Gewerkschaften warnen vor Zerstörung der Rente

BERLIN (dpa-AFX) – Mit einer Aktion an hunderten
Pendler-Bahnhöfen haben die Gewerkschaften vor einer kompletten
Aushöhlung der Rente gewarnt. „Schon lange wird die gesetzliche
Rente systematisch schwach geredet – zugunsten privater
Versicherungspolicen“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie
Buntenbach am Mittwoch bei einer Aktion am Berliner S-Bahnhof
Ostkreuz. Dabei biete die Rente eine gute Rendite und Schutz im
Alter. „Wird aber weiter an diesem Ast gesägt, auf dem sehr viele
Menschen sitzen, ist das bald vorbei“, mahnte Buntenbach.

An mehr als 300 Bahnhöfen und anderen Pendler-Hotspots verteilten
Gewerkschafter zehntausende mit Parolen bedruckte Tüten voller
Coffee-Sticks und Müsli-Riegeln sowie Flyer. Am Mittwoch will die
Koalition im Bundestag die letzten drei großen Renten-Reformgesetze
dieser Wahlperiode beschließen. Dann dürfte die Rente eine Rolle im
Wahlkampf spielen. Erwartet wird, dass die SPD den Startschuss mit
der Vorstellung ihres Rentenkonzeptes gibt. Buntenbach forderte von
den Parteien ein Bekenntnis für eine Stärkung der Rente.

Ver.di-Chef Frank Bsirske sagte bei der Aktion am S-Bahnhof: „Wir
brauchen einen Kurswechsel in der Rentenpolitik.“ Das
Sicherungsniveau der Rente müsse jetzt auf dem aktuellen Stand von
48 Prozent stabilisiert und im weiteren Schritt angehoben werden -
etwa auf 50 Prozent. Das Niveau beschreibt das Verhältnis der Rente
zum Durchschnittslohn. IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban
kritisierte: „15 Jahre Riester-Rente haben gezeigt, dass man den
Lücken in der gesetzlichen Rente nicht hinterher sparen
kann.“/bw/DP/jha

AXC0201 2017-05-31/14:51

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.