Enttäuschung und Verständnis: Tausende verfolgten die Rede des katalanischen Regierungschefs unweit …

Tausende verfolgten die Rede des katalanischen Regierungschefs unweit des Parlaments. Sie hatten auf eine Unabhängigkeitserklärung gehofft, doch die kam nur als Ziel in ein paar Wochen. Harsche Kritik übte aber kaum jemand.

Mehr Spannung war kaum möglich. Um 18 Uhr hatten sich in Barcelona Tausende vor zwei riesigen Leinwänden unweit des katalanischen Parlaments versammelt – auf der mondänen, von riesigen Palmen gesäumten Promenade Passeig de Lluis Campanys. Polizeihubschrauber kreisten wie so oft in diesen angespannten Tagen über der Stadt. Jedes Mal, wenn sie über die Menge hinweg flogen, reagierte die mit Pfiffen und Buh-Rufen. Die spanische Polizei ist in Katalonien verhasst, seit sie am 1. Oktober auf Wähler eingeschlagen hat, bei dem Versuch das illegale Unabhängigkeitsreferendum zu verhindern.

Mit Pfiffen wurden ebenfalls die Mitglieder der Opposition im Parlament bedacht, als sie in den Plenarsaal kamen. Doch plötzlich gingen sie wieder hinaus. Die mit so viel Spannung erwartete Erklärung des katalanischen Präsidenten Carles Puigdemont zu den Folgen des Referendums wurde um eine Stunde verschoben. Das Internet funktionierte wegen der Menschenmenge nicht, fragend blickten sich die Anwesenden um.

Eine ältere Dame, Marie-Dolors Dalmau Puig, war den Anwesenden voraus: Sie hatte ein Kopfhörer-Radio dabei. „Sie sagen, der EU-Kommissionspräsident hat angerufen“, erklärt sie den Umstehenden. „Oder es gibt Probleme mit der antikapitalistischen Partei CUP“. Vor den anliegenden Kiosken bildeten sich lange Schlangen. Teenager setzen sich im Kreis auf den Boden. Einige tragen Aufkleber „Ohne Ungehorsam keine Unabhängigkeit“.

Als sich das Parlament schließlich wieder füllt und Puigdemont hinein geht, ruft die Menge frenetisch „President, president“. Der 54-Jährige ist ihr Held. Seit Jahren kämpfen sie für die Unabhängigkeit, immer wieder sind sie an die rechtlichen Schranken …

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