Fischer-Chef warnt vor Ausverkauf von Familienunternehmen

Der Mehrheitseigentümer der Unternehmensgruppe Fischer, Klaus Fischer, warnt vor einem drohenden Ausverkauf deutscher Familienunternehmen. Schuld seien vor allem die derzeit bestehenden Regelungen zur Erbschafts- und Schenkungssteuer, die vor allem jene Firmen bestraften, die Deutschland stark machten und ohnehin die meisten Steuern zahlten, sagte Fischer der „Welt am Sonntag“.

Das werde dazu führen, „dass etliche Familienunternehmen verkauft werden müssen, weil sie nicht mehr in der Lage sind, die Steuerlast zu tragen“. Und wer es mithilfe von Banken doch noch schaffe, sein Unternehmen an die nächste Generation weiterzugeben, habe am Ende kein Geld mehr für wichtige Investitionen, etwa in die Forschung und in neue Produkte – und damit in die Zukunft. „Die Erbschaftsteuer wird den Ausverkauf der deutschen Familienunternehmen nach China noch einmal deutlich beschleunigen in den kommenden Jahren“, warnte Fischer. Entsprechend gering seien seine Erwartungen mit Blick auf den bevorstehenden Bundestagswahlkampf: „Da werden mit Sicherheit wieder soziale Wohltaten versprochen, die ersten milliardenschweren Gerechtigkeits-Ideen von Martin Schulz zeigen das ja schon – und zahlen muss am Ende der Mittelstand.“

Für sein eigenes Unternehmen hat sich Fischer dennoch ehrgeizige Ziele gesetzt. „Wir wollen beim Umsatz mittelfristig von zuletzt 755 Millionen Euro auf über eine Milliarde zulegen“, kündigte der Unternehmer an. „Dafür stellen wir uns noch breiter auf und bieten neben den reinen Produkten auch vermehrt Systeme und Dienstleistungen an.“ Fischer nannte als Beispiel eine Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz Vans und Sortimo International.

Auch Zukäufe, etwa von Start-Ups, seien denkbar. Völlig neue Geschäftsbereiche sind dem Unternehmer zufolge dagegen nicht geplant. Und umgekehrt gebe es auch keine Verkäufe. „Auch wenn immer wieder darüber spekuliert wird: Fischertechnik bleibt ein Teil des Unternehmens“, sagte Fischer mit Blick auf die populären Baukästen.

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