Fünf Lektionen aus der Schlecker-Pleite: Muss Anton Schlecker ins Gefängnis? Am Montag fällt das Urteil …

Muss Anton Schlecker ins Gefängnis? Am Montag fällt das Urteil im spektakulärsten Wirtschaftsstrafverfahren des Jahres. Schon jetzt ist klar, welche Lehren Unternehmer und Manager aus Pleite und Prozess ziehen können.

Am Montag soll das Urteil im spektakulärsten Wirtschaftsprozess des Jahres fallen. Es geht um die Frage, ob Anton Schlecker gezielt Geld verschoben hat, als die Insolvenz seiner Drogeriekette drohte, oder ob er nur den Ernst der Lage nicht erkannte?

Die Meinungen bei Anklage und Verteidigung gehen weit auseinander. Bislang haben die Richter des Landgerichts Stuttgart nicht zu erkennen gegeben, ob sie der Anklage folgen und den 73-jährigen Unternehmer, der auch privat insolvent ist, wegen Bankrottstraftaten zu einer Gefängnisstrafe verurteilen werden, oder aber ob sie der Argumentation des Angeklagten folgen. Schlecker selbst hat im Prozess die Vorwürfe immer zurückgewiesen und stets betont, nie am Fortbestand seines Lebenswerks gezweifelt zu haben.

Doch so offen das Urteil für Anton Schlecker und seine mitangeklagten Kinder Lars und Meike auch ist, so deutlich hat der Prozess gezeigt, wie es zum Kollaps des Unternehmens kam und welche Fehler der Drogerieunternehmer dabei gemacht hat. Der Fall Schlecker taugt damit zum Lehrstück für Unternehmer und Manager, um auf Krisen besser vorbereitet zu sein und das eigene Haftungsrisiko zu minimieren. Die Lehren aus der Schlecker-Pleite:

1. Nie die Kunden aus dem Blick verlieren

Um zu verstehen, warum Schlecker gescheitert ist, lohnt ein Blick auf die Anfänge seiner Karriere. 1965, mit 21 Jahren hatte er als jüngster Metzgermeister Baden-Württembergs in der familieneigenen Fleischereikette angeheuert und schnell bemerkt, dass sich mit dem Verkauf von Drogerieartikeln mehr verdienen ließ als mit dem Geschäft mit Schinken und Jagdwurst.

Er baute sein Unternehmen auf, expandierte und trug den weißen Schlecker-Schriftzug auf blauem Grund bis in die hintersten Winkel der Republik. „Wenn du in den Urlaub fährst“, spotteten Handelsleute damals, „dann schließ die Wohnungstür gut ab, sonst sitzt der Schlecker drin, wenn du wiederkommst“. Denn der Seifenkönig von der Schwäbischen Alb nahm so ziemlich alle Standorte, die er kriegen konnte – und die niemand anders wollte. Hauptsache die Miete war niedrig. Dass Rivalen wie dm und Rossmann lieber größere Märkte in hochfrequentierten Fußgängerzonen eröffneten als auf dem Dorfanger in der Provinz, interessierte ihn nicht.

Statt auf den Kundennutzen zu achten, versuchte Schlecker mit immer neuen Läden, das Umsatzwachstum zu treiben und so Größen- und Preisvorteile im Einkauf zu generieren. Doch ab dem Jahr 2000 zeigten sich erste Risse. Mit ihren lichten und großzügigen Märkten saugten die Wettbewerber …

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