
Veränderungen sind nicht erforderlich“, betont der Professor. Dies
gelte insbesondere für die gesetzliche Rente, die für rund 34
Millionen Deutsche auch in den nächsten Jahrzehnten ein sicherer und
stabiler Grundpfeiler ihrer Altersvorsorge bleibt. Mit ihr erhalten
die Versicherten im Durchschnitt eine monatliche Rente von 1.070
Euro, was einer Ersatzquote von rund 48 Prozent ihres letzten
Bruttoeinkommens entspricht. Zwar sind zur Sicherung des
Lebensstandards im Alter mindestens 60 Prozent nötig. Wer jedoch
zusätzlich vorsorgt – sowohl staatlich gefördert als auch privat -
kann seinen Lebensstandard im Alter sichern und in Kombination mit
der gesetzlichen Rente insgesamt rund 83 Prozent des letzten
Einkommens erzielen. „Entscheidend ist, dass die Möglichkeiten
insbesondere der privaten Vorsorge genutzt werden. Wer das
beherzigt, ist im Alter gut versorgt“, ergänzt Hans Joachim Reinke,
Vorstandsvorsitzender von Union Investment.

Der Vorsorgeatlas Deutschland gibt ein nahezu vollständiges Bild
über die Situation der Altersvorsorge. Betrachtet werden dabei nicht
die aktuellen Altersbezüge, sondern die zu erwartenden Renten der
zukünftigen Rentnerjahrgänge. Dabei erfasst der Atlas neben den „klassischen“ Alterssicherungssystemen der ersten Schicht
(Gesetzliche Rentenversicherung, Beamtenversorgung, berufsständische
Versorgung) die Vorsorgewege der zweiten Schicht (Riester-Rente,
betriebliche Altersversorgung, Zusatzversorgung des öffentlichen
Dienstes) sowie das Geld- und Immobilienvermögen der Haushalte
(dritte Schicht).

Gesetzliche Rente bleibt auch über das Jahr 2030 hinaus der
Grundpfeiler der Altersvorsorge

Wie der Vorsorgeatlas belegt, ist die gesetzliche Rente (GRV) die
Hauptstütze der Altersversorgung in Deutschland und wird dies auch
über das Jahr 2030 hinaus bleiben. Im Durchschnitt über alle
Einkommens- und Altersklassen erhalten die rund 34 Millionen
Versicherten bei Rentenbeginn monatlich 1.070 Euro und können somit
rund 48 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens ersetzen. Dabei gibt
es allerdings deutliche Unterschiede: Während die 50- bis
65-Jährigen mit einer Ersatzquote von 64,1 Prozent alleine mit der
GRV ihren Lebensstandard sichern können, kommen die 20- bis
34-Jährigen auf lediglich 38,6 Prozent. Sie benötigen daher etwa 800
Euro zusätzlich pro Monat und müssen aktiv werden.

Auch regional gibt es deutliche Unterschiede. Während die
Menschen in den östlichen Bundesländern im Schnitt 53,4 Prozent
ihres letzten Einkommens mit der GRV ersetzen können, sind es in
Süddeutschland weniger als 48 Prozent. Ursächlich dafür sind die
höheren Gehälter in den wirtschaftlich starken Gebieten sowie die
Beitragsbemessungsgrenze in der GRV.

Riester-Rente und betriebliche Altersvorsorge funktionieren und
schließen die Versorgungslücke

Mit Leistungen aus der zweiten Schicht lässt sich ein großer Teil
des fehlenden Betrages abdecken. Die Menschen, die diese
Möglichkeiten nutzen, erreichen im Zusammenspiel mit der ersten
Schicht im Durchschnitt eine Ersatzquote von 61,8 Prozent und können
damit ihren Lebensstandard im Alter sichern. Selbst die junge
Generation, die besonders von den Rentenreformen der Vergangenheit
betroffen ist, erzielt aus beiden Schichten im Durchschnitt bereits
eine Quote von 55 Prozent. Somit müssen sie nur noch wenig
zusätzlich sparen, um auf eine Quote von über 60 Prozent zu kommen.

In der zweiten Schicht ist die Riester-Rente mit über 16
Millionen Verträgen am weitesten verbreitet. An zweiter Stelle steht
die betriebliche Altersvorsorge (bAV), die rund 8 Millionen Menschen
abgeschlossen haben. Bei der Riester-Rente haben insgesamt 44
Prozent der Förderberechtigen einen Vertrag und können dadurch ihre
Ersatzquoten deutlich erhöhen. Mit den aktuellen Sparraten erhalten
sie im Rentenalter durchschnittlich 290 Euro im Monat. Damit können
sie die GRV um 10,6 Prozent des Einkommens ergänzen. Die heute 20-
bis 35-Jährigen kommen mit ihrem Riester-Vertrag sogar auf einen
Wert von 14,1 Prozent. Im Schnitt sind dies monatlich 392 Euro.

Die Unterschiede zur bAV sind teilweise systembedingt: Während
bei der Riester-Rente über die Zulagen besonders Familien und
Geringverdiener und über den Steuervorteil Menschen mit höheren
Einkommen profitieren, wird bei der bAV der Sparer über den
Steuervorteil gefördert. Darüber hinaus hängt der Abschluss einer
bAV am Arbeitsverhältnis. „Es besteht zwar ein gesetzlicher Anspruch
auf betriebliche Altersversorgung in Form von Entgeltumwandlung – ob
der Arbeitgeber diese aktiv anbietet oder sich an den Beiträgen
beteiligt, bleibt jedoch ihm überlassen“, erläutert Raffelhüschen.
Insgesamt verfügen etwa acht Millionen Bundesbürger im Alter von 20
bis 65 Jahren über eine betriebliche Altersvorsorge. Das entspricht
einer Partizipationsquote von 16,3 Prozent. Im Schnitt erhalten sie
575 Euro und können damit durchschnittlich 14,9 Prozent des letzten
Bruttoeinkommens ersetzen. Jüngere Personen verfügen hingegen
seltener über eine betriebliche Absicherung (12,7 Prozent).

Überwiegend wird die bAV von größeren Unternehmen mit
entsprechend hohem Lohnniveau aktiv angeboten und in Form von
Arbeitgeberbeiträgen gefördert. Dies zeigt sich auch in den
Ergebnissen des Vorsorgeatlas: Während bei den Menschen mit einem
monatlichen Einkommen von mehr als 2.000 Euro rund jeder Dritte
Beschäftigte (33,5 Prozent) eine betriebliche Absicherung hat, sind
es in der Gruppe von 1.100 Euro bis 2.000 Euro 20,6 Prozent. Bei
einem monatlichen Einkommen von unter 1.100 Euro im Monat hingegen
sind es nur 5,4 Prozent.

Das jüngst verabschiedete Betriebsrentenstärkungsgesetz sieht der
Vorstandsvorsitzende von Union Investment daher als wichtigen
Meilenstein: „Die Anpassungen in der betrieblichen Altersvorsorge
und der Riester-Rente waren richtig und notwendig. Sie stärken
wesentlich das deutsche Vorsorgesystem.“ Gleichwohl werde es auch
künftig erforderlich sein, das System durch das Drehen und
Feinjustieren einzelner Stellschrauben zu optimieren. „Insbesondere
bei der Riester-Rente gibt es noch Möglichkeiten, die Akzeptanz zu
erhöhen und die Verbreitung auszubauen.“ So spricht sich Reinke
beispielsweise dafür aus, alle Bevölkerungsgruppen in die
Riester-Rente einzubeziehen, die steuerliche Förderhöchstgrenze zu
dynamisieren oder zusätzliche Anreize wie eine Treuezulage
einzuführen.

Durch eine zusätzliche Vorsorge in der dritten Schicht sind
nahezu alle Menschen ausreichend abgesichert

Die dritte und letzte Schicht der Altersvorsorge bilden die
privat angesparten Geld- und Immobilienvermögen. Sie sind ein
weiterer wichtiger Baustein der Altersvorsorge und ersetzen im
Durchschnitt ein Viertel (26,1 Prozent) des Einkommens bei
Renteneintritt. Verfügen Menschen über Ansprüche aus allen drei
Schichten, können sie auf durchschnittlich 82,6 Prozent ihres
letzten Bruttoeinkommens kommen. Das ist deutlich mehr als die zur
Lebensstandardsicherung erforderlichen 60 Prozent.

Vor allem für junge Menschen und Personen mit einem hohen
Einkommen ist dies von Bedeutung. Bei ihnen reicht eine Vorsorge in
der ersten und zweiten Schicht nicht ganz aus, um die
Versorgungslücke zu schließen. Für sie ist es daher ratsam,
zusätzlich etwas zurückzulegen. Die 20- bis 35-Jährigen, welche im
Rahmen aller drei Schichten vorsorgen, erzielen im Durchschnitt eine
Ersatzquote von rund 69 Prozent und haben monatlich rund 106 Euro
mehr als das definierte Minimum. Menschen mit einem Einkommen von
mehr als 2.000 Euro pro Monat können insgesamt 67,7 Prozent ihres
letzten Bruttoeinkommens ersetzen.

„Die gesetzliche Rente bleibt über das Jahr 2030 die tragende
Säule der Altersvorsorge. Aber erst die private Vorsorge sichert den
Lebensstandard“, fasst Raffelhüschen die Studienergebnisse zusammen.
Reinke ergänzt: „Wir müssen es gemeinsam mit allen Beteiligten
schaffen, dass die Menschen die vorhandenen Möglichkeiten des
Rentensystems vollständig nutzten. Wer dies tut, muss keine Angst
vor der Rente haben.“

Ansprechpartner für Rückfragen:

Union Asset Management Holding AG
Markus Temme
Pressesprecher
Weißfrauenstraße 7
60311 Frankfurt am Main
Tel.: 069/2567-2352
Mail: Markus.Temme@union-investment.de


Zusatzmaterial zur Meldung:

Dokument: http://n.eqs.com/c/fncls.ssp?u=CUWBNLQAFV
Dokumenttitel: Vorsorgeatlas Deutschland


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