EnBW beerdigt Milliardenprojekt Pumpspeicherkraftwerk Atdorf

KARLSRUHE (dpa-AFX) – Der Energieversorger EnBW hat seine Pläne zum Bau eines riesigen Pumpspeicherkraftwerks im
Südschwarzwald aufgegeben. Das Milliardenprojekt in Atdorf werde
nicht weiter verfolgt, teilte das Unternehmen am Mittwoch in
Karlsruhe mit. Nach der Auswertung eines dreiwöchigen
Erörterungstermins sei man zu dem Schluss gekommen, dass mit den
weiteren Projektschritten kosten- und zeitintensive Arbeiten nötig
wären und ein Zeitpunkt für die Umsetzung des Projekts dennoch
ungewiss sei.

Das 1,6 Milliarden Euro teure Vorhaben war von Anfang an
umstritten. Gemeinden, Umweltverbände und Bürgerinitiativen lehnten
es ab. Den 2008 begonnenen Planungen zufolge sollten unter anderem
eine 75 Meter hohe Staumauer und zwei künstliche Seen gebaut werden.
Umweltverbände wie der BUND hatten das Projekt stets als Gefahr für
die Tier- und Pflanzenwelt in der Region kritisiert.
Pumpspeicherkraftwerke können zur Sicherheit der Stromversorgung
beitragen.

EnBW will nach eigenen Angaben bei Speichertechnologien jetzt
neue Prioritäten setzen. Unter anderem kooperiert das Unternehmen
beim Bau eines Lithium-Ionen-Speichers in Heilbronn mit Bosch.
Allerdings werde der Ausbau von bestehenden Pumpspeicherkraftwerken,
etwa in Forbach im nördlichen Schwarzwald, weiter
vorangetrieben./moe/DP/jha

ISIN DE0005220008

AXC0102 2017-10-11/11:44

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