Draghi: Wachstum der EU-Schattenbanken verlangsamt sich

Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)–Das Wachstum des Schattenbankensektors der EU hat sich im vergangenen Jahr nach Aussage von Mario Draghi, Chef des Systemrisikorats ESRB, verlangsamt. Gleichwohl hat dieser nicht der Bankenaufsicht unterliegende Sektor in den vergangenen fünf Jahren beträchtlich an Größe gewonnen, wie Draghi in einer Anhörung des Wirtschafts- und Währungsausschusses des Europaparlaments sagte.

„Zwar sind die Aktiva des breiten Schattenbankensektors der EU 2016 langsamer gewachsen, aber seit 2012 haben sie um 30 Prozent zugenommen“, sagte Draghi. Zudem sei die Verflechtung mit anderen Teilen des Finanzsektors beträchtlich, weshalb die für die makroprudenzielle Aufsicht zuständigen Behörden genau auf neue Risiken in diesen Sektoren achten müssten.

Wie aus dem zeitgleich veröffentlichten Schattenbankenbericht hervorgeht, sind die Aktiva dieses Sektors in der EU, zu dem die EZB alle Institute außer Banken, Versicherern und Pensionsfonds zählt, im vierten Quartal 2016 nur noch mit einer Jahresrate von 2,6 Prozent gestiegen. Im Durchschnitt der Jahre 2012 bis 2015 seien es 8,3 Prozent gewesen. In der Eurozone waren es 4,2 (2012 bis 2015: 10,2) Prozent. Seit 2012 hat der Schattenbankensektor des Euroraums damit um 40 Prozent zugenommen.

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May 29, 2017 11:37 ET (15:37 GMT)

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